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Levin Öztunali (r.) spielt in dieser Saison für Mainz 05 © Imago

Kassel - Die DFB-Junioren bereiten ihrem neuen Trainer Stefan Kuntz einen perfekten Einstand. Gegen die Slowakei feiern sie einen klaren Erfolg. Uwe Seelers Enkel trifft spät.

Premiere geglückt: Stefan Kuntz ist mit einem ungefährdeten Sieg in seine Mission als Trainer der deutschen U21-Nationalmannschaft gestartet. Das stark verjüngte DFB-Team bezwang die Slowakei vor 6890 Zuschauern in Kassel verdient mit 3:0 (2:0).

Olympia-Teilnehmer Grischa Prömel vom Karlsruher SC (4.), Niklas Stark von Hertha BSC (40.) und Levin Öztunali vom FSV Mainz 05 in der Nachspielzeit (90.+3) sorgten in einer temporeichen Begegnung für die Tore. Für den 53 Jahre alten Kuntz, der nach den Sommerspielen in Rio de Janeiro Horst Hrubesch abgelöst hatte, war es das erste Spiel als Trainer seit fast 13 Jahren.

Kuntz hebt Öztunali-Tor heraus

"Ich bin mit dem Gesamtauftritt der Mannschaft sehr zufrieden", sagte Kuntz bei Eurosport, "sie haben vieles versucht und einiges hat gut geklappt." Stellvertretend für die Leistung stellte der Coach das letzte Tor heraus: "Das hat gezeigt, dass sie nicht aufgeben und immer noch eine Bude machen wollen. Hut ab vor den Jungs."

Keine zwei Wochen nach dem verlorenen Olympia-Finale gegen Brasilien (4:5 i.E.) zeigte die deutsche Mannschaft eine rundum überzeugende Leistung. Kuntz schonte dabei zahlreiche Rio-Fahrer, auch der zu Werder Bremen gewechselte Olympia-Torschützenkönig Serge Gnabry wird erst am Dienstag im EM-Qualifikationsspiel in Finnland zum Einsatz kommen.

Trotz der Umstellungen entwickelte sich eine ansehnliche Partie. Mit den Debütanten Maximilian Philipp (SC Freiburg) und Marvin Stefaniak (Dynamo Dresden) in der Startelf dominierte Deutschland das Geschehen und wurde früh belohnt: Prömel, einziger Rio-Fahrer in der Startformation, drückte den Ball nach einer Ecke von Ersatz-Kapitän Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg) mit der Brust über die Linie.

Anführer Arnold und Dahoud

Angeführt von Arnold und Mahmoud Dahoud (Borussia Mönchengladbach) diktierte das DFB-Team das Geschehen, verpasste aber mehrfach das zweite Tor. Erst kurz vor der Pause sorgte Stark nach einer erneuten Arnold-Ecke per Kopf für Beruhigung. Kuntz verfolgte die Partie meist mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, suchte das Gespräch mit den Spielern, wirkte insgesamt aber wesentlich ruhiger als Hrubesch.

Nach der Pause wurde die Begegnung bedingt durch zahlreiche Wechsel etwas zäher. Die Slowenen, in der EM-Qualifikation immerhin vor den Niederlanden Tabellenführer der Gruppe 8, traten etwas mutiger auf, mehr von der Partie hatte aber die DFB-Elf. Allein der eingewechselte Nadiem Amiri von 1899 Hoffenheim (48./57./60.) vergab gleich drei gute Möglichkeiten.

Am Ende stand somit der neunte Sieg in Folge für eine deutsche U21, ihren Rekord von zehn Erfolgen kann die DFB-Auswahl am Dienstag (ab 18 Uhr) finnischen Seinäjoki einstellen. Dann wird es auch für Kuntz erstmals richtig ernst.

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