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Der Hamburger SV liefert in Osnabrück eine indiskutable Leistung ab und muss die Segel streichen. Der Coach hat keine Erklärung für den Auftritt seines Teams.

Geht das denn schon wieder los, denkt sich wohl jeder Fan des Hamburger SV.

Mit einer peinlichen 1:3 (0:1)-Niederlage beim Drittligisten VfL Osnabrück haben die Hanseaten einen desaströsen Pflichtspielstart in die neue Saison hingelegt. (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen) Und das trotz 72-minütiger Überzahl.

Und schon ist für die Rothosen der diesjährige Pokalwettbewerb vorbei.

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Die aufopferungsvoll kämpfenden Niedersachsen, im Punktspielalltag nach vier Begegnungen noch sieglos, konnten ihr Glück kaum fassen, unter diesen aussichtslos scheinenden Umständen sensationell die zweite Runde zu erreichen. 

Zum Ligastart kommt der FC Augsburg am nächsten Samstag ins Volksparkstadion. Droht da ein Fehlstart? "Ich habe da keine Sorge, habe die Mannschaft kennengelernt und weiß, dass wir eine Menge Qualität haben", sagte HSV-Neuzugang Andre Hahn SPORT1.

Und der Stürmer versuchte sich in Durchhalteparolen. "Wir müssen eng zusammen stehen, dann können wir eine Menge erreichen. Es geht jetzt erst los. Wir müssen Hamburg mit Stolz vertreten."

Gisdol: Unsauber und schlecht

HSV-Coach Markus Gisdol sagte nach dem Spiel konsterniert: "Gefühlt haben wir 80 Prozent Ballbesitz, unsauberes Passspiel und die wenigen Chancen des Gegners schlecht verteidigt."

Fast schon verzweifelt fügte der Coach noch an: "Ich will gar keine Ausreden finden. Sie haben das Spiel ja gesehen. Warum es aber immer dem HSV passiert, kann ich nicht sagen."

Sportchef Jens Todt war fassungslos: "Bei uns ist alles schief gelaufen, was schief laufen konnte, es war eine enttäuschende Leistung. Wir sind auf dem Boden der Tatsachen eine Woche vorm Saisonstart."

"Mannschaft in keinem schlechten Zustand"

Er wollte aber nicht den Stab über den Spielern brechen: "Die Mannschaft ist in keinem schlechten Zustand. Der Gegner hat heute alles rausgeholt, wir wahrscheinlich nicht. Die Mannschaft ist intakt und sauber - da habe ich überhaupt keine Zweifel."

Das von den 16.000 Zuschauern an der ausverkauften Bremer Brücke bejubelte Führungstor gelang Mannschaftskapitän Halil Savran in der 39. Minute. In der 61. Minute schob Marc Heider nach einem sehenswerten Konter den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.    

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Platzherren schon seit 43 Minuten nur noch neun Feldspieler auf dem Platz. Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigte VfL-Verteidiger Marcel Appiah nach Notbremse (18.) gegen Bobby Wood zurecht die Rote Karte (Spielplan und Ergebnisse der 1. DFB-Pokal-Runde im Überblick).

Dem Ex-Hamburger Ahmet Arslan (71.) gelang sogar das 3:0, ehe Wood per Foulelfmeter (74.) nur noch verkürzen konnte.

Hohe Flanken statt Kombinationsfußball

Die bis zum Platzverweis ausgeglichene Partie verlagerte sich in der Folgezeit ganz in die Hälfte der Norddeutschen. Doch statt auf Kombinationsfußball zu setzen, griffen die Hanseaten viel zu oft auf hohe Flanken und kamen damit bis zum Halbzeitpfiff nicht zum Erfolg. 

Osnabrücks Torhüter Marius Gersbeck zeichnete sich mehrfach aus, zudem vergaben Aaron Hunt (20.) und Nicolai Müller (45.) in aussichtsreichen Positionen. Kein gutes Zeichen eine Woche vor dem Ligastart gegen den FC Augsburg

Holtby für Jung

Nach dem Seitenwechsel setzte HSV-Trainer Markus Gisdol auf eine Stärkung der Offensive und ersetzte den gelb-rot gefährdeten Gideon Jung durch Lewis Holtby. Doch Kapital schlagen konnte der Erstligist zunächst daraus nicht, das Osnabrücker Abwehrbollwerk mit zwei Viererketten hielt.

Nach dem zweiten Gegentor setzte der HSV voll auf Angriff, Stürmer Luca Waldschmidt kam ins Spiel (63.). Aber die Aktionen des Favoriten wurden nicht druckvoller, es fehlte auch an Überraschungsmomenten.

Stattdessen musste HSV-Keeper Christian Mathenia gegen Savran (66.) einen dritten Gegentreffer verhindern. Den erzielte dafür ausgerechnet Arslan, der ehemalige U21-Kapitän des HSV. Das 1:3 durch Wood kam zu spät für die insgesamt enttäuschenden Hamburger.

 

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