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Deutschlands Remis gegen Polen wirft viele Fragen auf © SPORT1 Grafik: Getty Images

Deutschland zeigt beim enttäuschenden Remis gegen Polen erneut Schwächen in der Offensive. Bundestrainer Joachim Löw geht trotzdem kein Risiko ein.

Das Spiel gegen Polen hat aufgedeckt, wo die Schwächen der deutschen Mannschaft liegen. Die Leistung der Elf von Bundestrainer Joachim Löw beim ersten 0:0 der Europameisterschaft wirft noch mehr Fragen auf als das auch nicht immer souveräne Auftaktspiel gegen die Ukraine.

Von einer taktischen Marschroute - wie sie Italien gegen Belgien hatte - war so gut wie nichts zu sehen. Vor allem in der ersten Halbzeit war nicht zu erkennen, welchen Plan Löw hatte. Statt den Polen das eigene Spiel aufzudrücken, reagierte das DFB-Team nur.

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Das Spiel nach vorn war alles andere als zwingend. Über die Außenpositionen kam kein Druck, Thomas Müller arbeitete viel, war aber in der Offensive ein Schatten seiner selbst.

Und auch im Spielaufbau fehlte die Struktur. Mesut Özil zeigte sich zwar im Vergleich zum Ukraine-Spiel verbessert, als Nummer zehn kann und muss er aber deutlich mehr zeigen.

Die Außenverteidiger ließen zwar defensiv nichts zu, nach vorn trugen sie aber erneut zu wenig bei und trauten sich keine Flanken zu. Leidtragender war Mario Götze, der im Prinzip keine Bälle bekam.

Löw hätte ihn eigentlich schon zur Halbzeit auswechseln müssen.

Auch mit Andre Schürrle und Mario Gomez wurde es nicht besser.

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Die Offensive hatte kein Selbstvertrauen und keinen Biss, Löw fehlte der Mut, zum Beispiel einen Leroy Sane einzuwechseln.

Im dritten Spiel gegen Nordirland muss Löw aber Alternativen präsentieren. Schließlich könnte schon im Viertelfinale Italien warten, ein Gegner, gegen den man ohne klares Konzept keine Chance haben wird.

Mit der Leistung des Polen-Spiels ist die deutsche Mannschaft vom Europameistertitel weit entfernt.

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