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Thomas Müller (r.) trifft gegen Schottland doppelt

Dortmund - Die Spieler des FC Bayern trifft gegen tapfere Gäste doppelt. In der Abwehr wackelt das DFB-Team. Marco Reus muss verletzt runter.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Andreas Reiners und Jochen Stutzky

Weltmeister Deutschland hat einen Fehlstart in die EM-Qualifikation knapp vermieden.

Gegen Schottland gewann die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw zu einem glanzlosen und glücklichen 2:1 (1:0)-Sieg.

Die Tore für das DFB-Team erzielte der herausragende Thomas Müller (18. und 70.), Ikechi Anya erzielte in der 66. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich für die großartig kämpfenden und auch spielerisch gefallenden Gäste.

Marco Reus erlebte den Abpfiff nicht mehr auf dem Platz. Der Dortmunder verletzte sich nach einem Foulspiel und humpelte in die Kabine.

Die deutsche Mannschaft zeigte sich vier Tage nach der 2:4-Niederlage gegen Argentinien nur zu Beginn verbessert, im Lauf der Partie verlor sie aber in der Offensive den Faden und leistete sich in der Defensive viele Fehler.

Mario Götze wurde an seiner ehemaligen Wirkungsstätte zunächst wohlwollend empfangen, im Lauf der Partie gab es aber vereinzelte Pfiffe für den Bayern-Profi.

Rudy in der Startelf

Löw hatte das DFB-Team gegenüber dem 2:4 gegen Argentinien auf fünf Positionen umgebaut.

Mario Götze ersetzte den in Düsseldorf glücklosen Mario Götze im Sturm, Sebastian Rudy besetzte überraschend für den Dortmunder Kevin Großkreutz die Position des Rechtsverteidigers.

Jerome Boateng kehrte in die Mannschaft zurück und bildete zusammen mit Benedikt Höwedes die Innenverteidigung vor Manuel Neuer, der wie am Mittwoch die Kapitänsbinde trug.

Auf links verteidigte erneut Erik Durm, der am Mittwoch von Argentiniens Angel di Maria eine Lehrstunde erhalten hatte. Gegen die Schotten konnte er sich zwar steigern, aber nicht vollends überzeugen.

Die Doppelsechs bildeten wieder Toni Kroos und Christoph Kramer, in der offensiven Dreierreihe begann Thomas Müller rechts, Marco Reus zentral und Andre Schürrle links hinter Götze.

Gnädig mit Götze

Der Ex-Dortmunder wurde an seiner alten Wirkungsstätte, ganz anders als bei seinen bisherigen Gastspielen mit dem FC Bayern, nicht ausgepfiffen. Zumindest nicht zu Beginn des Spiels. Erst nachdem sich der 22-Jährige in der ersten Halbzeit zwei misslungene Aktionen hatte, waren vereinzelte Pfiffe zu hören.

Im Angriff konnte Götze keine großen Akzente setzen, besser lief es bei Lokalmatador Reus, Schürrle und Müller.

Der Münchner hatte auch in der achten Minute die erste große Chance, als er völlig frei zum Kopfball kam. Doch der Bayern-Profi setzte die Kugel einen Meter am langen Pfosten vorbei.

Kurz darauf setzte Durm zu einem energischen Flankenlauf an, doch dieses Mal wurde Müllers Kopfball abgeblockt.

Im dritten Versuch

Der dritte Versuch des Bayern-Stars war dann endlich von Erfolg gekrönt. Rudys hohe Flanke aus dem rechten Halbfeld köpfte Müller mit dem Hinterkopf über Schottlands Torwart David Marshall hinweg ins lange Eck.

Das Tor ließ die bis dahin ohnehin schon sehr gute Stimmung noch etwas höher kochen.

Das DFB-Team machte weiter Druck, erspielte sich allerdings zu wenige klare Möglichkeiten.

Und wenn, dann waren die deutschen Spieler im Abschluss unglücklich und zuweilen nicht entschlossen genug. Reus und Schürrle vergaben die besten Möglichkeiten, auf 2:0 zu erhöhen.

Auch in der Abwehr ließen die deutschen Spieler in einigen Aktionen die letzte Konsequenz vermissen. Rudy brachte sich offensiv gut ein, leistete sich aber defensiv einige kleine Patzer.

Neuer mit Ausflügen

Neuer musste zweimal weit aus seinem Strafraum laufen und für seine Vorderleute klären.

Der Münchner und ehemalige Schalker bekam dafür kurz vor der Pause vom Dortmunder Publikum sogar Szenenapplaus.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte die deutsche Hintermannschaft große Mühe gegen die schnellen Vorstöße der Gäste.

Naismith an den Außenpfosten

Zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff kamen die Schotten zu ihrer ersten Riesenchance. Hutton spielte auf Naismith, Höwedes und Boateng sahen zu, wie der Everton-Profi zum Abschluss kam. Glück für den Weltmeister, dass der Ball nur den Außenpfosten streifte.

Schottlands Trainer Gordon Strachan brachte nach einer knappen Stunde James McArthur für Kapitän Darren Fletcher und Steven Fletcher für Barry Bannan. Die "Bravehearts" kämpften weiter um den Ausgleich.

Deutsche Chancen gab es kaum noch. Reus' Schuss wurde von einem Abwehrspieler geblockt (61.).

Die Gäste machten weiter Tempo, Steven Naismith scheiterte knapp, doch in der 66. Minuten wurden die Schotten für ihre gute Leistung belohnt.

Nach einem Ballverlust von Götze schalteten die Gäste blitzschnell um. Rudy verlor Anya aus den Augen, der Mittelfeldspieler steuerte aufs Tor zu und ließ Neuer keine Chance.

Der Ausgleich war völlig verdient, doch die Freude der "Tartan Army" auf den Rängen währte nur kurz.

Und wieder war es Müller, der den Treffer erzielte. Nach einer zu kurzen Kopfballabwehr schoss er den Ball aus vier Metern unter die Latte.

Treffer Nummer 24

Für den WM-Torschützenkönig von 2010 war es der 24. Treffer im 58. Länderspiel.

Das Tor sorgte für Erleichterung, aber nicht für mehr Sicherheit in der Defensive. Die Defensive musste noch einige brenzlige Situationen überstehen.

Erst in der 84. Minute wechselte Löw zum ersten Mal: Für Schürrle kam Lukas Podolski. Der sah noch eine gute Chance von Götze, der den Ball neben das Tor lupfte

In der Nachspielzeit kam Matthias Ginter für den verletzten Reus. Müller traf noch den Pfosten. Es blieb beim knappen und glücklichen 2:1.

Charlie Malgrew erlebte den Abpfiff nicht mehr auf dem Platz. Der Profi von Celtic Glasgow sah in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte.

Er wird damit beim nächsten Spiel der Schotten gegen Georgien fehlen. Die Partie findet am 11. Oktober statt, an diesem Datum treten die Deutschen in Polen an.

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