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Deutschland nähert sich der Topform © SPORT1/Getty Images

Deutschland schießt wieder mit gewohnter Leichtigkeit Tore. Bundestrainer Joachim Löw muss dennoch alles infrage stellen - auch Weltmeister wie Schweinsteiger und Özil.

Das Etappenziel ist fast erreicht.

Nach dem 3:2-Sieg in Schottland kann die deutsche Nationalmannschaft für die Europameisterschaft in Frankreich planen.

Vier Punkte Vorsprung auf den Playoff-Platz bei nur noch zwei ausstehenden Partien – das wird sich der Weltmeister nicht mehr nehmen lassen.

Dass die Qualifikation kein Selbstläufer ist, haben andere Top-Teams - allen voran die Niederlande -  erfahren müssen.

Selbstverständlich sind auch die deutschen Erfolge nicht. Das DFB-Team hat sich bei der WM in fünf von sieben Spielen durchbeißen müssen, wie Mats Hummels nach dem 3:2 in Schottland treffend anmerkte und eine "fast schon arrogante Erwartungshaltung" kritisierte.

Nach dem Durchhänger in der Zeit nach der WM ist die deutsche Mannschaft aber wieder auf dem richtigen Weg.

Das Erfolgsgeheimnis ist denkbar einfach: Die Leichtigkeit ist zurück.

Am deutlichsten zu sehen war das an Mario Götze.

Beim FC Bayern oft nur Nebendarsteller, drehte er nun im DFB-Team richtig auf und wirkte auf dem Platz wieder so gelöst und leichtfüßig wie am Anfang seiner Nationalmannschaftskarriere.

Joachim Löw hat Götze das Vertrauen gegeben, das er in München zuletzt nicht bekommen hat. Nun muss er diesen Schwung mitnehmen und sich bei Bayern durchbeißen. Oder er muss Konsequenzen ziehen und im Winter wechseln.

Neben Götze und Torjäger Thomas Müller war Ilkay Gündogan der auffälligste Akteur des Länderspiel-Doppelpacks. Auch der Dortmunder bewegt sich nach seiner langen Verletzungspause wieder leichtfüßig und dynamisch. In seiner aktuellen Form muss es für Gündogan immer einen Platz in der Startelf geben.

Das gilt auch für Jonas Hector, der auf dem besten Weg ist, eine Dauerlösung für die linke Abwehrseite zu werden.

Ein Fragezeichen steht nur hinter der Position des Rechtsverteidigers, auf der auch Emre Can nicht überzeugen konnte.

Steigerungsbedarf haben zudem Bastian Schweinsteiger und Mesut Özil. Die Leichtigkeit, mit der Götze oder Gündogan auftraten, vermisst man bei den Beiden.

Es bleibt abzuwarten, ob sich Schweinsteiger bei Manchester United seine Form wieder erarbeiten kann.

Löw muss sich nun Gedanken machen, wie seine Stammelf in Frankreich aussehen soll.

Ob nicht Gündogan die bessere Lösung auf der Zehn ist statt Özil.

Ob Schweinsteiger wirklich gesetzt ist.

Alte Verdienste dürfen keine Rolle spielen, nur die Leistung.

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