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Joachim Löw ist seit 2006 deutscher Bundestrainer
Joachim Löw führte das DFB-Team in Brasilien zur Weltmeisterschaft

Vigo und München - Nach schwachen Spielen in der EM-Qualifkation geht es für das DFB-Team nach Spanien. Joachim Löw steht Rede und Antwort. LIVE.

Beim Stichwort Spanien dürfte Joachim Löw bis zum Sommer regelmäßig Schweißausbrüche und Magenkrämpfe bekommen haben.

Die schmerzhaften Niederlagen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft 2008 und 2010 unter seiner Regie verfolgten den Bundestrainer.

Schließlich hatte die Furia Roja sowohl bei der EM 2008 als zwei Jahre später bei der WM-Endrunde in Südafrika jeweils die vorzeitige Krönung von Löws Trainerkarriere verhindert.

Nachdem der 54-Jährige aber am 13. Juli in Rio mit Deutschland als Weltmeister die Nachfolge von Spanien angetreten hat, will Löw am Dienstag in Vigo (Di., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm) gegen den Europameister auch sein persönliches Trauma beenden.

Auch Mittelfeldspieler Toni Kroos von Real Madrid spricht über die Partie in Vigo.

Die Pressekonferenz mit dem Bundestrainer gibt es auf SPORT1 im LIVE-TICKER.

+++ Bundestrainer verabschiedet sich +++

Löw hat gesprochen. Nun sind morgen seine Spieler gefordert.

+++ Spanier beeinflussen Löws Spiel +++

Der Bundestrainer hat sich spanische Teams oft angeguckt. Ihn fasziniert das einheitliche System, das von der Jugend bis zu den Senioren durchgeführt wird. "Man kann eine Schablone drüberlegen. Die Spanier waren im Passspiel lange Zeit führend. Wir haben eine Einfluss von Spanien gehabt, aber auch versucht unsere eigenen Stil zu kreieren", sagt Löw.

+++ "Ergebnis spielt für Zukunft keine Rolle" +++

Löw glaubt nicht, dass eine Pleite eine Hypothek für die Zukunft ist. "Es ist nicht schön, wenn man Ende des Jahres verliert. Es spielt für nächstes Jahr aber keine entscheidende Rolle. Es spielt aber nicht im Hinblick auf ein Turnier keine Rolle. Sowas nimmt eine Mannschaft nicht mit. Im kommenden Jahr kommen Spieler zurück und wir werden unseren taktischen Horizont erweitern. Dann hoffe ich, dass wir uns qualifizieren. Dann können wir uns vor dem Turnier drei Wochen vorbereiten. Und dann ist alles gut", betont der Bundestrainer.

+++ Fokus auf Konter +++

Der Weltmeister-Coach wird die taktische Ausrichtung anpassen. "Wir hatten in den vergangenen Jahren immer mehr Ballbesitz. Das wird morgen nicht so sein. Wichtig ist, eine Kompaktheit hinzubekommen. Wir wollen auch Kontersituationen bekommen. Da sind Benedikt Höwedes, Toni Kroos und Thomas Müller auch gefragt. Sie müssen die Mannschaft führen", erklärt Löw.

+++ Einstellung ist das Wichtigste +++

Der Bundestrainer gibt seine Vorgaben preis. "Ich erwarte erstmal eine engagierte Leistung. Wenn die Abwehr wieder neu formiert ist, kann es bei den Abläufe auch mal nicht passen. Das nehme ich aber in Kauf. Wichtig ist, dass die Einstellung bei den Einzelnen stimmt. Danach bewerte ich die Spieler", sagt Löw.

+++ Löw verspürt Lust auf Spanien +++

Der Bundestrainer, hat seiner Mannschaft etwas Freizeit gewährt. "Es war wichtig, den Spieler mal einen Tag freizugeben. Im Training hätte man keine Akzente setzen können. Ich merke in den Einzelgesprächen, dass die Spieler Lust auf das Spiel gegen Spanien haben. Die Motivation ist da", sagt Löw.

+++ "Jahr war sensationell gut" +++

SPORT1 fragt, wie schwer die Rücktritte von Philipp Lahm, Per Mertesacker und Miroslav Klose wiegen. "Die haben natürlich schon eine Lücke hinterlassen. Ich hätte aber auch nicht erwartet, dass wir so viele verletzte Spieler haben. Wenn man sieht, wer alles im WM-Finale gespielt hat. Davon ist kaum jemand da", erklärt der Bundestrainer.

Löw zieht vor dem abschließenden Spiel schon ein Fazit vor 2014. "Dieses Jahr war sensationell gut und wird für uns immer einen besonderen Stellenwert haben. Als erste Mannschaft haben wir auf dem südamerikanischen Kontinent den Titel geholt. Jetzt geht es um die Entwicklung, weil wir den EM-Titel holen wollen", sagt der Bundestrainer.

+++ Sehnsucht nach Madrid oder Barcelona +++

Lukas Podolski hätte gerne in Madrid oder Barcelona gespielt. Diese Meinung teilt der Bundestrainer. "Wir nehmen es aber so, wie es kommt", sagt Löw.

+++ Khedira soll die Binde tragen +++

Meldet sich der Real-Star fit, dann wird er auch Kapitän sein. "Wer im Tor steht, haben wir noch nicht entschieden. Da werden wir noch mit Andreas Köpke sprechen", sagt Löw. Da Manuel Neuer fit ist, sind Roman Weidenfeller und Ron-Robert Zieler die Kandidaten.

+++ Chance für Volland und Rüdiger +++

Seine Aufstellung will der Bundestrainer noch nicht verraten. Aber Angreifer Kevin Volland und Antonio Rüdiger dürften ihre Chance von Beginn an bekommen. Sami Khedira und Shkodran Mustafi sind angeschlagen.

+++ Löw: "Spiel ist eine Chance" +++

Nun spricht der Bundestrainer. "Wir freuen uns auf dieses Spiel. Gegen Spanien ist es gewährleistet, dass wir einen guten Gegner treffen. Ein Gegner, der auf einem sehr gutem technischen Niveau ist. Für einige Spieler ist dieses Spiel eine Chance. Schade, dass bei beiden Mannschaften Spieler nicht dabei sind", erklärt Löw.

+++ "Stillstand ist Rückschritt" +++

Abschließend soll Kroos noch über Reformen sprechen. "In den vergangenen Jahre hat sich die Fußball immer entwickelt. Was vor vier Jahren war, ist heute nicht mehr gefragt. Gerade als Weltmeister muss man sich auch verändern. Das ist wichtig: Ein Stillstand ist immer ein Rückschritt. Wir werden aber nicht alles auf den Kopf stellen", sagt Kroos

+++ Keine Rachegelüste +++

Die Statistik gegen Spanien ist schlecht. Revanchegelüste hegt Kroos aber nicht. "Wir hätten bei der WM gerne gegen Spanien gespielt. Aber das lag nicht an uns. Spanien ist immer der attraktivste Gegner, den man haben kann. Ich mag die Art und Weise ihres Fußballs und freue mich auf das Duell. Rachegelüste habe ich nicht", sagt der Mittelfeldmann.

+++ Lob für Teamkollegen Isco +++

Kroos soll den Gegner einschätzen. "Für mich ist es schwer, die Mannschaft zu beurteilen. Ich habe die vergangenen Spiele nicht gesehen. Die hatten mit Xabi Alonso und Xavi Rücktritte. Die beiden haben Spanien über Jahre geprägt. Wenn man die Ergebnisse sieht, dann hatten sie auch Probleme. Aber das ist nach Rücktritten und solchen Turnieren so. Isco ist im Eins-gegen-Eins ein super Spieler. Er hat uns bei Real sehr geholfen und wird das auch noch tun", sagt der Weltmeister.

+++ Modric-Verletzung: "Schwerer Schlag" +++

Kroos trifft auch auf Teamkollegen von Real. "Klar haben wir uns vorher kurz aber das Spiel unterhalten. Es ist immer schön, gegen Teamkollegen zu gewinnen", sagt der Weltmeister.

Sein kroatischer Teamkollege Luka Modric hat sich am Sonntag verletzt. "Das ist für unsere Mannschaft ein schwere Schlag, er wird uns sehr fehlen. Er hat bei uns alle Spiele gemacht. Ich hoffe, dass er schnell wieder zurückkehrt", sagt Kroos

+++ Keine Sorgen um die Qualifikation +++

Kroos erklärt, warum sein Team zuletzt wenig weltmeisterlich gespielt hat. "Auf der einen Seite fehlten einige Spieler. Ich habe die Spiele in Polen und gegen Irland nicht so neagtiv gesehen, wie es von außen gemacht wurde. Mit dem Stand in der Tabelle sind wir nicht hundertprozentig zufrieden. Ich mache mir um die Quali aber keine Sorgen. Wenn der ein oder andere andere zurück kehrt, werden wir unsere Punkte holen", sagt der Mittelfeldspieler.

+++ Kurze Heimreise für Kroos +++

Der 24-Jährige freut sich auf die Partie. "Ich fühle mich in Spanien, speziell in Madrid, sehr wohl. Ein Vorteil ist, dass ich eine kurze Heimreise habe. Wir kommen als Weltmeister hierhin und wollen natürlich jedes Spiel gewinnen. Ich hoffe, dass uns das morgen gelingt. Es geht in diesem Spiel natürlich auch ums Prestige", sagt Kroos.

+++ Kroos ist da +++

Der Real-Star ist im Pressesaal eingetroffen. Pressesprecher Jens Grittner begrüßt die Journalisten und den Dolmetscher.

+++ Warten auf die Protagonisten +++

SPORT1-Redakteur Matthias Becker hat im Presseraum schon Platz genommen. Er wartet nun auf Toni Kroos und Joachim Löw.

+++ Verspätung beim Abflug +++

Das DFB-Team musste am Montag Geduld aufbringen. Der Abflug vom Flughafen Franz-Josef-Strauß verzögerte sich. Grund: In München trübte der Nebel die Sichtverhältnisse.

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