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Emre Can, Lukas Podolski und Jonas Hector (v.l.) bei der Vorstellung des EM-Trikots
Emre Can, Lukas Podolski und Jonas Hector (v.l.) bei der Vorstellung des EM-Trikots © Getty Images

Jetzt ist es fix: Der DFB verlängert seinen Ausrüstervertrag mit Adidas langfristig. Wegen des Deals kann sich der Verband auf einen wahren Geldsegen freuen.

Ein Quantensprung für den Weltmeister: Der DFB hat seinen Ausrüstervertrag mit adidas vorzeitig bis 2022 verlängert und wird damit in bislang unerreichte finanzielle Sphären vorstoßen.

Der DFB kassiert nun 50 Millionen Euro pro Jahr - und damit doppelt so viel wie bislang.

Der alte Deal mit dem langjährigen Partner aus Herzogenaurach, der noch bis 2018 galt, brachte dem DFB jährlich etwa 25 Millionen Euro ein.

Event mit Adidas am Eiffelturm

"Es waren die transparentesten, anspruchsvollsten und wirtschaftlich erfolgreichsten Verhandlungen in der Geschichte unseres Verbandes", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Montag bei der pompös inszenierten Präsentation der Einigung am Fuße des Eiffelturms im Herzen von Paris.

Der neue Mann an der Spitze des Verbandes versprach: "Wir werden das Geld nutzen, um den DFB und den deutschen Fußball besser zu machen." Adidas-Boss Herbert Hainer, der die Summe von 50 Millionen Euro/Jahr selbst nannte, meinte: "Wir gehören zusammen, weil sowohl der DFB mit seinen Nationalmannschaften als auch wir als globales Sportartikelunternehmen Deutschland hervorragend in der Welt präsentieren."

Er kündigte an, "wieder mehr Produktion nach Deutschland" zu holen: "Geplant ist, dann auch das DFB-Trikot direkt in unserem Heimatmarkt zu fertigen."

Mit dem Vertrag liegt der DFB in etwa auf einem Niveau mit Bundesliga-Krösus Bayern München, der (ebenfalls von adidas) bis 2030 jährlich 60 Millionen Euro kassiert.

Bemühungen auch von Nike

Die Zeiten, in denen Vereinsmannschaften aufgrund der stärkeren Präsenz in den Medien von Hause aus höher dotierte Verträge erhielten, scheinen damit endgültig vorbei.

Dass für den DFB möglicherweise noch deutlich mehr drin gewesen wäre, zeigt ein Blick nach Spanien.

Dort hatte der FC Barcelona Ende Mai seine Zusammenarbeit mit Nike bis ins Jahr 2028 verlängert, dem US-Unternehmen war der Deal etwa 100 Millionen Euro pro Saison wert.

Die Amerikaner hatten sich auch intensiv um den DFB bemüht, gingen aber wie bei der letzten Vertragsverlängerung 2007 leer aus.

Dabei wäre deren Paket womöglich noch lukrativer gewesen und hätte weitere Zugeständnisse beinhaltet. So hätte es die Trikots der Weltmeister wohl nur noch in ausgesuchten Nike-Stores oder eben über den DFB gegeben.

Bereits 2007 Gedankenspiele beim DFB

Dennoch entschied sich der Verband wieder für Altbewährtes - auch, weil sich der deutsche Hersteller in über 60 Jahren stets als verlässlich erwiesen hat. In dieser Zeit waren die meisten Vertragsverlängerungen ohne große Reibereien über die Bühne gegangen.

Doch seit der große Rivale Nike mit der Heim-WM 1994 sein Engagement im Fußball massiv ausgeweitet hat, rückt der US-Riese seinem Widersacher in dessen Kerngeschäft immer stärker auf die Pelle.

Spätestens seit 2007 beschäftigt man sich beim DFB intensiv mit einem möglichen Herstellerwechsel.

Damals hatte Nike rund 500 Millionen Euro geboten und die adidas-Offerte mal eben um das Doppelte überboten. Nur eine Entscheidung eines unabhängigen Schiedsgerichts, wonach der Kontrakt mit adidas nach einer mündlichen Vereinbarung aus dem Sommer 2006 bereits verlängert worden war, stand dem Wechsel seinerzeit im Weg.

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