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Bernd Leno (l.) und Marc-Andre ter Stegen wollen mit starken Trainingsleistungen das Niveau der Mannschaft hochhalten © SPORT1-Montage: Paul Hänel/Getty Images

Ascona - Marc-Andre ter Stegen und Bernd Leno sind Konkurrenten im DFB-Team. Im SPORT1-Interview sprechen sie über ein schwieriges Verhältnis und warum es die Mannschaft stärkt.

Der misslungene vorletzte EM-Test gegen die Slowakei ändert nichts daran: Die Torhüterpositon ist in der deutschen Nationalmannschaft so stark besetzt wie in bei keinem anderen Team bei der Europameisterschaft in Frankreich.

Hinter Manuel Neuer vom FC Bayern streiten sich Bernd Leno von Bayer Leverkusen und Marc-Andre ter Stegen vom FC Barcelona um Platz zwei. Die beiden Torhüter sprechen im SPORT1-Interview über ihre schwierige Beziehung und wie Sie dem DFB-Team helfen.

SPORT1: DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke hat die Positionen zwei und drei hinter Manuel Neuer bewusst offen gelassen. Wie gehen Sie mit dieser Situation um?

Bernd Leno: Dass Manu Nummer eins ist, ist klar. Es ist auch ein gutes Zeichen, dass Andi sich da nicht festlegt, weil wir leistungsmäßig wahrscheinlich sehr eng beieinander sind.

Marc-Andre ter Stegen: Die Trainer entscheiden am Ende sowieso. Ich habe generell ein gutes Gefühl.

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SPORT1: Was bedeutet das für das tägliche Training?

Ter Stegen: Wir unterstützen das ganze Team. Ich hoffe, dass wir gut trainieren können und in der Mannschaft die Qualität hochhalten. Das ist das Ziel für jedes Training, das wir zusammen absolvieren. Es ist auch für uns das Beste, wenn wir auf höchstem Niveau trainieren und uns weiterentwickeln können.

Leno: Das ist gut, um die Spannung immer hoch zu halten, weil man nicht weiß, wer die Nummer zwei und drei ist. Deswegen geben wir beide Gas, jeder möchte sich aufdrängen.

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SPORT1: Wie wichtig sind die Spieler, die vielleicht nicht so viel zum Einsatz kommen im Hinblick auf die Europameisterschaft in Frankreich?

Ter Stegen: Es ist das Wichtigste für die EM, dass man immer die Spannung hochhält. Denn manche spielen dann vielleicht nicht, andere spielen, haben aber nicht genug Belastung gehabt oder sonst irgendetwas. Ich möchte für mich sehr gut trainieren.

SPORT1: In den vergangenen Jahren ist immer von Spannungen gesprochen worden zwischen Ihnen beiden. Wie ist denn nun Ihr Verhältnis?

Leno: Dieses Verhältnis, von dem immer gesprochen wird oder wurde, ist schon seit Jahren vorbei. Das ist eher ein Medienthema. 

Ter Stegen: Wir verstehen uns gut. Das ist natürlich alles sehr professionell. Wir wollen alle das Maximale anstreben.

SPORT1: Es gibt also gar keine Probleme mehr?

Leno: Der Bundestrainer und Andy Köpke würden sich nicht für mich und Marc entscheiden, wenn wir uns nicht verstehen würden, weil das Klima auch im Torwart-Team wichtig ist. Wenn wir beide nicht miteinander klar kämen, dann würde einer nicht nominiert.

Ter Stegen: Wir wissen uns jetzt einfach in dieses Team einzuordnen. Wir wissen, was unsere Rolle ist. Wir haben kein Problem miteinander, wir verstehen uns gut. Ich hoffe, dass wir alle ein gutes Turnier spielen können.

SPORT1: Bernd Leno ist bei Bayer Leverkusen der unangefochtene Stammtorwart - seine Vertragssituation ist geklärt. Sie kommen in Barcelona in den Pokalwettbewerben zum Einsatz, in der Liga steht Claudio Bravo im Tor. Wie bewerten Sie die Situation?

Ter Stegen: Ich habe gerade zum Ende meine Liga-Einsätze gehabt. Ich habe sehr, sehr wichtige Spiele gespielt. Ich habe das Pokalfinale bestritten, ich habe die letzten beiden Partien in der Liga gespielt, als wir nur noch einen Punkt vorne waren. Man kann natürlich alles schlecht reden. Aber so schlecht ist es dann auch nicht, dass ich sage: 'Es geht überhaupt nicht mehr.'

SPORT1: Richtig zufrieden hört sich das dennoch nicht an.

Ter Stegen: Natürlich bin ich nicht zufrieden mit der Anzahl der Spiele, natürlich können es immer mehr sein.  Aber man muss dann auch einfach mal sagen, dass es ja nicht nur zehn Spiele sind, die ich im Jahr spiele.

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