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Der DFB kann für den Umzug planen © Getty Images

Bahn frei für das "Leuchtturmprojekt des Fußballs": Nach einem gescheiterten Bürgerentscheid von Frankfurt steht dem Bau der 89 Millionen Euro teuren DFB-Akademie nichts mehr im Wege.

In der ersten Abstimmung dieser Art in der Main-Metropole kassierten am Sonntag die Gegner des Projekts, die die Errichtung auf dem Gelände der Galopprennbahn im Stadtteil Niederrad verhindern wollten, eine Niederlage.

Maue Wahlbeteiligung

Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren und den vorläufigen Erhalt der Rennbahn sowie der angeschlossenen Neun-Loch-Golfanlage hätte es 124.389 Stimmen (mindestens 25 Prozent) gebraucht - erreicht wurde mit 62.900 Stimmen rund die Hälfte. Dagegen votierten 40.196 Personen. Die Wahlbeteiligung lag bei 20,9 Prozent. 497.600 Menschen waren wahlberechtigt. 

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hatte für den Fall eines Erfolges der Initiative "Pro Rennbahn" indirekt mit dem Abschied des DFB aus Frankfurt gedroht. Man habe keinen "Plan B". 

"Eindeutig"

Frankfurts Sportdezernent Markus Frank war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. "Dass es so eindeutig wird, hätte ich nicht gedacht. Das Rennen ist zu Ende. Nun geht es darum, Ruhe in die Sache zu bekommen und die nächsten Schritte einzuleiten", sagte Frank am Sonntagabend im Römer.

Der ebenfalls anwesende Manfred Louven, Präsident des Renn-Klubs Frankfurt, wollte sich indes noch nicht geschlagen geben. "Wir haben eine stolze Abstimmungs-Zahl erreicht. Am Montag wollen wir analysieren und zu weiteren Maßnahmen kommen", meinte Louven, der am Abend noch "feiern" wollte.  

Enger Zeitplan

Der von der Stadt akzeptierte Zeitplan ist eng. Am 1. Januar 2016 muss das Rennbahn-Gelände geräumt sein und wird dann an den DFB übergeben. Im September 2015 will die Stadt über den Bebauungsplan informieren, der die DFB-Akademie und den angrenzenden öffentlichen Bürgerpark umfasst.

Der Wahlkampf war mit harten Bandagen geführt worden. Auf unzähligen Plakaten, im Internet, auf Versammlungen und Flugblättern hatten die Akademie-Gegner Stimmung gegen das Projekt auf dem 15 Hektar großen Areal (plus Erweiterungsoption um fünf Hektar) gemacht. Als einer der Hauptkritikpunkte wurde angeführt, dass die Stadt dem Verband das Gelände per Erbbauvertrag (99 Jahre Laufzeit - 6,835 Millionen Euro kapitalisierter Erbbauzins) quasi auf dem Silbertablett serviert hat.

"Geschmackloses" Plakat

Die Rennbahn-Befürworter, die auf die 150-jährige Tradition des Galoppsports in Niederrad verweisen, hatten von einer "lächerlichen Pacht" und einem "84 Millionen Euro teuren Geschenk" gesprochen. Sie bezichtigen den schwarz-grünen Magistrat und den DFB der "Klüngelei". Ein Plakatmotiv zeigte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach an der Seite des höchst umstrittenen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter - beide lachten.

"Dieses Plakat ging zu weit. Die Dinge so miteinander zu vermischen, finde ich geschmacklos", sagte Bierhoff, der 2018 mit dem Verband in die neue Zentrale unweit des bisherigen Sitzes (2,5 Kilometer) umziehen möchte: "Wir wollen mit der Akademie weltweit führend sein. Es handelt sich um ein Leuchtturmprojekt des Fußballs."

Offener Brief von Löw

Bundestrainer Joachim Löw hatte sich in einem offenen Brief an die Bürger gewandt und sich gewünscht, dass "Sie uns nicht nur im Stadion mit Ihrer Stimme unterstützen. Wir alle sind Weltmeister." Die Trainer benötigten "einen Ort, an dem wir unser Wissen bündeln und den Fußball entwickeln können", schrieb Löw.

Der DFB bekommt vom Weltverband FIFA und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) einen Bau-Zuschuss von insgesamt 7,6 Millionen Euro. Die Pläne sehen vor, dass in mehreren Gebäuden, die über ein riesiges Dach verbunden sind, die verschiedenen Abteilungen gebündelt werden. Dazu kommen Fußballplätze, eine Halle und eine öffentliche Grünanlage. Die Idee der Gründung hatte Bierhoff bereits 2007 gehabt. Das Areal biete dem DFB auch die Möglichkeit, "Verwaltung und Sport zusammenzuführen".

Der erste Bürgerentscheid in Frankfurt dieser Art hatte eine Million Euro gekostet. In insgesamt 377 Wahllokalen war am Sonntag zwischen 8.00 und 18.00 Uhr abgestimmt worden. Die Rennbahn-Freunde hatten den Bürgerentscheid durchgesetzt, indem sie in einem Bürgerbegehren Stimmen sammelten. 

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