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Hamburg - Ilkay Gündogan feiert nach langwieriger Verletzungspause sein Comeback im DFB-Team. Dort wurde der ManCity-Profi von Joachim Löw zuletzt schmerzlich vermisst.

Ilkay Gündogan lächelte viel, als er am Donnerstagmittag in Hamburg auf dem Podium saß. Schon daran merkte man ihm an, wie sehr er sich über seine Rückkehr freute.

"Es ist extrem schön, wieder dabei zu sein. Ich genieße es, hier zu sein", sagte der 25-Jährige, der in seiner noch jungen Karriere immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde vor dem WM-Qualifikationsspiel (Samstag, ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) gegen Tschechien.

Die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien verpasste er wegen langwieriger Rückenprobleme ebenso wie die Europameisterschaft in Frankreich im vergangenen Sommer, als er wegen einer Knieverletzung ausfiel.

Letztes Länderspiel vor fast einem Jahr

Sein letztes Länderspiel absolvierte er im November 2015 in Paris. Die Partie wurde von den Terroranschlägen überschattet. Nun nimmt er seinen nächsten Anlauf in der Nationalmannschaft.

"Ich kenne das Gefühl des Comebackers", meinte Gündogan, wieder lächelnd. Doch als er auf seine lange Leidenszeit angesprochen wurde, wirkte er etwas nachdenklich.

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"Wenn man so lange raus war, stellt man sich selbst die Frage, ob es noch einmal zu 100 Prozent auf so ein Niveau reicht", sagte er auf SPORT1-Nachfrage.

"Aber ich habe nie meinen Mut verloren. Ich wusste, dass ich irgendwann wieder die Möglichkeit bekomme, auf höchstem Niveau zu spielen."

Nächstes Level in Manchester

Und das nicht nur im DFB-Team, sondern auch im Verein. Bei Borussia Dortmund hatte er sich unter Trainer Thomas Tuchel wieder an seine alte Form herangearbeitet. Im Sommer machte er mit dem Wechsel zu Manchester City den nächsten Schritt in seiner Karriere.

City-Coach Pep Guardiola holte den Mittelfeldmann trotz dessen Verletzung als ersten Spieler für 27 Millionen Euro.

Nach nur fünf Spielen gilt Gündogan bereits als einer der Top-Transfers der Citizens. An den englischen Fußball hat sich der ehemalige Nürnberger schnell gewöhnt.

Die Premier League sei für ihn "die stärkste Liga der Welt", die "extreme Anforderungen" an Spieler und Trainer stelle, "aber von der Intensität her konnte ich keinen großen Unterschied ausmachen."

Er versuche das umzusetzen, was ihm der Trainer vorgibt und Guardiolas Philosophie passe "perfekt zu meiner Art zu spielen", so Gündogan.

Anderer Stil als Schweinsteiger

Das gilt auch für Joachim Löw, in dessen Mannschaft Gündogan irgendwann in die Rolle schlüpfen könnte, die Bastian Schweinsteiger lange ausgefüllt hat.

"Ich würde mich extrem freuen, wenn meine Karriere so laufen würde wie die von Bastian", meinte Gündogan, der Vergleich sei "eine große Ehre". Doch selbstbewusst ergänzte er: "Ich will mein Spiel, das nicht unbedingt das von Bastian ist, durchziehen."

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Löw voll des Lobes

Gündogans Comeback bedeute "nochmal eine Qualitätssteigerung" für die Mannschaft, sagte der Bundestrainer und lobte dessen "Technik, Übersicht, Spielintelligenz und Kreativität."

Im zentralen Mittelfeld wird der 25-Jährige mit dem vier Jahre älteren Sami Khedira um die Position neben Toni Kroos kämpfen müssen. Doch an einen Stammplatz denkt er ebenso wenig wie an sein zweites großes Turnier nach der EM 2012, als er nur Ersatzmann war.

Vier Kilo abgespeckt

"Mit Turnieren wollte es nicht klappen, das war schon bitter", blickte er kurz zurück, "vielleicht wertschätze ich es noch mehr, jetzt gesund und fit zu sein."

Vier Kilo soll er abgespeckt haben, er hat sogar seinen eigenen Physiotherapeuten und Koch mit nach Manchester gebracht. Darauf angesprochen sagte Gündogan: "Es ist extrem schön, dass sich die Leute mittlerweile sogar für mein Gewicht interessieren." Und dabei lächelte er.

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