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U19 Germany v U19 Netherlands - UEFA Under19 European Championship 5th Rank Match
Wahnsinn: Im Elfer-Krimi besiegt die deutsche U19-Auswahl die Niederlande und fährt im nächsten Jahr zur WM nach Südkorea © Getty Images

Mit einem furiosen Match verabschiedet sich das DFB-Team gegen die Niederlande mit dem WM-Ticket in der Tasche. Trainer Streichsbier sah "Werbung für den Fußball."

Erleichtert fielen sich die deutschen U19-Junioren nach ihrem Sieg im WM-Playoff-Spiel gegen die Niederlande in die Arme: Nach einem kräfteraubenden Spiel gewann das Team von Trainer Guido Streichsbier in Sandhausen mit 5:4 im Elfmeterschießen, nach Verlängerung hatte es 3:3 (2:2, 1:0) gestanden.

Platz fünf bei der Heim-Europameisterschaft in Baden-Württemberg ist somit erreicht und damit auch die Qualifikation für die U20-Weltmeisterschaft 2017 in Südkorea.

DFB-Team rettet sich in Verlängerung

"Die Jungs haben wahnsinnigen Aufwand betrieben. Ich bin unheimlich stolz auf die Burschen", sagte Streichsbier bei Eurosport.

Im spektakulären Duell mit den Holländern brachte Hoffenheims Philipp Ochs den Weltmeister-Nachwuchs kurz vor der Pause in Führung (44.), ehe Hollands Kapitän Abdelhak Nouri per Freistoß glücklich ausglich (81.).

Als Dennis van der Heijden den zweiten Treffer für die Niederländer erzielt hatte (88.), zog Deutschland durch Suat Serdar gleich (90.+3). 

Happy-End nach Elfmeter-Drama

In der Verlängerung konnte dann Sam Lammers (111.) die Führung der Deutschen durch Marvin Mehlem (96.) egalisieren.

Im Elfmeterschießen verwandelte Benjamin Henrichs den entscheidenden Strafstoß. Nach dem vorzeitigen Halbfinal-Aus durch die Vorrunden-Niederlagen gegen Italien (0:1) und Portugal (3:4), schaffte die DFB-Auswahl einen versöhnlichen Abschluss des Turniers. 

Vor rund 5000 Zuschauern begann die DFB-Elf kontrolliert offensiv, ohne jedoch zwingend Gefahr auszustrahlen. Folgerichtig brachte eine Standardsituation die erste Großchance der Partie.

Max Besuschkow vom VfB Stuttgart schoss einen von Ochs abgelegten Freistoß nur wenige Zentimeter neben das Tor von Hollands Keeper Yanick van Osch (18.). 

Deutschland kam nun gegen die harmlosen und zweikampfschwachen Niederländer immer wieder zu aussichtsreichen Gelegenheiten, konnte diese durch Mittelstädt (39.) und Ochs per Freistoß (42.) nicht nutzen.

Erst als van Osch einen langen Ball unterschätzte und ihn unmittelbar vor die Füße des einschussbereiten Ochs fallen ließ, erzielte dieser sein viertes Turniertor (44.).

Henrichs löst das WM-Ticket

Nach einer starken Leistung in der zweiten Halbzeit traf die Deutschen in der Schlussphase der Schock: Nach einem Foul von Horn traf Hollands Kapitän Abdelhak Nouri per Freistoß aus 17 Metern für die "Jong Oranje", die bislang zu keiner einzigen Torchance gekommen war. 

Komplett auf den Kopf stellte Dennis Van der Heijden den Spielverlauf, als er per Kopf zur Führung für die Holländer traf (88.).

Kurz vor Abpfiff der regulären Spielzeit vollendete Suat Serdar wuchtig eine Ecke von Amara Conde (VfL Wolfsburg) zum 2:2 (90.+3). Auch die Verlängerung brachte keine Entscheidung.

Im Elfmeterschießen vergab Amara Conde als vierter DFB-Schütze und schien das Schicksal der Deutschen damit zu besiegeln.

Doch auch Nouri verschoss für Holland und hielt den Gastgeber im Spiel. Als Vlap ebenfalls vom Punkt Nerven zeigte und Benjamin Henrichs cool blieb, brachen alle Dämme.

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