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Dortmund - Dortmunds Torhüter wird im Elfmeterschießen zum Helden. Torwarttrainer Wolfgang "Teddy" de Beer verrät nach der Partie Weidenfellers Erfolgsgeheimnis.

Roman Weidenfeller hatte feuchte Augen. Der Torhüter war bei Borussia Dortmunds 4:1 (1:1, 1:1)-Sieg nach Elfmeterschießen über den 1. FC Union Berlin in der zweiten Runde des DFB-Pokals der gefeierte Held.

Während die jungen Spieler vom Team von Trainer Thomas Tuchel wieder Schwächen zeigten, demonstrierte der 36-jährige Weidenfeller bei dem Achtelfinaleinzug seine wertvolle Erfahrung aus mehr als 400 Einsätzen im Borussen-Dress.

Daher feierten die Fans den Weltmeister, der seine Rolle als zweiter Mann klaglos akzeptiert hat, nach dem Spiel dermaßen, dass er erst als mit Abstand Letzter in die Kabine kam.

"Ich bin nicht unbedingt ein Elfmeterkiller, aber jeder weiß auch, dass ich zwischendurch in meiner Karriere auch mal einen wichtigen gehalten habe", sagte Weidenfeller hinterher glücklich.

Gleich bei den ersten beiden Elfmetern von Union-Kapitän Felix Kroos und Stephan Fürstner war der Weltmeister in die richtige Ecke abgetaucht und hatte die Schüsse pariert.

Weidenfeller mit "Näschen und Gefühl"

"Es ist letzten Endes auch das Näschen und ein bisschen das Gefühl", meinte der Matchwinner – und Routine: "Im Elfmeterschießen war es mir sehr wichtig, eine gewisse Ruhe auszustrahlen und eine Stütze zu sein", erklärte Weidenfeller.

An dessen Nummer-zwei-Status wird sich durch den Auftritt jedoch nichts ändern. Er bleibt nur im Pokal Tuchels erste Wahl.

In der 100. Minute hatte er den Fans noch den Atem stocken lassen, als er an der Strafraumgrenze über den Ball drosch, Unions Steven Skrzybski den Ball aber anschließend vertändelte.

Einen weiteren Grund für den BVB-Erfolg hielt Torwarttrainer Wolfgang "Teddy" de Beer triumphierend in der Hand, als er um 23.42 Uhr in die Kabine ging und die Mannschaft noch draußen mit den Fans feierte.

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BVB übt Elfmeterschießen

"Fürstner und Kroos! Heute Nachmittag noch geguckt", rief der 52-Jährige und streckte lachend einen zusammengefalteten DIN-A4-Zettel mit den Berliner Schützen in die Luft.

Vor der Entscheidung vom Punkt hatte er Weidenfeller mit den nötigen Informationen versorgt. Der gefeierte Held mit der Nummer 1 auf dem Rücken lobte indes das "sehr gute Scouting-System".

Auch sonst überließ der BVB nichts dem Zufall. Im Gegensatz zur 3:4-Niederlage im diesjährigen Pokalfinale gegen Bayern München, hatte Tuchel diesmal keine Probleme, fünf willige Schützen zu finden.

Die standen nämlich schon vorher fest. "Es war klar. Wir haben morgens auch nochmal Elfmeterschießen geübt", sagte Matthias Ginter, der den Ball gegen Berlin zum 3:1 souverän oben rechts versenkte.

"Ich habe es bereut, dass ich in Berlin nicht geschossen habe. Im Finale bei Olympia habe ich dann geschossen. Deswegen war es für mich dann auch klar, dass ich heute schieße", sagte der Silber-Medaillengewinner von Rio.

Matchwinner Südtribüne

Als letzten Grund nannten die Elfmeter-Helden die Unterstützung der Fans. "Ich habe den Jungs gesagt: Wenn wir auf die Süd schießen, gewinnen wir definitiv", sagte Nuri Sahin.

Kapitän Sokratis hatte nach 120 Minuten die letzte Seitenwahl des Tages gewonnen – und natürlich die Südtribüne als Ort des Showdowns gewählt.

Mit der tobenden "Gelben Wand" im Rücken, wurde Weidenfeller zum Helden. "Ich glaube schon, dass es einiges ausmacht", sagte der Gefeierte auf SPORT1-Nachfrage. "Jeder weiß, dass das Stadion da vibriert und bebt. Das konnten wir gut ausnutzen."

Die Berliner verschossen im Gegensatz zu Ousmane Dembele, Ginter und Götze dagegen allesamt – dank der "Süd", Weidenfeller und einem kleinen Zettel von Teddy de Beer. 

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