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Germany v Italy - International Friendly
Mario Götze erzielte gegen Italien sein 17. Tor im 50. Länderspiel © Getty Images

München - Mario Götze reagiert verwundert auf die Kritik des ehemaligen Bayern-Stars Mehmet Scholl, er würde zu wenig trainieren. Unterstützung bekommt er von einem Mitspieler.

Mario Götze kam gut gelaunt aus der Kabine. Dann änderte sich sein Gesichtsausdruck. Er wirkte zuerst ein bisschen baff, fragte kurz nach und schließlich lachte er.

"Das hat er gesagt? Ist er beim Training dabei?", war Götzes erste Reaktion, als er von SPORT1 erfuhr, was Mehmet Scholl über ihn gesagt hatte.

Scholl hatte Götze vor dem Spiel scharf kritisiert. Der WM-Held müsse "viel, viel mehr trainieren", so die Forderung des ehemaligen Bayern-Stars in der ARD.

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"Finde, dass ich genug trainiere"

"Na, dann nehme ich mir das mal zu Herzen", sagte Götze mit einem süffisanten Grinsen und ergänzte: "Ich finde, dass ich genug trainiere."

Götze wollte sich den Abend nicht verderben lassen. Schließlich war er beim 4:1 (2:0) gegen Italien mit seinem Kopfballtor einer der Helden des Abends.

"Es ist ein positives Gefühl, ein guter Moment nach meiner langen Verletzung", erzählte der 23-Jährige, der im Verein zuletzt fast nur auf der Bank saß. "Ein Tor, dann noch in München und gegen Italien. Es war ein sehr gelungener Abend."

Vertrauen des Bundestrainers

Im Gegensatz zum FC Bayern, wo er bei Trainer Pep Guardiola zumeist auf der Bank sitzt, wird im DFB-Team voll auf ihn gesetzt.

"Ich finde es einfach super, dass der Trainer mir das Vertrauen gegeben hat. Das hat mir sehr, sehr viel gegeben. Gerade im Kreis der Nationalmannschaft fühle ich mich sehr wohl", erzählte Götze.

Das Vertrauen zahlte er mit seinem 17. Tor im 50. Länderspiel zurück.

Löws Worte führen Kritik ad absurdum

"Mario hat sich das selbst erarbeitet", sagte Joachim Löw und führte mit seinen Worten Scholls Kritik ad absurdum.

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Götze habe "in den letzten Wochen und Monaten sehr viele Zusatzschichten absolviert. Und ich hoffe, dass ihm das Tor Selbstbewusstsein gibt", meinte der Bundestrainer.

Guardiola auf der Tribüne

Was seine Leistung vor den Augen des auf der Tribüne zuschauenden Guardiola für seine Zukunft bei den Bayern heißt, dazu wollte Götze nichts sagen.

"Ich spiele für mich, damit ich fit werde und meinen Rhythmus finde. Ich bin im Hier und Jetzt, bei der Nationalmannschaft", meinte er.

Befreiter Jubel mit Müller

Wie wichtig ihm sein Tor war, sah man an seinem befreiten Jubel, den Thomas Müller mit ein paar aufmunternden Watschn garnierte.

"Er lag da und dann habe ich ihn mir geschnappt", erzählte Müller. "Mario hat in den letzten Wochen genug zu lesen bekommen. Wenn du dann ein Tor machst, kann ich mir schon vorstellen, dass ein paar Emotionen freigesetzt werden."

Götze sei "positiv, lässt sich nicht unterkriegen, und wir wissen, was wir an ihm haben".

Kroos zu Scholls Kritik: "Das ist Quatsch"

Auch Toni Kroos war voll des Lobes. Als er von Scholls Kritik erfuhr, reagierte er mit Kopfschütteln.

"Das ist Quatsch. Dadurch, dass er nicht gespielt hat, trainiert er automatisch mehr", sagte Kroos zu SPORT1. "Ich kenne Mario, der macht sehr, sehr viel, auch nebenher." Vielleicht habe Scholl ja Insider-Informationen, witzelte Kroos.

Bevor Götze sich auf den Heimweg machte, machte er Scholl ein Angebot. "Ich weiß nicht, wie er das begründet. Er kann mich ja mal ansprechen."

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