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Germany v Poland - Group C: UEFA Euro 2016
Jonas Hector ist auf der linken Seite im DFB-Team gesetzt © Getty Images

Paris - Deutschland will gegen Nordirland den Gruppensieg klar machen. Mit frischen Kräften in der Startelf? SPORT1 klärt vorab die wichtigsten Fragen zum Duell mit dem Underdog.

Das Wetter in Paris passte bei der Ankunft zur Stimmung rund um das DFB-Team in den letzten Tagen.

Seit dem frühen Montagmorgen regnet es in der französischen Hauptstadt ergiebig, ein Zustand, der bis Dienstag um 19 Uhr anhalten soll.

Matthias Becker (l.) und Florian Weiß berichten für SPORT1 von der EM in Frankreich
Matthias Becker (l.) und Florian Weiß berichten für SPORT1 von der EM in Frankreich © SPORT1-Grafik / Paul Hänel

Ein Fußballfest ist im letzten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft bei der EM 2016 gegen Underdog Nordirland (ab 17 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) also nicht zwingend zu erwarten.

Für die Truppe von Bundestrainer Joachim Löw geht es aber ohnehin vor allem darum, mit einem Erfolg den Gruppensieg einzufahren. Dafür müssen im Fernduell mit Polen aber dringend Tore her.

SPORT1 hat die wichtigsten Informationen zum Spiel zusammengefasst:

Kann Deutschland noch ausscheiden?

Ja, das ist aufgrund des neuen Turnier-Modus rein theoretisch noch möglich. Dafür müssten die Gruppendritten aller Gruppen außer Gruppe A (wo der Dritte Albanien mit drei Zählern ins Ziel kam) noch auf vier Punkte kommen - und Deutschland dann nach den Kriterien wie Tordifferenz und im Zweifel sogar Fairplay-Wertung den schlechtesten Wert haben.

Gibt es Veränderungen in der Startelf?

Ja, das zeichnet sich ab. Es könne "durchaus Veränderungen geben", hatte Löw schon am Samstag angekündigt. Größter Wackelkandidat ist Julian Draxler, der auf der linken Angriffsseite noch nicht überzeugen konnte. Für ihn könnten Andre Schürrle oder sogar Youngster Leroy Sane ins Team rücken.

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"Er macht einen guten Job. Vielleicht kommt seine Chance irgendwann im Verlauf des Turniers", sagte Co-Trainer Thomas Schneider am Montag vieldeutig über den Schalker. Auch die Variante, dass Mario Götze nach links und dafür Mario Gomez in die Sturmspitze rückt, ist denkbar.

Eine weitere Option wäre ein Wechsel auf der Rechtsverteidigerposition: Joshua Kimmich könnte dort den Vorzug vor Benedikt Höwedes bekommen, in der Hoffnung, dass er dem vor ihm spielenden Thomas Müller etwas mehr offensive Unterstützung gibt. Die noch nicht überzeugenden Müller und Mesut Özil müssen sich um ihren Platz in der Startelf keine Sorgen machen.

Warum war Joachim Löw nicht auf der Pressekonferenz?

Der Bundestrainer ließ sich bei der obligatorischen Presserunde im Stadion von seinem Assistenten Thomas Schneider vertreten. Löw sei leicht erkältet und habe Halsschmerzen, erklärte DFB-Pressesprecher Jens Grittner.

Das Abschlusstraining leitete Löw allerdings wie gewohnt in kurzen Hosen - trotz des Schmuddelwetters in Paris.

Auf wen trifft Deutschland im Achtelfinale?

Das hängt von vielen Faktoren ab. Zuallererst mal davon, ob das DFB-Team sich den Gruppensieg sichert oder nur als Zweiter oder gar Dritter weiterkommt.

Am einfachsten ist die Rechnung, wenn Deutschland Gruppenzweiter wird. Dann bekommt es der Weltmeister am Samstag in St. Etienne mit dem Zweiten der Gruppe A, der Schweiz zu tun.

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Als Gruppensieger träfe die DFB-Elf auf einen Gruppendritten. 

Mit hoher Wahrscheinlichkeit käme es für die Löw-Truppe dann - wie schon im Vorfeld der EM bei der 1:3-Testspielpleite in Augsburg - zu einem Duell mit der Slowakei.

Grund ist die Verteilung der Gruppendritten auf die Achtelfinals. Von den 15 Varianten der vier besten Dritten sind nur noch 11 möglich - und in neun dieser Fälle trifft das DFB-Team auf den Dritten der Gruppe B, also die Slowakei.  Theoretisch möglich ist aber auch noch ein Spiel gegen den Dritten aus Gruppe A (Albanien) oder Gruppe F, die erst am Mittwoch beendet wird, was aber aufgrund des starken Abschneidens der Slowakei noch unwahrscheinlicher geworden ist.

Als Gruppendritter müssten Neuer, Kroos und Co. gegen Gastgeber Frankreich oder Wales ran.

Drohen deutschen Spielern Sperren?

Nach der zweiten Gelben Karte im Turnier wird ein Spieler gesperrt. Im deutschen Team sind momentan Jerome Boateng, Sami Khedira und Mesut Özil vorbelastet. Bei einer weiteren Verwarnung würden sie das Achtelfinale verpassen. Gelöscht werden einzelne Gelbe Karten erst nach dem Viertelfinale.

Worauf muss man bei den Nordiren achten?

Die Nordiren setzen in erster Linie auf Lauf- und Defensivstärke, die Unterstützung ihrer großartigen Fans und auf Standardsituationen und Konter.

"Wir glauben, dass wir ihnen weh tun können. Wir haben gezeigt, wie gefährlich wir bei Kontern sein können. Das müssen wir wieder zeigen", sagte Trainer Michael O'Neill: "Wenn wir in Ballbesitz sind, müssen wir das Beste daraus machen. Ich glaube, dass wir unsere Chancen bekommen werden."

Erschwert wird die Vorbereitung für die deutsche Elf dadurch, dass kaum einer der Nordiren in großen Profiligen spielt und es dementsprechend auch keine Erfahrungswerte aus direkten Duellen gibt.

Mats Hummels warnt deshalb auch ganz allgemein vor dem möglichen psychologischen Vorteil der Außenseiter. "Wenn wir es zulassen, dass sie Selbstvertrauen gewinnen, kann es gefährlich werden", sagte er.

Ist Will Grigg wirklich on fire?

Der nordirische Schlachtgesang "Will Grigg's on fire" ist der Gassenhauer der EM abseits des offiziellen Turniersongs von David Guetta. Nicht nur die lautstarken nordirischen Fans stimmen die Hymne auf den Drittliga-Torjäger immer wieder an.

Bis jetzt hat Grigg bei der EM übrigens keine Minute gespielt, der Hype um ihn ist eher ein amüsanter Spaß für Fans und Medien - und für den Gegner. "Ich bin schon jetzt ein großer Fan von ihm. Ich werde mal gucken, ob er sein Trikot entbehren kann", kündigte Hummels an.

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Entscheidender Mann der Nordiren ist vielmehr Kapitän Steven Davis, in seiner Karriere bisher immerhin schon für Aston Villa, den FC Fulham, die Glasgow Rangers und den FC Southampton aktiv.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Nordirland: McGovern - Hughes, Cathcart, McAuley, Jonny Evans - Corry Evans, Davis, Norwood - Ward, Dallas - Washington
Deutschland: Neuer - Höwedes (Kimmich), Hummels, Boateng, Hector - Khedira, Kroos - Müller, Özil, Schürrle (Sane) - Götze
Schiedsrichter: Clement Turpin (Frankreich)

Wie kann man das Spiel live verfolgen?

Radio: LIVE und in voller Länge in unserem Sportradio SPORT1.fm

Ticker: Im LIVETICKER auf SPORT1.de und in der SPORT1-App

TV:ARD

Livestream:sportschau.de

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