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Polizisten vor dem Stade de France in Paris
Polizisten vor dem Stade de France in Paris © Getty Images

Die Terroranschläge von Brüssel werfen ihre Schatten auch auf die EM in Frankreich. Während die Gastgeber gelassen bleiben, denkt die UEFA an drastische Maßnahmen.

Höchste Alarmbereitschaft, Elite-Polizisten, strikte Überwachung: Nach den Terror-Anschlägen von Brüssel hat Frankreich noch einmal bekräftigt, alles für eine sichere Europameisterschaft zu tun.

Doch reicht das wirklich aus? Während Gastgeber Frankreich davon ausgeht, die EM in zweieinhalb Monaten ordnungsgemäß über die Bühne zu bringen, wird bei der UEFA bereits einen Schritt weiter gedacht.  Der Verband sorgt sich vor allem um die vielen Fans aus der ganzen Welt.

Geisterspiele drohen

"Die EM ist ein Ereignis, das man nicht einfach nach hinten verschieben kann. Wir können die Möglichkeit nicht ausschließen, dass hinter verschlossenen Türen gespielt werden muss. Wir können sonst den Terrorismus nicht ausschließen", erklärte UEFA-Vize Giancarlo Abete im französischen Radio bei Radio24.

Dass würde bedeuten, dass die Spiele vor leeren Rängen stattfinden würden, auch Public Viewing würde es dann nicht geben.

Frankreich sieht EM nicht gefährdet

Dagegen gehen die Franzosen von einer EM mit Zuschauern aus. "Was dort passiert ist, erinnert uns auf tragische Weise daran, wie groß die Bedrohung für Frankreich und seine europäischen Partner ist", sagte Innenminister Bernard Cazeneuve. Während des Turniers vom 10. Juni bis 10. Juli werde eine "sehr hohe Sicherheitsstufe" herrschen, um eine "kollektive Sicherheit" zu gewährleisten.

Auch der Präsident des französischen Fußball-Verbandes, Noel Le Graet, versuchte die aufkommenden Sorgen zu zerstreuen. Die eingeleiteten Maßnahmen seien "sehr gründlich" und es werden "Spezialisten von einem sehr, sehr hohen Niveau" eingesetzt.

Und Sport-Staatssekretär Thierry Braillard sagte der L'Equipe: "Jede Mannschaft wird von Elite-Polizisten bewacht werden, wie auch ihre Trainingsorte und Unterkünfte." Im Hinblick auf die Sicherheit könne "man nicht mehr tun. Wir wiederholen es seit mehreren Monaten, die terroristische Bedrohung war von Anfang an Teil unserer Überlegungen."

Weltmeister trotzt dem Terror

Auch Bundestrainer Joachim Löw hatte sich den Start ins EM-Jahr sicher ganz anders vorgestellt. Anstatt voller Optimismus und Vorfreude den EM-Countdown zu starten, überlagert die Angst vor dem Terror die Vorbereitungen der deutschen Nationalmannschaft auf den Länderspielklassiker gegen England am Samstag (20.45 Uhr im LIVETICKER) im noch nicht ausverkauften Berliner Olympiastadion.

"Die Ereignisse sind sicherlich schrecklich und haben uns ein bisschen nachdenklich gestimmt. Da kommen die Bilder von Frankreich ins Gedächtnis zurück", sagte Löw. Bei seiner ersten Pressekonferenz im neuen Jahr machte er aber auch deutlich: "Wir lassen uns von dem Thema aber nicht beeindrucken. Wir bereiten uns gezielt auf die Spiele vor und verlassen uns auf unsere Sicherheitskräfte."

Teammanager Oliver Bierhoff betonte aber dennoch: "Das Thema Sicherheit wird uns weiter beschäftigen. Wir werden in dieser Hinsicht einen großen Aufwand betreiben und auch Sorge dafür tragen, dass die Spieler gesichert sind, bei den anstehenden Spielen und natürlich auch beim EM-Turnier."

Nach Brüssel habe es über das Thema noch keine Gespräche mit den Spielern gegeben, "da es andere Dinge gab, die uns wichtig waren". Die DFB-Auswahl wird in Gedenken an die Opfer der Terroranschläge in Belgien am Samstag mit Trauerflor spielen. Vor der Partie wird es eine Schweigeminute geben.

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