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Oliver Bierhoff ist verantwortlich für den Aufbau der Akademie
Oliver Bierhoff ist verantwortlich für den Aufbau der Akademie © Getty Images

Drei Wochen vor dem Bürgerentscheid über den Bau der neuen Zentrale des DFB in Frankfurt/Main hat der Weltmeister-Verband den Architekten-Entwurf für das 89-Millionen-Euro-Projekt vorgestellt.

"Frankfurt ist die Hauptstadt des deutschen Fußballs", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: "Jetzt wollen wir in Frankfurt auch die Zukunft des deutschen Fußballs bauen - mit diesem Jahrhundertprojekt des DFB."

Die neue Zentrale, die es in dieser Form "im Fußball noch nicht gegeben hat", sei kein Hochhaus, versicherte Niersbach: "Es gibt keine hohen Mauern, keine hohen Zäune."

Das bisherige DFB-Gebäude im Frankfurter Stadtwald sei "im internationalen Vergleich eine Schwachstelle", sagte der DFB-Boss: "Die Zentrale, die Administration und die Verwaltung mit dem Sport zusammenzubringen - das hat auf der Welt sonst keiner."

Um den Bau auf dem Gelände der derzeitigen Galopprennbahn doch noch zu verhindern, müsste am 21. Juni eine Mehrheit, die mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigten ausmacht (rund 114.000 Menschen), für den Erhalt des Geländes im Stadtteil Niederrad, auf dem derzeit auch Golfer zu Hause sind, stimmen.

"Wir dürfen uns auf keinen Fall irgendwie ausruhen", sagte Bundestrainer Joachim Löw: "Der Fußball entwickelt sich weiter, und das müssen wir auch tun."

Die Akademie sei "ein bisschen wie ein Forschungslabor, wo man alles bündelt."

Verantwortlich als Projektleiter für den Aufbau und die Inbetriebnahme ist Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff .

"Es ist der große Traum: Wer immer auch in der Welt etwas über Fußball wissen will, kommt nach Frankfurt und holt sich dort das Wissen."

Der DFB wolle mit der Akademie "weltweit führend" sein.

 

Die Galopprennbahn (der DFB bekäme ein 15 Hektar großes Areal plus Erweiterungsoption von fünf Hektar) war dem Verband 2014 von der Stadt mit Erbbauvertrag (99 Jahre Laufzeit, 6,835 Millionen Euro kapitalisierter Erbbauzins) auf dem Silbertablett serviert worden.

Die Gegner hatten in den vergangene Wochen mit Plakaten und Internetaktionen mobil gemacht.

"Keine 84-Millionen-Stadt-Geschenke an DFB-Bosse" steht auf einem der Wahlplakate, darunter sauber aufgeschlüsselt die Kosten für Abriss, Wertevernichtung, Pächterabfindung und Erbpachtsubvention.

Frankfurt verzichte mit "diesem devoten 'low-budget'-Geschäft auf Einnahmen in Höhe von 75 Millionen Euro für die Stadtkasse", steht auf Flugblättern: "Noch ehe die lächerliche DFB-Pacht eingenommen wird, ist sie bereits zu Lasten des Steuerzahlers mehrfach ausgegeben."

Den Trendbeschluss für die Akademie hatte der DFB am 15. Januar 2013 gefasst.

Im kommenden Jahr soll der Bau beginnen, Ende 2018 der Umzug erfolgen.

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