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Saint-Denis - Italien wirft Titelverteidiger Spanien im Achtelfinale der EM raus und fordert in der Runde der letzten Acht das deutsche Team. Giorgio Chiellini und Graziano Pelle treffen.

Schon eine eine Minute vor dem Abpfiff lagen sich zwei der alten Helden in den Armen.

Gianluigi Buffon nahm den Kopf von Giorgio Chiellini an beide Hände, dann fielen sie sich um den Hals, der Torhüter, der am Ende der Turm in der Schlacht war, und der beinharte Verteidiger, der beim 2:0 (1:0) gegen Spanien den Weg ins Viertelfinale gegen Deutschland freigeschossen hatte. (Ergebnisse und Spielplan der EM)

Dann kam der Abpfiff in einem Spiel, in dem alte deutsche Angstgegner Italien dem Europameister den letzten Nerv geraubt hatte. Überraschend mutig und offensiv schaltete die Squadra Azzurra das gefürchtete Passspiel des Titelverteidigers aus - sie gewann das Achtelfinale der Giganten dank einer taktischen Meisterleistung verdient 2:0 (1:0). 

"Die Spieler haben etwas ganz Besonderes in sich. Jetzt müssen wir uns erholen. Jetzt haben wir ein wirklich schwieriges Spiel vor uns", sagte Trainer Antonio Conte, betonte aber: "Wir haben gezeigt, dass Italien nicht nur Catenaccio ist."

Chiellini und Pelle treffen

In der Tat: Am Samstagabend in Bordeaux (21 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) werden die Italiener gegen Deutschland kaum weniger selbstbewusst auftreten: Sie haben von acht Turnierspielen gegen die DFB-Auswahl keines verloren, zuletzt siegten sie im EM-Halbfinale 2012 2:1. 

Die nächste Chance, den Deutschen eins auszuwischen, bietet sich durch Tore von Giorgio Chiellini (33.) nach einem Torwartfehler von David De Gea und Graziano Pellè (90.+1). (Die Torjäger der EM) 

Italien nahm dadurch auch Revanche für das ohne jede Chance verlorene EM-Finale 2012 (0:4) - entsprechend stand auf einem Fanplakat: "Spexit". Allerdings konnten sich die Italiener in der Schlussphase auch bei ihrem Torhüter Gianluigi Buffon bedanken. Er parierte gegen die anstürmenden Spanier mehrfach großartig. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

De Gea bewahrt Spanien vor Schlimmerem

Der Traum der hilflosen Spanier vom EM-Hattrick platzte zwei Jahre nach dem WM-Debakel brutal. "Das ist eine große Enttäuschung, die wir akzeptieren müssen, in der ersten Halbzeit haben wir ihnen zu viel zugeschaut", sagte der enttäuschte Andres Iniesta. 

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Spanien wurde nach dem Anpfiff vor 76.125 Zuschauern im verregneten St. Denis erst einmal überrascht - von einer erstaunlich aktiven Squadra, die auch gleich die erste gute Chance besaß: De Gea wehrte einen Kopfball des früheren Turniertänzers Pellè gerade noch ab (8.).

Pellè wurde regelmäßig aus dem Zentrum von Daniele De Rossi mit langen Pässen angespielt, ein einfaches, aber äußerst probates Mittel, das den Spaniern gar nicht behagte.

Spanien plan-, Italien humorlos

Die Spanier wirkten planlos, die Italiener dagegen taten, was sie am Besten können: humorlos verteidigen und schnörkellos angreifen. Fünf Minuten, nachdem Sergio Ramos fast ein Eigentor fabriziert hätte, konnte De Gea einen Freistoß von Eder nicht festhalten. Emanuele Giaccherini blieb beim Nachschussversuch noch hängen, Chiellini schob ein.

Was für ein Schock für Spanien: Der erste Gegentreffer in einem K.o.-Spiel seit der Achtelfinal-Niederlage bei der WM 2006 gegen Frankreich (1:3) schien die Mannschaft zu lähmen.

Den simplen Spielzug "De Rossi auf Pellè" verteidigte der Europameister nicht mal im Ansatz mit Konsequenz, die Italiener, älteste Mannschaft dieser EM, wirkten frischer, spritziger und entschlossener. 

Schlussoffensive wird nicht belohnt

Spanien bäumte sich erst nach der Pause auf. Alvaro Morata (49.) bekam eine gute Chance, der Angreifer von Juventus Turin köpfte den Ball hart, aber direkt in die Arme seines Vereinskollegen Buffon.

Kurz danach wäre es fast schon aus gewesen, als De Gea im Eins-gegen-Eins gegen den heranstürmenden Eder retten musste (55.).

Nochmal sieben Minuten herrschte völlige Konfusion im spanischen Strafraum, aber kein Italiener war da, um den Ball ins Tor zu schießen. Dann warf Spanien noch einmal alles nach vorne - vergeblich.

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