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Toni Kroos wechselte im Sommer vom FC Bayern zu Real Madrid

Vom DFB-Team berichten Martin van de Flierdt und Jochen Stutzky

Berlin - Bei Toni Kroos läuft es derzeit einfach.

Am Montag wurde der Mittelfeldstratege von Real Madrid im Schloss Bellevue von Bundespräsident Gauck zum zweiten Mal nach 2010 mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet (

) .

Abends beamte er sich mittels der Premiere des WM-Films "Die Mannschaft" im Berliner Sony-Center vorübergehend zurück in den perfekten brasilianischen Sommer.

Ancelotti schwärmt

Und parallel dazu äußerte sich sein Vereinstrainer dermaßen lobend über sein Spiel, dass eine weitere Steigerung kaum möglich scheint.

"Was mich an Toni Kroos am meisten beeindruckt, ist, dass er sich nie einen Kopf macht", erklärte Real Madrids Trainer Carlo Ancelotti in einem Interview des spanischen Radiosenders "Onda Cero".

"Ob er unter Druck steht oder nicht, ob es gegen einen starken oder weniger starken Gegner geht, sein Spiel ist immer verlässlich auf dem gleichen hohen Niveau."

Kroos sei schon jetzt aus der Mannschaft der "Königlichen" nicht mehr wegzudenken: "Toni ist sehr wichtig, weil viel von unserem Spiel über ihn läuft."

In der Liga immer in der Startelf

Der für 30 Millionen Euro Ablöse von Bayern München verpflichtete 24-Jährige hat alle elf bisherigen Partien der Primera Division von Anfang an bestritten.

Sechs Torvorlagen folgte am vergangenen Wochenende beim 5:1-Erfolg gegen den madrilenischen Nachbarn Rayo Vallecano endlich auch sein erster, sehenswerter Treffer in Spaniens höchster Liga. Auch in der Champions League war der Mecklenburger in allen bisherigen vier Partien am Ball.

"Toni spielt schnell und immer den richtigen Pass, verliert keine Bälle, sondern gewinnt sogar welche", lobt Ancelotti.

In Zahlen liest sich das so: Insgesamt 47 Ballverlusten von Kroos stehen in der Primera Division 69 Balleroberungen gegenüber, in der Champions League ist das Verhältnis 16 zu 25.

Ancelotti: "Kroos zusätzlicher Fußballehrer"

"Er ist bei uns schon ein zusätzlicher Fußballlehrer. Toni hat die hohe Schule von Xabi Alonso sehr schnell gelernt", fasst Ancelotti zusammen.

Kroos mit seinem Vorgänger bei Real und Erben beim FC Bayern zu vergleichen, sei aber "sehr schwer", sagt Jerome Boateng.

Der Münchner Innenverteidiger arbeitete bis zum Sommer und weiterhin in der Nationalmannschaft gemeinsam mit Kroos am Spielaufbau und tut dies im Klub nun mit Alonso.

Kroos im Spiel schneller als Alonso

"Toni ist ein technisch fast perfekter Spieler, links wie rechts", sagte er auf SPORT1-Nachfrage bei einem Pressetermin der DFB-Auswahl im Vorfeld des EM-Qualifikationsspiels gegen Gibraltar (Fr., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm).

Kroos habe sich über die Jahre immer weiterentwickelt und spiele jetzt "zu Recht in Madrid bei einem der größten Vereine der Welt".

"Toni bestimmt das Tempo des Spiels", erklärte Boateng weiter. "Er kann punktgenau schnelle Diagonalpässe spielen." Der 33-jährige Alonso könne das zwar auch, aber eben "in seinem Tempo".

"Das ist enorm wichtig für uns", sieht Boateng in der geringeren Geschwindigkeit keinen Makel.

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Sprachprobleme spielen keine Rolle

"Es ist unglaublich, wie schnell Xabi sich bei uns in München eingefügt hat, obwohl er noch nicht so gut deutsch spricht.

Er hat durch seine Leistung überzeugt und ist ein Leader geworden."

Letzteres trifft trotz vergleichbarer Probleme mit der spanischen Sprache auch auf Kroos in Madrid zu. Es scheint, als hätten beide Vereine für ihre Gegenwart im Mittelfeld die richtige Entscheidung getroffen.

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