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Deutschland wahrt in der WM-Quali seine weiße Weste und qualifiziert sich vorzeitig für die WM. Sebastian Rudy schießt das DFB-Team in Nordirland früh auf Kurs.

Mit seinem Hammer-Tor in den Winkel knackte Sebastian Rudy bereits nach 78 Sekunden das nordirische Bollwerk - und ebnete der deutschen Nationalmannschaft damit den Weg zur WM.

"Das frühe Tor war enorm wichtig, wir haben das Spiel die ganze Zeit dominiert", sagte Rudy nach dem souveränen 3:1-Sieg in Nordirland bei RTL - und rief bereits die Mission fünfter Stern aus: "Nach Russland fahren wir, um was zu reißen! Wir wollen den Titel dort erfolgreich verteidigen." (Spielplan und Ergebnisse)

Löw "nicht vollkommen zufrieden"

Mit dem neunten Sieg im neunten Qualifikationsspiel untermauerte die Mannschaft von Joachim Löw ihre Ambitionen, dennoch war der Bundestrainer "nicht vollkommen zufrieden". "Entscheidend war, dass wir so früh in Führung gegangen sind. Das haben wir gut gemacht", sagte Löw. 

Sandro Wagner (21.) legte mit seinem vierten Tor im vierten Länderspiel noch vor der Pause nach und der neben Rudy ebenfalls sehr starke Joshua Kimmich (86.) sicherten der DFB-Elf den WM-Platz - bereits vor dem Quali-Finale gegen Aserbaidschan in Kaiserslautern, wo es am Sonntag noch um die erste "perfekte" WM-Qualifikation seit 1981 geht. Für die Gastgeber traf Josh Magennis (90.+3). (Die Tabelle)

"Wir haben auf dem Platz gespürt, dass wir in der zweiten Hälfte alles unter Kontrolle haben. Da haben wir dann das Tempo etwas rausgenommen", sagte Löw.

Schwere Gruppe droht

Der Blick geht jetzt bereits Richtung Russland: Bei der Auslosung am 1. Dezember im Moskauer Kreml droht eine schwierige Gruppe mit einem früheren Weltmeister wie Frankreich, Spanien oder Italien.

Anders als Deutschland wäre dieses Trio wie auch Chile, England oder Uruguay nach aktuellem Stand nicht als Gruppenkopf gesetzt. Löw bezeichnet die historische Titelverteidigung auch deshalb als "das Allerschwerste überhaupt".

Die eiserne Wand der Nordiren zu durchbrechen, die zuvor in acht Spielen nur zwei Gegentore kassiert hatten (beide gegen Deutschland), oblag in erster Linie Wagner. Den Hoffenheimer bot Löw in Abwesenheit von Timo Werner und Mario Gomez als Stoßstürmer auf. Thomas Müller startete als zweite, eher hängende Spitze - und als Kapitän, da Torhüter Manuel Neuer wie ein Dutzend anderer Startelf-Kandidaten fehlte. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Traumstart dank Rudys Hammer - Boateng kehrt zurück

Rudys wunderbarer 25-Meter-Schuss bescherte dem DFB-Team vor enthusiastischen nordirischen Fans einen perfekten Start. Es war das erste Länderspieltor des Bayern-Profis.

Dem weitestgehend in der Luft hängenden Angriff der Gastgeber stellte der Bundestrainer die Weltmeister-Innenverteidigung Mats Hummels/Jerome Boateng entgegen. Boateng spielte erstmals seit dem Hinspiel (2:0) vor einem Jahr. Links verteidigte Marvin Plattenhardt von Hertha BSC solide für den verletzten Kölner Jonas Hector.

Doch meist war nur die Abwehr der Nordiren in höchster Not: Wagner hätte nach einer Flanke des bärenstarken Kimmich von rechts beinahe mit der Brust zum 0:2 getroffen (4.), nach 16 Minuten köpfte er ebenfalls nach Vorlage Kimmichs an den Pfosten. Schließlich traf Wagner doch: mit einem präzisen 16-Meter-Schuss vorbei am verzweifelt herangrätschenden Gareth McAuley.

Nordirlands Fans sorgen für Stimmung

Der Weltmeister drängte Nordirland energisch in die Defensive und auch nach der Halbzeitpause richteten sich die Nordiren gezwungenermaßen an kleinen Erfolgen auf.

Jeder gewonnene Zweikampf, jeder Einwurf wurde von den 18.104 Zuschauern euphorisch bejubelt. Die Chancen jedoch hatte Deutschland. Das DFB-Team schlug dreimal zu und ist in Russland dabei. Nordirland hingegen wird wohl in die Playoffs einziehen. 

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