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Paris - Admir Mehmedi rettet die Schweiz vor einer Niederlage gegen Gruppengegner Rumänien. Er gleicht den Elfmeter-Führungstreffer der Rumänen in der zweiten Halbzeit aus.

Matchball vergeben, trotzdem fast am Ziel: Die Schweiz kann mit dem Einzug ins Achtelfinale der EM planen - dank Admir Mehmedi von Bayer Leverkusen.

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Der Reservist der Werkself erzielte im zweiten Gruppenspiel gegen Rumänien den Ausgleich zum Endstand von 1:1 (0:1) und bescherte seiner Mannschaft damit nach dem 1:0 gegen Albanien den vierten Punkt in der Gruppe A. Das dürfte reichen, um als einer der vier besten Gruppendritten in die K.o.-Runde einzuziehen. (Ergebnisse und Spielplan der EM)

"Im letzten Gruppenspiel alles klarmachen"

Nach dem Schlusspfiff standen die Schweizer zunächst ein wenig ratlos auf dem Rasen herum, auch Ankurbler Granit Xhaka, der zum "Man of the Match" gewählt wurde.

"Die Mannschaft hat eine super Leistung gezeigt, das war eine Riesensteigerung. Wir haben vieles richtig gemacht", sagte Memehdi, der mit einem  Schuss aus zehn Metern an Freund und Gegner vorbei traf (54). "Jetzt", ergänzte er, "werden wir im letzten Gruppenspiel alles klarmachen."

Dann geht es freilich gegen Frankreich.

Doch auch Trainer Vladimir Petkovic ist guter Dinge: "Ein Punkt war das Minimum, man sollte aber keine Sorgen haben. Gegen Frankreich müssen wir noch besser auftreten, um zu siegen. Mit einem Punkt heute kann man zufrieden sein. Wir konnten einen wichtigen Schritt in Richtung nächste Runde machen und sind fast sicher im Achtelfinale."

Widerspenstige Rumänen

Mit einem Sieg wären die Schweizer als erste Mannschaft sicher im Achtelfinale gewesen, dabei machten ihnen aber die erneut widerspenstigen Rumänen einen Strich durch die Rechnung.

Mit seinem zweiten verwandelten Foulelfmeter dieser EM hatte Bogdan Stancu seine Mannschaft in Führung gebracht (18.), ehe Mehmedi mit einem strammen Schuss aus zehn Metern traf (54.). (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Die Rumänen hatten das EM-Eröffnungsspiel 1:2 gegen Frankreich verloren, auch für sie ist das Achtelfinale noch möglich. Bei einem Sieg gegen Albanien am letzten Gruppenspieltag könnte die Mannschaft von Anghel Iordanescu sogar noch Tabellenzweiter werden. (EM-Tabellen)

"Wir haben zwei komplett verschiedene Halbzeiten erlebt. Zuerst hatten wir die Initiative in der Hand und konnten unser Spiel entwickeln", sagte Iordanescu. "Wir hätten dieses Spiel gewinnen können. In der zweiten Halbzeit hat die Schweiz aber dominiert. Wir haben sehr viel gelitten - vor allem, weil die Schweiz enormen Druck aufgebaut hat."

Stancu, der im türkischen Erstliga-Mittelmaß bei Genclerbirligi ein eher unauffälliges Dasein fristet, stieg derweil zum ersten zweifachen Torschützen der EM 2016 auf.

Sechs Bundesliga-Profis wollen ins Achtelfinale

Zum Anpfiff vor 43.576 Zuschauern schien die Sonne über dem Pariser Prinzenpark, und sechs Bundesliga-Profis machten sich auf, die Schweiz erstmals in die K.o.-Runde einer EM zu führen.

Doch nach einer flotten Anfangsphase und ersten Großchancen für Haris Seferovic (6./16.) kam der Schock für die Eidgenossen - Schiedsrichter Sergej Karassew (Russland) verhängte den zweiten Elfmeter des Turniers, den zweiten für Rumänien. (Die Statistiken zum Spiel)

Wieder traf Stancu sicher, wie schon im Eröffnungsspiel gegen Frankreich, Torhüter Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach sprang in die falsche Ecke.

Kapitän Stephan Lichtsteiner von Juventus Turin hatte im Strafraum ziemlich dumm sekundenlang die Belastbarkeit des Trikots von Alexandru Chipciu geprüft.

Chancentod Seferovic

Bitter entwickelte sich das Turnier für Seferovic, der vor drei Wochen noch Eintracht Frankfurt vor dem Bundesliga-Abstieg gerettet hatte. Er war gegen Albanien viermal allein vor dem Torhüter gescheitert, nun kamen gegen den guten Ciprian Tatarusanu zwei weitere Male hinzu. (EM-Torjäger)

Die Schweizer, gegen Rumäniens 4-2-4 mit einem 4-2-3-1-System angetreten, schüttelten den Schrecken allerdings schnell ab.

Granit Xhaka organisierte das etwas zähe Angriffsspiel gegen fortan tiefstehende Rumänen, die Abwehr aber wackelte weiter: Cristian Sapunaru traf den Außenpfosten (28.).

Antreiber Xhaka

Bei ihren Kontern waren die technisch sehr versierten Rumänen brandgefährlich, zudem fing sich die Defensive nach den anfänglichen Problemen.

Das sollte sich aber ändern. Angetrieben von Xhaka, der nach einem Frustfoul Gelb sah, investierten die Schweizer zunehmend mehr in das Spiel.

In der hektischen Schlussphase waren sie sogar dem Siegtreffer nahe als die Rumänen: Die konnten sich nur noch nach Kräften wehren.

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