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Hamburg - Bundestrainer Joachim Löw sieht in der Abschlussschwäche aktuell das größte Problem des DFB-Teams. SPORT1 zeigt, an welchen Stellschrauben er noch drehen muss.

Als Thomas Tuchel im Sommer 2015 den Trainerposten bei Borussia Dortmund übernahm, wurde spekuliert, er könne womöglich gleich einen Weltmeister zum BVB lotsen.

Der Name Sami Khedira wurde in der Gerüchteküche gehandelt. Der Mittelfeldspieler war bei Real Madrid nicht mehr gefragt und auf der Suche nach einer neuen Herausforderung, die er dann aber bei Juventus Turin fand.

Dennoch scheint Tuchels Arbeit einen bleibenden Eindruck bei Khedira hinterlassen zu haben.

Dortmunds Spiel sei geprägt durch „einen Mix aus Ballbesitz und Kontereigenschaften“, lobte der Mittelfeldspieler. Zwar betonte er sofort, der BVB solle „kein Vorbild für uns sein“, schließlich sei die Nationalmannschaft „viel, viel weiter.“  Aber Khedira gab auch zu: „Wir können das definitiv verbessern mit den Spielertypen, die wir haben.“

Vor den WM-Qualifikationsspielen gegen Tschechien und Nordirland zeigt SPORT1, woran Bundestrainer Joachim Löw mit seinen Spielern arbeiten muss.

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Schnelles Umschaltspiel:

Löw hat das Spiel des DFB-Teams seit der WM 2010 weiterentwickelt. Ähnlich wie beim FC Bayern unter Pep Guardiola rückte immer mehr der Ballbesitz in den Vordergrund. „Wir sind von einer reaktiven Mannschaft zu einer unglaublich aktiven Mannschaft geworden“, sagte der Bundestrainer in Hamburg.

Dabei darf das schnelle Umschaltspiel, wie es auch die Dortmunder unter Tuchel praktizieren, aber nicht vernachlässigt werden.

„Ich bin ein Freund davon, einen guten Mix zu finden und variabler zu spielen“, meinte Khedira auf SPORT1-Nachfrage.

Das schnelle Umschalten sei aber „nicht immer ganz einfach umzusetzen, da viele Gegner hinten drin stehen und 50-Meter-Bälle nach vorne spielen“, erklärte Löw: „Unser Spiel beginnt also häufig weit hinten, trotz allem müssen wir daran arbeiten."

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Platz für Gündogan finden:

Trotz des Rücktritts von Bastian Schweinsteiger gibt es im zentralen Mittelfeld ein Überangebot.

Rückkehrer Ilkay Gündogan drängt wieder in die Mannschaft. Doch wer soll für ihn weichen? Gegen Tschechien werden Khedira und Toni Kroos beginnen. „Am Dienstag gegen Nordirland kann ich mir vorstellen, dass Ilkay beginnt“, sagte der Bundestrainer. Es sei auch denkbar und möglich, „dass Khedira und Gündogan zusammenspielen“.

Im Moment gebe es jedoch „gar nichts zu lösen. Wir haben gesehen, dass Spieler immer wieder durch Verletzungen ausfallen. Mir ist es am liebsten, wenn ich Konkurrenz auf den einzelnen Positionen habe“, meinte Löw.

Auf lange Sicht dürfte der vier Jahre jüngere Gündogan aber Vorteile gegenüber Khedira haben. Wenn er fit bleibt.

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 Chancenverwertung verbessern:

Er sei mit dem Auftreten bei der EM „insgesamt zufrieden“ gewesen, sagte der Bundestrainer auf SPORT1-Nachfrage. Dennoch: „Torchancen ausnutzen, das ist das große Thema."

Man habe „wahnsinnig viele Chancen gebraucht, um ein Tor zu machen“, erklärte Löw:  „In der EM-Quali in Polen hatten wir vier, fünf Chancen, und plötzlich stand es 0:1. Das darf in dieser Häufigkeit nicht mehr passieren.“

Bisweilen hatte man den Eindruck, dass besonders im Abschluss die Konzentration fehlte. "Im heutigen Fußball reichen keine 80 oder 90 Prozent“, mahnte Khedira.

Das Problem im Sturmzentrum lösen:

Im EM-Halbfinale gegen Frankreich fehlte Mario Gomez, in Norwegen sprang Thomas Müller mit zwei Toren in die Bresche. Gegen Tschechien und Nordirland fehlt Gomez wieder, doch es gibt keinen Ersatz für den Mittelstürmer, Müller und auch Mario Götze sind weit von ihrer Bestform entfernt.

„Wenn Müller in fünf Spielen kein Tor macht, ist das auch kein Problem. Das ist auch völlig normal“, meinte Löw. Das Problem im Sturmzentrum ist aber nicht von der Hand zu weisen, ein Patentrezept hat auch Löw nicht parat: "Torabschlüsse immer zu trainieren und zu sagen, drei Tage später wird alles super klappen, so einfach ist das nicht.“

Das Problem ist nicht von heute auf morgen zu lösen, aber aufstrebende Angreifer wie die Leipziger Davie Selke und Timo Werner wären langfristig als Alternativen denkbar.

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