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München - Den EM-Fehlstart begründet Österreichs Teamchef Marcel Koller auch mit David Alabas defensiverer Klub-Position. Doch bei den Bayern schwächelt der Allrounder ebenso.

Eigentlich ist Marcel Koller kein Typ, der in der Stunde der Niederlage nach Ausreden sucht. So auch nicht nach Österreichs überraschendem EM-Fehlstart beim 0:2 gegen Ungarn.

"Wer hinten sicher steht und seine Konter eiskalt nutzt, hat eben vieles richtig gemacht", sagte der ÖFB-Teamchef.

Diesmal aber ließ Koller aufhorchen – und zwar mit leiser Kritik an David Alaba und dessen Rolle beim FC Bayern.

Koller: "Das ist ein Problem"

Angesprochen auf die abermals eher schwache Leistung des 23-jährigen Münchners erklärte der Schweizer Fußballlehrer ungewohnt offen: "Es ist so, dass David bei uns im Mittelfeld-Zentrum spielt - und bei Bayern München in der Verteidigung. Das ist ein kleines Problem."

Soll heißen: Alabas defensiv ausgerichtete Position im Münchner Starensemble läuft – zumindest bislang – einem effektiveren Abschneiden Austrias zuwider.

Auch wenn Koller noch relativierte: "Man hat natürlich gesehen, dass Alaba ein Spieler mit unglaublich viel Technik und sehr viel Spielverständnis ist."

"Wenn er das Tor schießt zu Spielbeginn, dann wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen", erinnerte Koller an den Pfostenknaller nach nicht einmal einer Minute.

Alabas Pfostenschuss als alleiniger Höhepunkt

Damit allerdings hatte Alaba sein Pulver bereits mehr oder weniger verschossen.

In der Folgezeit blieben nennenswerte Impulse durch den 24-maligen Nationalspieler (zehn Tore) Mangelware.

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Nicht das erste Mal in der jüngeren Vergangenheit mit dem rot-weiß-roten Bundesadler auf der Brust: Auch in den vier Einsätzen 2016 zuvor ging Alaba in der Offensive leer aus, obwohl er dreimal in der Startelf stand.

Vor allem aber: Der Linksfuß bot dabei stets eher diskrete Leistungen.

Slapstick-Eigentor gegen Malta

Beim 2:1 gegen Malta Ende Mai unterlief Alaba sogar ein kurioses Eigentor, als er einen Rückpass auf Keeper Ramazan Özcan in die eigenen Maschen setzte.

Auch bei den Bayern war die Formkurve des Allrounders in den vergangenen Wochen nach unten gegangen.

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So wusste er beim Halbfinal-Aus in der Champions League gegen Atletico Madrid nicht zu überzeugen - erinnert sei daran, als er bei Sauls Wahnsinnssolo im Hinspiel (0:1) am Ende einer Fehlerkette stand.

Beim Elfmeterkrimi-Triumph im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund zählte er ebenso zu den Schwächeren im Defensivverbund, hatte mit Pierre-Emerick Aubameyang und Henrikh Mkhitaryan seine liebe Mühe.

Forderung nach Mittelfeldplatz auch bei Bayern

Keine Empfehlung, um auch beim deutschen Rekordmeister mehr Verantwortung zu übernehmen und ins Mittelfeld aufzurücken. Das hatte er erst am Sonntag auf einer Pressekonferenz gefordert.

"Ich denke, dass ich schon öfters gezeigt habe, dass ich auch auf dieser Position spielen kann, dass ich mich da sehr wohlfühle und auch meine Leistung bringe", hatte er gesagt.

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Und mit Blick auf die EM ergänzt: "Das habe ich in der Nationalmannschaft bewiesen. Ich will mich bei diesem Turnier auf dieser Position beweisen und zeigen, dass ich das spielen kann."

Nach dem Dämpfer gegen Ungarn wäre der Beweis dessen am Samstag gegen Portugal fällig.

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