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Rubin Okotie (2.v.r.) schoss Österreich als Joker zum Sieg gegen Russland
Rubin Okotie (2.v.r.) schoss Österreich als Joker zum Sieg gegen Russland © getty

Wien/München - Die in vielen Jahren nicht gerade vom Erfolg verwöhnten österreichischen Fußball-Fans standen kopf.

Mit Ovationen feierten die 47.500 Zuschauer im Ernst-Happel-Stadion noch Minuten nach dem Abpfiff ihre Nationalmannschaft, die mit dem 1:0 (0:0) gegen Russland (Roundup) die Punkteausbeute in der EM-Qualifikation auf zehn in vier Spielen hochschraubte.

Die rot-weiß-rote Mannschaft ist 2014 damit weiter ungeschlagen. (DATENCENTER: Die EM-Qualifikation)

Alaba stolz auf Österreich

"Das war unglaublich, nicht zu beschreiben. Das ganze Stadion hat gekocht. Ich bin stolz auf meine Mannschaft", sagte Österreichs verletzter Star David Alaba vom FC Bayern München.

Gleichzeitig warnte der Allroundspieler allerdings: "Wir müssen von Spiel zu Spiel denken und dürfen nicht abheben, sondern müssen auf dem Boden bleiben."

Koller warnt

Trotz der Erfolgsserie sehen dies seine Teamkollegen und der Schweizer Chefcoach ähnlich.

"Die Tabelle sieht sehr schön aus, aber das kann auch trügerisch sein. Ich weise nochmals darauf hin: Noch sind wir nicht qualifiziert", sagte Trainer Marcel Koller (früher 1. FC Köln und VfL Bochum), der mit der Einwechslung des Münchner Zweitliga-Torjägers Rubin Okotie ein glückliches Händchen bewiesen hatte.

Denn der Löwen-Profi erzielte in der 73. Minute das Tor des Tages und löste die Jubelfeierlichkeiten im Prater aus. (Alle Spiele im TICKER zum Nachlesen)

Der Vorsprung in der Gruppe G auf Schweden mit Superstar Zlatan Ibrahimovic beträgt vier Punkte und auf die russische Sbornaja gar fünf Zähler.

Auch Fuchs bremst

"Dieser Sieg bedeutet nur, dass wir gut gespielt haben, mehr nicht. Es stehen noch viele Spiele aus, wir müssen den Ball flach halten", mahnte Kapitän Christian Fuchs von Schalke 04.

Der Bremer Zlatko Junuzovic ergänzte: "Das Ergebnis spricht für uns. Wir haben auch die Ausfälle gut weggesteckt. Jeder kann einspringen, das hat man heute gesehen."

Wechselbad der Gefühle für Joker Okotie 

Österreich, EM-Co-Gastgeber von 2008, zeigte gegen Russland einen leidenschaftlichen Kampf. Wie schon gegen Montenegro (1:0) war erneut Okotie der entscheidende Torschütze.

Dass der Treffer wahrscheinlich aus Abseitsposition erzielt wurde, war am Ende nebensächlich. Zumal der Münchner kurz zuvor bereits ein reguläres Tor erzielt hatte, das nicht gegeben wurde.

"Ich war mir sicher, dass der erste Ball drin war. Wenn das Tor dann Abseits war, war das ausgleichende Gerechtigkeit", äußerte Okotie, der in der 59. Minute für Marc Janko eingewechselt wurde.

Er akzeptiere die Entscheidung Kollers, ihn nicht in der Anfangsformation aufgeboten zu haben, so Okotie.

Capello vor dem Aus

Die Niederlage in Wien dürfte derweil die Position des russischen Cheftrainers Fabio Capello weiter schwächen.

Zuletzt hatte es intern schon Kritik am italienischen Fußballlehrer gegeben.

Außerdem gab der Verband RFU an, Capellos Salär von sieben Millionen Euro jährlich nicht mehr zahlen zu können.

Es deutet derzeit einiges darauf hin, dass Capello nicht mehr allzu lange die Verantwortung für den WM-Gastgeber 2018 tragen wird.

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