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Löws Taktik für das erste EM-Spiel
Bundestrainer Joachim Löw berät mit Assistent Thomas Schneider über die Taktik © SPORT1-Grafik: Paul Haenel/Getty Images

Evian-les-Bains - Die deutsche Formation für das erste EM-Spiel steht. Wie sie aussieht? Bis auf einen entscheidenden Punkt scheint alles klar. SPORT1 analysiert.

Am Sonntag startet das DFB-Team gegen die Ukraine in die EM (21 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER). Mit welcher Mannschaft? Der Bundestrainer verrät es nicht, auch wenn er sich angeblich schon festgelegt hat.

"Die Mannschaft steht", sagte Löws Assistent Thomas Schneider am Freitag in Evian. Schneider ist kein Mann vieler Worte. Er verweist gern auf seinen Chef. Aber für seine Verhältnisse war er fast schon in Plauderlaune.

Jochen Stutzky (l.) und Thorsten Mesch berichten bei der EM 2016 für SPORT1 vom deutschen Team
Jochen Stutzky (l.) und Thorsten Mesch berichten bei der EM 2016 für SPORT1 vom deutschen Team © SPORT1 Grafik: Paul Haenel

Die Zusammenstellung der Startelf sei "ein Prozess, der in den letzten Wochen stattgefunden hat", meinte Schneider, wie immer bemüht, bloß keine konkreten Details preiszugeben.

Öfter sei es so, "dass man sich am Spieltag auf einer Position nach den letzten Eindrücken entscheidet." Der Prozess sei "sehr komplex" und "von vorne bis hinten durchdacht."

Wer ersetzt Rüdiger bzw. Hummels?

Löw und sein Trainerteam hatten in Evian vier Tage Zeit, sich ein Bild vom Zustand der Spieler zu machen und sich die Aufstellung für den EM-Start zu überlegen - nach Antonio Rüdigers Verletzung waren es immerhin noch drei Tage.

Video

Wer spielt in der Innenverteidigung für Mats Hummels, wer auf der rechten Abwehrseite und wer im Sturmzentrum?

SPORT1 erklärt, mit welcher Auftaktformation die deutsche Nationalmannschaft ins erste EM-Spiel gegen die Ukraine gehen wird.

Tor/Abwehr

Vor Manuel Neuer ist Jonas Hector auf der linken Außenbahn gesetzt. Löw ließ am Mittwoch durchblicken, dass Shkodran Mustafi Hummels' Platz neben Boateng einnehmen wird und dass Benedikt Höwedes den Vorzug gegenüber Joshua Kimmich auf der rechten Abwehrseite bekommt. Kimmich könnte aber noch von Löw als Überraschung aus dem Hut gezaubert werden.

Mittelfeld/Sturm

Sami Khedira ist im defensiven Mittelfeld ebenso unantastbar wie Toni Kroos, die zentrale Figur im deutschen Spielaufbau. In der offensiven Dreierreihe führt auf der rechten Seite kein Weg vorbei an Thomas Müller. Mesut Özil, der beim 2:0 gegen Ungarn noch auf der Sechs spielte, darf wahrscheinlich auf seiner Wunschposition als Zehner ran.

Özil dürfe sich seine Position "nicht aussuchen, aber er ist in einer sehr, sehr guten Verfassung, dann könnte man ihn vielleicht zentral bringen", meinte Schneider auf SPORT1-Nachfrage süffisant.
 
Im linken Mittelfeld ist Julian Draxler auf der Pole-Position. Andre Schürrle steht "als Joker oder wo auch immer bereit", sagte der Wolfsburger am Freitag. Leroy Sane könnte Löws zweite Überraschung sein.

In der Spitze wird Mario spielen. Die ungelöste G-Frage ist nur: Götze oder Gomez? Götze zeigte sich als "falsche 9" gegen Ungarn quirlig und in Spiellaune, erzwang das 1:0. Gomez bereitete das 2:0 vor und überzeugte in der abgelaufenen Saison in der Türkei mit seiner Durchschlagskraft.

Dass Gomez am Freitag in einer Extraeinheit Torabschlüsse trainierte, könnte ein Indiz dafür sein, dass er in der Startelf stehen wird. Doch Löw ist bekanntlich ein Fuchs und führt Journalisten und Gegner gern einmal auf die falsche Fährte. Löw vertraut gern auf seine Lieblinge, was für Götze spricht.

Sollte es aber vorn nicht laufen, könnte immer noch Gomez vorne, Götze etwas dahinter und Özil neben Kroos auf der Sechs spielen. Sane könnte als Joker über die Flügel kommen.

Löw wurde in der Pressekonferenz am Samstag gleich gefragt: Götze, Gomez - oder beide? Seine Antwort: Alles möglich. Er pokert weiter.

Die voraussichtliche Aufstellung:

Neuer - Höwedes, Boateng, Mustafi, Hector - Khedira, Kroos - Müller, Özil, Draxler - Götze (Gomez)

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