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Am Samstag startet die deutsche U17-Nationalmannschaft gegen Costa Rica in die Weltmeisterschaft
Am Samstag startet die deutsche U17-Nationalmannschaft gegen Costa Rica in die Weltmeisterschaft © Getty Images

Palmen, Hitze und ein bisschen Yoga: Die U17 startet am Samstag im schwülwarmen Indien in ihr WM-Abenteuer. Das erste Ziel ist der Gruppensieg.

Der Rasen im indischen Margao dampft. Ein grünes Palmen-Dickicht umgibt den Trainingsplatz der deutschen U17-Nationalmannschaft, das Thermometer zeigt fast 30 Grad, die Luftfeuchtigkeit ist enorm. Mittendrin steht Christian Wück und schwitzt.

"Der Unterschied ist wirklich krass. Aber das darf keine Ausrede sein", sagt der DFB-Trainer vor dem WM-Start der deutschen Junioren am Samstag (ab 13.30 Uhr im LIVETICKER) gegen Costa Rica.

Vier Wochen bleibt das DFB-Team im besten Fall auf dem indischen Subkontinent, die Vorfreude ist riesig. Ein Yoga-Kurs stand bereits auf dem Programm, ein Besuch in einem Waisenhaus ist geplant. "Abenteuer ist vielleicht das falsche Wort, wir sind schließlich gut vorbereitet.

Aber es ist schon so, dass aus unserem Team noch niemand in Indien war", sagt Wück über die erste Fußball-WM in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land.

Gedacht hat der DFB an alles. Die Spieler sind geimpft, ein eigener Koch ist mitgereist, auch zwei Lehrer sind dabei. "Die Jungs absolvieren jeden Tag ihr Programm mit den Lerninhalten aus der Schule", sagt Wück über seine Spieler, die 16 oder 17 Jahre alt sind.

HSV-Juwel Arp ragt heraus

Bekanntester Name ist Jann-Fiete Arp vom Hamburger SV, der am Wochenende im Nordderby gegen Werder Bremen als erster Spieler des Jahrgangs 2000 sein Bundesliga-Debüt feierte.  

Arp hatte bei der EM im Sommer in fünf Spielen sieben Tore erzielt und so großen Anteil an der geglückten WM-Qualifikation. Das Halbfinal-Aus im Elfmeterschießen gegen Spanien konnte er zwar nicht verhindern, in Indien setzt Wück aber voll auf die Qualitäten des 17-Jährigen. "Jann-Fiete hat sich unglaublich entwickelt, auf und neben dem Platz. Er ist eine Führungspersönlichkeit geworden", sagt Wück.

In der Vorrunde trifft die U17 nach dem Auftakt gegen Costa Rica auf Iran und Guinea, gespielt wird in Margao im Bundesstaat Goa und Kochi. Das erste Ziel ist der Gruppensieg. "Danach braucht man auch das Quäntchen Glück, das haben wir bei der EM gesehen.

Wück hat große Ziele

Wenn wir dieses Glück haben, können wir sehr weit kommen", sagt Wück. Zu den größten Konkurrenten dürften die europäischen Teams zählen, neben Europameister Spanien sind England, Frankreich und die Türkei dabei.

Zuletzt holte allerdings zweimal in Folge Nigeria den Titel. Die Afrikaner fehlen diesmal, auch weil im August vor einem Qualifikationsspiel mehrere Akteure einen "Alters-Test" nicht bestanden. Für die WM hat die FIFA bereits angekündigt, mit Hilfe von Untersuchungen der Handgelenksknochen zu überprüfen, dass keiner der Spieler vor dem 1. Januar 2000 geboren wurde. 

Christian Wück hat aber andere Sorgen. Die Hitze, die Reisestrapazen, der nach der Monsunzeit tiefe Rasen. Und doch soll die WM ein Erfolg werden. Wann würde er also auf der Rückreise von einem guten Turnier sprechen? "Wenn ich das Gefühl habe, dass wir alles gegeben haben", sagt Wück: "Und wenn wir mit dem Pokal in der Hand nach Hause fliegen - klar."

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