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Thomas Müller klebte sich vor der EM für eine Kinder-Reporterin einen Schnurrbart an
Thomas Müller klebte sich vor der EM für eine Kinder-Reporterin einen Schnurrbart an © Getty Images

Evian-les-Bains - Er flachst, macht Stimmung und arbeitet bei der EM 2016 auch an seinem Golf-Handicap: Thomas Müller weiß aber auch, wann er im DFB-Team den Schalter umlegen muss.

Thomas Müller ist Sportfans nicht nur als herausragender Fußballer bekannt.

Der Weltmeister von 2014 und Torschützenkönig der WM 2010 ist auch ein passionierter Golfer.

Wenn Müller mit der Nationalmannschaft auf Reisen ist, kann er meistens auch an seinem Handicap arbeiten. In Evian gibt es im Mannschaftshotel Ermitage ein Putting-Grün, ein 18-Loch-Golfplatz ist nur zwei Kilometer entfernt.

Müller wird bei EM Golf-Runde einlegen

Während der Vorbereitung auf die EM 2012 residierte das DFB-Team in Südfrankreich in einem noblen Golf-Resort, und auch vor der WM 2014 gehörte ein Golfplatz zum Hotel.

Jochen Stutzky (l.) und Thorsten Mesch berichten bei der EM 2016 für SPORT1 vom deutschen Team
Jochen Stutzky (l.) und Thorsten Mesch berichten bei der EM 2016 für SPORT1 vom deutschen Team © SPORT1 Grafik: Paul Haenel

Auch in Evian ist das Freizeitangebot groß. Tischtennis, Snooker, Billard, den DFB-Kickern dürfte nicht langweilig werden.

"Alles, was mit Ballspielen zu tun hat, da war ich schon immer motiviert, engagiert und oft auch talentiert", sagt Müller bei einer Medienrunde, "und wenn mir et­was Spaß macht, bin ich auch ehr­gei­zig. Das gilt auch für Schaf­kopf, Bil­lard oder Bas­ket­ball. Und ei­ne Partie Golf ist für die frei­en Ta­ge vor­ge­se­hen."

Die Stimmung: ein Schlüsselfaktor

Natürlich, er und seine Teamkollegen seien "im Wesentlichen zum Fußballspielen da", sagt der 26-Jährige. Müller weiß aber auch, wie wichtig die Stimmung in der Mannschaft ist.

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In Frankreich spielt er sein viertes großes Turnier. Bei seinem bislang letzten, der WM in Brasilien, wohnten die Spieler in mehreren Gruppen in Bungalows. Es gab einen Platz, wo man sich traf und austauschte, so wurde die Mannschaft zu einer Einheit zusammengeschweißt, es war der Geist des Campo Bahia.

Ein durchgeplantes Freizeitprogramm braucht man nicht unbedingt, wichtiger sei es "gemeinsam Dinge zu machen, sich auszutauschen. Einfach, um den Teamgeist zu fördern", erklärt Müller: "Es wäre nicht gut, wenn jeder nur in seinem Zimmer hockt und man sich nur zum Essen trifft."

"Ich weiß, wann es Zeit ist, ernst zu sein"

Müller tut sich immer wieder als Gute-Laune-Faktor hervor. Er flachst, macht Späßchen, nimmt sich selbst nicht zu ernst. Für eine Kinderreporterin klebte er sich im EM-Trainingslager einen Schnurrbart an, vor zwei Jahren ging das Bild um die Welt, wie er Mitspieler und Teamtross vor der WM im Dirndl bekellnerte.

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Aktionen, die auf ihn zurückfallen würden, wenn er auf dem Platz keine Leistung bringen würde. Passiert aber eben nicht - weil Müller trotz allem hochkonzentriert ist, wenn es darauf ankommt. "Ich weiß ge­nau, wann es Zeit ist, ernst zu sein", betont er.

Bis zum ersten Gruppenspiel am Sonntag in Lille gegen die Ukraine sind es nur noch zwei Tage. "Wir sind körperlich und geistig in einem guten Zustand, wir sind mannschaftstaktisch gut eingestellt und wissen, was wir zu tun haben", sagt Müller.

Für Golf und Späßchen ist erst danach wieder die Zeit.

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