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Glasgow - Thomas Müller fällt im Moment der Ball einfach ins Tor. Am beeindruckenden Bayern verzweifelt Schottland. Er selbst nimmt seine Wahnsinns-Form locker.

Es war ein typischer Müller-Abend mit einem typischen Müller-Spruch am Ende.

Ein abgefälschter Schuss, ein Kopfball-Abstauber nach einem Pfostenschuss und eine perfekte Hereingabe – mit zwei Toren und einer Vorarbeit war Thomas Müller der Mann des Spiels an einem verrückten Fußballabend. (Der Spielplan der Gruppe D)

Mal schlechter, mal besser

"Manchmal läuft es schlechter, manchmal besser. Zurzeit läuft es besser", sagte Müller nach seinem kuriosen Doppelpack beim Sieg gegen Schottland.

"Wir haben ein sehr souveränes Spiel gemacht, auch wenn sich 3:2 ein bisschen knapper anhört", ergänzte Müller.

Schottland extrem defensiv

Die Herausforderung war an diesem Abend, eine Lücke in der dicht gestaffelten gegnerischen Defensive zu finden. Die Schotten standen häufig mit sechs oder mehr Spielern an der eigenen Strafraumgrenze.

"Wir haben den Ball gut laufen lassen und hatten viel Sicherheit in unserem Spiel. Wir haben die Zwischenräume gut gefunden", fand Müller. "Dass wir keine Chancen im Minutentakt bekommen haben, war aufgrund der schottischen Defensive klar. Aber wir haben die Ruhe nicht verloren."

Müller eiskalt

Vor allem er selbst war im Abschluss wieder einmal eiskalt, wenn auch dieses Mal mit Glück.

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Der 25-Jährige erzielte in seinem 65. Länderspiel seine Tore Nummer 29 und 30 und überholte in der Torjägerliste des DFB bereits den Welt- und Europameister Andreas Möller.

Tore, Tore, Tore

In den Partien der EM-Qualifikation traf Müller er insgesamt achtmal, sechsmal davon in den vergangenen vier Spielen.

Der WM-Torschützenkönig von 2010 ist offenbar selbst überrascht über seine Trefferquote.

Müller sieht es locker

"Ich nehme es zur Kenntnis und freue mich auch. Aber ich weiß auch, dass mir das im nächsten Spiel nichts bringt", meinte der Bayern-Profi, der auch in München bereits fünf Saisontore auf dem Konto hat.

Trotz seines immer noch jungen Alters ist Müller bereits so etwas wie eine lebende Legende und aus beiden Mannschaften nicht mehr wegzudenken.

100 Millionen reichen nicht

Sein früherer Bayern-Trainer  Louis van Gaal versuchte ihn im Sommer zu Manchester United zu lotsen, 100 Millionen Euro war der Oberbayer den Engländern nach SPORT1-Informationen wert.  Doch Bayern-Boss  Karl-Heinz Rummenigge erklärte ihn für unverkäuflich.

Nach Bastian Schweinsteigers Wechsel nach Manchester ist Thomas Müller nun das Aushängeschild des Vereins, sogar noch vor Kapitän Philipp Lahm.

Strunz staunt über Müller

"Thomas Müller ist ein Phänomen", stellte Thomas Strunz bereits am Sonntag im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 fest.

Schon im Hinspiel in Dortmund war er mit zwei Treffern der Matchwinner, in Glasgow wurde er endgültig zum Albtraum der Bravehearts. Dass seine Treffer kurios zustande gekommen waren, störte ihn nicht.

Lineker lobt

"Bei den ersten Toren haben wir es gut gespielt und im Abschluss war ein Quäntchen Glück dabei", meinte Müller, der von Englands Ex-Torjäger und Twitter-König Gary Lineker als "goalscorer’s goalscorer", quasi ein Torjäger der Torjäger, geadelt wurde.

Ähnlich kurios wie Müllers Treffer fielen die Tore der Gastgeber.

Müller: "Blöde Situationen"

"Schottland hat nicht viel fürs Spiel gemacht, aber zwei Tore nach Standards erzielt. Es ist nicht so, dass wir uns dabei amateurhaft verhalten haben, aber es waren blöde Situationen", fand Müller.

Nach einem von Emre Can an der Strafraumgrenze verschuldeten Freistoß wehrte Neuer den scharf geschossenen Ball nach vorn ab – und von Mats Hummels' Brust fiel er ins Tor.

Hätte er doch den Fuß genommen

"Ich habe damit gerechnet, dass ein Schotte den Ball touchiert, aber dann setzt der Ball vor mir auf und ich versuche nur, ihn wegzubekommen", berichtete Neuer. "Mats hat einen Helferinstinkt und war sehr nah bei mir. Das Einfachste wäre gewesen, den Ball mit dem Fuß wegzuhauen."

Auch beim zweiten Gegentor machte Neuer eine etwas unglückliche Figur, als ihm bei einem Weitschuss nach zu kurzer Kopfballabwehr die Sicht versperrt war.

Siegtreffer vorbereitet

So stand es 2:2 zur Pause, doch Müller brachte das DFB-Team mit seiner Vorarbeit zum 3:2 durch Ilkay Gündogan endgültig auf die Siegerstraße – und die Schotten, die ihr Team von der ersten bis zur letzten Minute frenetisch anfeuerten, zur Verzweiflung.

Mats Hummels twitterte nach dem Spiel, er habe bei der Atmosphäre im Hampden Park Gänsehaut gehabt.

Müller sah es etwas nüchterner: "Es war super und beeindruckend. Aber bevor ich Gänsehaut bekomme, muss bei mir was Anderes passieren."

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