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Bastian Schweinsteiger liegt in der Rangliste der deutschen Rekordnationalspieler auf Rang vier © Getty Images

Berlin - Die Zweifel an Bastian Schweinsteiger werden lauter. Doch der DFB-Kapitän hat Erfahrungen mit Comebacks. SPORT1 erklärt, warum man Schweinsteiger nicht abschreiben darf.

Er ist der älteste aktive Nationalspieler, er hat als einziger graue Schläfen, sein Körper ist von vielen Verletzungen geschunden. Fast 15 Jahre Profifußball haben deutliche Spuren hinterlassen.

Bastian Schweinsteiger befindet sich auf der Zielgeraden seiner Karriere. Die Europameisterschaft in Frankreich könnte ein letzter Höhepunkt werden, doch nach seiner erneuten Knieverletzung droht auf dem Weg dorthin das Aus.

Die Stimmen derer, die am 31-Jährigen zweifeln, werden lauter. Doch der Bundestrainer glaubt weiter an das Comeback seines Kapitäns: "Ich habe Bastian gesagt, dass ich ihn mit Blick auf die EM keineswegs abschreiben werde", meinte Joachim Löw.

In 80 Tagen startet die deutsche Mannschaft in die EM. Am 17. Mai muss Löw seinen vorläufigen Kader bekanntgeben, am 30. Mai steht dann die Benennung des endgültigen Aufgebots an. Bei Schweinsteigers letztem Innenbandanriss bei Manchester United lagen 61 Tage zwischen der Verletzung und dem Comeback auf dem Platz.

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Der Wettlauf gegen die herunter tickende Uhr hat begonnen. Wieder einmal.

"Ich muss die Situation annehmen, wie sie ist. Und das werde ich auch", sagte Schweinsteiger am Mittwochabend.

SPORT1 erklärt, warum man Schweinsteiger nicht abschreiben darf und warum er - trotz der starken Konkurrenz auf seiner Position - für das DFB-Team immer noch wichtig ist.

  • Er kennt die Situation

Schweinsteiger hat viel Erfahrung im Umgang mit widrigen Umständen. Wem zweimal ein Last-Minute-Comeback gelingt, der kann es auch ein drittes Mal schaffen. So sieht es auch der Bundestrainer: "Bastian ist top-professionell, seine Einstellung ist vorbildlich. Ich weiß, dass er alles tun wird, um bis zum Turnier wieder fit zu sein."

  • Er kennt seinen Körper

Wie kaum ein anderer versteht es Schweinsteiger, in seinen Körper zu horchen. Er hat aus den Erfahrungen der Europameisterschaft 2012 gelernt, als er nicht fit war und von Löw durchs Turnier geschleppt wurde. Zur Weltmeisterschaft in Brasilien war er ebenfalls nicht im Vollbesitz seiner Kräfte angereist, doch im Finale war er auf den Punkt da und erkämpfte sich Heldenstatus.

  • Er ist ein absoluter Führungsspieler

Schweinsteiger ist der anerkannte Chef auf dem Platz. Auch wenn er nicht mehr der Jüngste und Schnellste ist, kann er dem Spiel immer noch Ordnung und Rhythmus geben. Besonders in entscheidenden Momenten.

  • Er ist ein Teamplayer

Nicht nur auf dem Platz ist der Bayer ein Leader, auch abseits des Rasens ist er wichtig für die Stimmung innerhalb der Mannschaft und das Bindeglied zum Trainerteam.

  • Er ist eine Respektsperson für die Gegner

Schweinsteiger genießt großes Ansehen, und das nicht erst seit seinem grandiosen Auftritt von Rio de Janeiro. Das Bild des blutenden Fighters ging um die Welt und steht sinnbildlich für die oft zitierten und von den Gegnern gefürchteten deutschen Tugenden.

  • Er genießt Unterstützung

"Kopf hoch, Bastian. Werd bald wieder fit, alter Kämpfer. Ich zähl auf dich", twitterte Thomas Müller. Der Bayern-Star weiß die Qualitäten seines Teamkollegen zu schätzen. Auch für viele Fans ist Schweinsteiger immer noch eine Identifikationsfigur.

Fazit: Bastian Schweinsteiger kann noch einmal sehr wichtig für die Nationalmannschaft werden. Auch Joachim Löw weiß, was er an Schweinsteiger hat und wird ihn deswegen auch ohne Spielpraxis mit nach Frankreich nehmen – wenn dessen geschundener Körper mitspielt.

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