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Berlin - Nationalkeeper Marc-Andre ter Stegen spricht im SPORT1-Interview über ein mögliches Duell mit dem FC Bayern. Seine Situation beim FC Barcelona stellt ihn nicht zufrieden.

Vor vier Jahren stand Marc-Andre ter Stegen im vorläufigen Kader für die EM in Polen und der Ukraine. Einige Patzer im DFB-Trikot später, strich ihn Joachim Löw kurz vor dem Turnier noch aus dem Aufgebot.

Mittlerweile hat er mit dem FC Barcelona die Champions League und den Pokal gewonnen, sitzt in der Liga aber auf der Bank. Im SPORT1-Interview spricht der 23-Jährige vor der Partie gegen England (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER und LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm) über seinen neuen Anlauf im DFB-Team und erklärt, dass sein Teilzeit-Job bei Barca kein Dauerzustand sein wird.

SPORT1: Herr ter Stegen, vor vier Jahren haben Sie die EM knapp verpasst. Denken Sie noch manchmal darüber nach?

Marc-Andre ter Stegen: Ich habe damals in der Schweiz kein gutes Spiel gemacht. Ich weiß nicht, ob die Entscheidung vielleicht anders ausgefallen wäre, wenn wir gewonnen hätten. Aber ich denke, der Trainer hat schon das Richtige entschieden. Mal schauen wie es dieses Jahr aussieht und für welche Torhüter sich der Bundestrainer entscheidet.

SPORT1: Rechnen Sie sich nach dem Triple-Gewinn mit Barcelona 2015 und ihren Champions-League-Auftritten bessere Chancen auf ein EM-Ticket aus?

ter Stegen: Ich denke nicht, dass der Bundestrainer seine Entscheidung von irgendwelchen Titeln abhängig macht. Es geht allein um die Leistung und die Form, die man zum jeweiligen Zeitpunkt erfüllen muss. Es ist mein Ziel, mit Barcelona in der Champions League so weit wie möglich zu kommen und es ist immer wichtig, wie man sich im Verein präsentiert.

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SPORT1: Sie sprechen mittlerweile sehr gut Spanisch. Wie wichtig ist es Ihnen, nicht nur als Fußballprofi zu arbeiten?

ter Stegen: Allein diese Erfahrung war es schon wert. Ich habe ein anderes Land kennengelernt, eine andere Kultur und eine andere Sprache. Das ist eine Sache, die einen persönlich auf eine ganz andere Ebene bringt. Es ist für mich privat sehr wichtig, dass ich die anderen verstehe. Man möchte ja auch mitreden und wissen, was die anderen reden, denn vielleicht reden sie ja auch über mich (lacht).

SPORT1: Sie haben bei Barca ein Problem: Sie dürfen nicht immer spielen, in der Meisterschaft steht Claudio Bravo im Tor, auch am kommenden Samstag im Clasico gegen Real Madrid. Wie schaffen Sie es, mit dieser Situation klarzukommen?

ter Stegen: Es ist schwierig, weil man nicht den Rhythmus hat, den man haben möchte. Klar ist mein Ziel, noch häufiger zu spielen. Wenn die Situation so bleibt wie sie ist, muss man natürlich irgendwann reden. So ist es auf Dauer sehr schwierig für einen Torwart in meinem Alter.

SPORT1: Interessenten für Sie dürfte es viele geben. Die englische Liga lockt momentan viele Spieler, Sie wurden mit Liverpool in Verbindung gebracht. Haben Sie sich schon Gedanken gemacht?

ter Stegen: Nein, eigentlich gar nicht. Ich beschäftige mich nicht mit anderen Mannschaften, weil die Situation einfach noch nicht da ist. Fußball ist mein Job, da zählt die Gegenwart, das nächste Spiel und ich werde nicht dafür engagiert, darüber nachzudenken, was ich als Nächstes mache. Barca ist ein toller Verein, bis zum Sommer können sich noch Sachen verändern. Wenn die Situation aber bleibt wie im Moment, müssen wir auf jeden Fall reden, da führt kein Weg dran vorbei. 

Arsenal FC v FC Barcelona - UEFA Champions League Round of 16: First Leg
Marc-Andre ter Stegen (l.) kommt für den FC Barcelona nur in der Champions League (hier gegen Arsenal) und im Pokal zum Einsatz © Getty Images

SPORT1: Zu Beginn der Saison waren Sie in den Schlagzeilen, weil sie ein Gegentor aus 50 Metern kassiert haben, zuletzt wurden Sie gefeiert und haben bessere Noten bekommen als Lionel Messi. Wie gehen Sie mit Kritik um?

ter Stegen: Ich lese generell nicht viele Artikel in der Presse, weil ich meine eigene Meinung über mein Spiel habe. Dass ich nicht darüber nachdenke, was andere über mich schreiben, ist mir damals zum Vorteil geworden. Es ist schön, wenn Leute positiv über dich sprechen, aber dennoch weiß ich selber, was für einen Job ich gemacht habe.

SPORT1: Thomas Müller hat neulich im SPORT1-Interview gesagt, er wisse nicht, wo Barca besser dastehe als der FC Bayern. Was sagen Sie dazu? Ist Barca für ein Duell mit Bayern gerüstet?

ter Stegen: Man kann nicht sagen, dass Barca die bessere Mannschaft ist oder wer auch immer - letztendlich ist es immer von der Tagesform abhängig. Letztes Jahr haben wir zwar 3:0 gewonnen, aber es waren Spiele auf des Messers Schneide. Wenn wir auf Bayern treffen sollten, wird es wieder genauso sein.

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