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Marseille - Frankreich tut sich lange gegen Albanien schwer. Dank der wilden Schlussoffensive samt Joker Griezmann steht der Gastgeber aber doch bereits im EM-Achtelfinale.

Erster - aber wie!

Nur dank erlösenden späten Toren von Antoine Griezmann und Dimitri Payet hat Gastgeber Frankreich als erste Mannschaft das Achtelfinale seiner EM erreicht.

Die Equipe tricolore kämpfte sich in Marseille mit einer wilden Schlussoffensive zu einem alles andere als standesgemäßen 2:0 (0:0) gegen Albanien, das den Favoriten einige Male in höchste Verlegenheit stürzte - einmal rettete sogar der Pfosten (52.) für Torhüter Hugo Lloris. (Ergebnisse und Spielplan der EM)

Standpauke vom Trainer

Dennoch: Frankreich ist dank "Joker" Griezmann (90.) und seinem neuen Helden Payet (90.+6) durch, ein Punkt im letzten Spiel gegen die Schweiz reicht zum Sieg in der Gruppe A. Auch die "Adler" können es mit einem Sieg gegen Rumänien noch ins Achtelfinale schaffen.

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Von Champagner-Fußball war wie schon im Eröffnungsspiel gegen Rumänien (2:1) nichts zu sehen. Erst in der zweiten Halbzeit steigerte sich Frankreich , als der überraschend aus der Startelf genommene Superstar Paul Pogba ins Spiel kam. Und nach einer Standpauke von Coach Didier Deschamps.

In der Pause, war von Anwesenden zu hören, ging es in der Kabine der Franzosen ganz schön zur Sache. Was auch immer der Trainer von sich gegeben hat, es scheint was gebracht zu haben. Wenn auch ziemlich spät.

"Der Trainer hat in der Halbzeit gesagt: Leute, wir können uns hier fürs Achtelfinale qualifizieren. Ihr müsst ein bisschen mehr zeigen, aggressiver und schneller spielen", berichtete Bayerns Kingsley Coman.

Umso enttäuschter war Mergim Mavraj: "Das ist typisch für uns. Schon im ersten Spiel haben wir uns für einen Riesenaufwand nicht belohnt. Diesmal war es noch eine Schippe schlimmer", sagte der Abwehrchef des 1. FC Köln.

Pogba und Griezmann nur auf der Bank

Deschamps ließ anfangs tatsächlich Pogba und Griezmann auf der Bank sitzen. Das war trotz der schwachen Leistung des Duos im ersten Spiel eine mutige, wenn nicht wagemutige Entscheidung.

In der Anfangsformation standen dafür die teuren Jungstars Anthony Martial (20), den sich Manchester United 50 Millionen Euro hatte kosten lassen, sowie Kingsley Coman (20), für den der FC Bayern bereits sieben Millionen bezahlt hat und wohl noch 21 Millionen zahlen wird. (EM-Torjäger)

Im Stade Velodrome sahen 67.354 Zuschauer eine weitere große Überraschung: Die Albaner machten den Franzosen das Leben schwer. Coman etwa, später der beste Spieler auf dem Platz, wurde permanent von Ansi Agolli beackert, wehrte sich aber trickreich und leitete viele Angriffe ein.

Das war keineswegs einfach, denn der EM-Debütant ging mit zwei sehr dicht gestaffelten Viererketten äußerst entschlossen zu Werke. Die Albaner, die im ersten Spiel 0:1 gegen die Schweiz verloren hatten, standen kompakt und ließen den Franzosen wenig Raum. Hatten sie selbst den Ball, konnten sie aber lange wenig damit anfangen.

Frankreich ohne Ideen

Das ging den Franzosen nicht anders. Es fehlten die Ideen, die Abwehr auszuspielen. Coman und Martial waren Aktivposten. Ihre Aktionen, vom Publikum bei der Wiederholung auf der Videotafel bejubelt, führten allerdings zu nichts. Und tatsächlich hatten dann sogar die Albaner Chancen - und nicht wenige.

Der französische "Sechser" N'Golo Kanté musste sich in höchster Not in ein Kopfballduell werfen. Von seiner Brust prallte der Ball an den Pfosten, auf dem Boden liegend kam dann noch einmal Ledian Memushaj gefährlich an den Ball (52.).

Auf der Gegenseite scheiterte Olivier Giroud mit seinen Kopfbällen (67./69.), unmittelbar danach wurde Coman ausgewechselt - auch Griezmann durfte nun noch ran.

Und er traf.

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