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Bundestrainer Joachim Löw hat trotz der Ausfälle ein starkes Team zur Verfügung © SPORT1-Grafik: Paul Hänel/Getty Images

Ascona - Trotz des Ausfalls von Reus verfügt das DFB-Team bei der EM über eine schlagkräftige Mannschaft. SPORT1 beleuchtet Löws potenzielle Startelf und Optionen.

Joachim Löw wirkte gefasst, als er um kurz nach halb eins am Dienstagmittag in Ascona die bittere Nachricht verkündete: Marco Reus fällt bei der EM in Frankreich wegen einer doch schwerwiegenderen Verletzung aus, verpasst nach der WM 2014 in Brasilien damit auch das nächste Großereignis mit der deutschen Nationalmannschaft.

Für Reus ist es ein weiterer sportlicher Schicksalsschlag, für das DFB-Team ein Rückschlag. Im Vorfeld hatte schon Ilkay Gündogan seine EM-Teilnahme wegen einer Knieverletzung absagen müssen.

Zudem reisen Kapitän Bastian Schweinsteiger und Mats Hummels angeschlagen nach Frankreich.

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Trotzdem weiß Löw: Seine Mannschaft besitzt auch so genügend Klasse und Schlagkraft. Ein Großteil des Teams stellen die bewährten Weltmeister.

SPORT1 blickt auf Löws potenzielle Startelf und mögliche Alternativen.

Die Stamm-Elf

Im Tor ist Manuel Neuer gesetzt. Im Gegensatz zur WM, als Neuer im Vorfeld von einer Schulterverletzung geplagt wurde, ist Bayerns Schlussmann diesmal absolut fit.

Die Innenverteidigung bilden im Idealfall Jerome Boateng und Hummels. Bis zu Hummels' Genesung könnten Benedikt Höwedes oder Antonio Rüdiger den künftigen Bayern-Abwehrspieler vertreten.

Höwedes dürfte diesmal aber eher für die rechte Abwehrseite vorgesehen sein. "Ich mache mir da keinen Kopf, ich bin ein Teamplayer und gebe auf jeder Position mein Bestes", sagte Höwedes.

So könnte Deutschlands Stammformation aussehen © SPORT1

Bei der WM war der Schalker von Löw noch auf der linken Seite eingesetzt worden. Dort ist nun der Kölner Jonas Hector erste Wahl.

Das Duo im defensiven Mittelfeld werden wohl Sami Khedira und Toni Kroos bilden, der am Samstag noch die Champions League mit Real Madrid gewann und im Finale von Mailand eine starke Leistung bot.

Die drei offensiven Spieler davor könnten Thomas Müller, Mario Götze und Mesut Özil stellen.

Götze und Özil können sowohl zentral spielen, als auch über die linke Seite kommen.

Im Angriff scheint Mario Gomez nach seiner Rückkehr zum DFB-Team als echter Stürmer beste Karten zu haben. Insbesondere gegen die eher defensiv eingestellten Vorrundengegner Ukraine, Polen und Nordirland.

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Planspiele im Angriff

In der Offensive hat Löw trotz des Ausfalls von Reus mehrere Optionen in der Hinterhand. 

Setzt Löw eher auf einen spielenden Stürmer, kommen Müller und Götze in Frage. Dann würde ein Platz auf der offensiven Außenbahn frei, womöglich für Julian Draxler.

Schalkes Youngster Leroy Sane gilt bei seinem EM-Debüt eher als Joker. Löw spricht in diesem Zusammenhang gerne von einer "Spezialkraft" für besondere Momente und Spielsituationen.

Andre Schürrle, der im Finale von Rio noch Vorlagengeber für das entscheidende Tor von Götze war, hat derzeit nicht so gute Karten.

Ob Lukas Podolski noch eine größere Rolle spielen wird, ist fraglich - auch wenn die Stimmungskanone zuletzt Galatasaray immerhin zum türkischen Pokalsieg geführt hat.

Sorgen im Mittelfeld

Mit Khedira und Kroos ist die defensive Schaltzentrale top besetzt. Dahinter bietet das defensive Mittelfeld zwar quantitativ genügend Optionen, hinter der Qualität steht aber ein Fragezeichen.

Ob der lange verletzte Schweinsteiger noch einmal zu einer ähnlichen Leistung fähig ist wie im Finale von Rio, muss bezweifelt werden.

Die Alternativen Julian Weigl, Joshua Kimmich oder Emre Can verfügen noch nicht über die notwendige Erfahrung.

Generalprobe gegen Ungarn

Weiteren Aufschluss über Löws taktische und personelle Gedankenspiele wird die EM-Generalprobe am Samstag in Gelsenkirchen gegen Ungarn (ab 17.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) bringen.

Dann werden die gegen die Slowakei geschonten Neuer, Müller und Özil ebenso dabei sein wie Podolski und Kroos, die verspätet zur Vorbereitung gestoßen sind.

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