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© Getty Images/SPORT1

Nach der enttäuschenden Partie in Köln sollte der DFB über den Sinn von Testspielen nachdenken - oder über neue Wege bei Vergabe und Preisgestaltung. SPORT1-Meinung.

Nach dem 1:2 gegen die USA war es wie so oft nach Testspielen der Nationalmannschaft. Der Bundestrainer und die Spieler waren bemüht, das Positive mitzunehmen. Eine gute erste Halbzeit bekamen die Zuschauer im nicht ausverkauften Kölner Stadion zu sehen, darauf könne man aufbauen, so der allgemeine Tenor.

Doch der Leistungsabfall nach der Pause sorgte vor allem bei den Zuschauern im Stadion für Frust. Wie zuletzt im März, als eine deutsche B-Auswahl gegen Australien nicht über ein 2:2 hinausgekommen war.

Von den vier Heim-Testspielen seit dem WM-Triumph gewann das DFB-Team kein einziges, neben dem Remis gegen Australien stehen drei Niederlagen zu Buche. Für weltmeisterliche Eintrittspreise von bis zu 100 Euro erwarten die Fans aber mehr als nur gute 45 Minuten.

In Köln ist das Stadion bei Bundesligaspielen des FC und auch bei Auftritten der Nationalelf fast immer voll, doch diesmal blieben fast 6000 Plätze leer. Das sollte dem DFB zu denken geben.

Vielleicht wäre man besser beraten, die Preise für Testspiele zu senken, dafür aber wieder ein volles Haus zu haben - oder auch mal ein Länderspiel dorthin zu vergeben, wo die Fans sonst nicht in den Genuss kommen, ihre Stars live zu bewundern.

Auch wenn das Stadion in Saarbrücken nicht den hohen Ansprüchen internationaler Partien entspricht, die Menschen hätten sich bestimmt gefreut, Lokalmatadore wie die gebürtigen Saarländer Patrick Herrmann oder Jonas Hector sehen zu können.

Was den sportlichen Wert der Testspiele angeht, tendiert dieser ohnehin gegen Null. "Wenn wir wollen und auf einem normalen Fitnessniveau sind, werden wir auch das Spiel gegen Gibraltar gewinnen", sagte Schweinsteiger. Heißt das: Gegen die USA wollte man nicht?

Dann sollte man solche Partien vielleicht besser aus dem Kalender streichen und sich im Trainingslager auf die Pflichtspiele vorbereiten. So wäre anschließend auch niemand enttäuscht.

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