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Lens - England entgeht bei der EM einer peinlichen Niederlage. Die "Three Lions" trotzen gegen Wales einem Patzer von Keeper Joe Hart und drehen das Spiel dank zweier Jokertore.

England hat trotz seiner legendären Torhüter-Schwäche einen Prestige-Sieg in der "Battle of Britain" gegen Wales erkämpft - der Einzug ins Achtelfinale ist fast sicher.

Die Super-Joker Jamie Vardy und Daniel Sturridge zähmten beim 2:1 (0:1) in Lens die feurigen walisischen "Drachen", die durch einen gewaltigen 30-Meter-Freistoß ihres Superstars Gareth Bale in Führung gegangen waren. Dabei patzte Englands Torhüter Joe Hart schlimm.

England schnuppert am Achtelfinale

In der Gruppe B ist der Weltmeister von 1966 mit vier Punkten dennoch auf einem sehr guten Weg Richtung Achtelfinale. Um den letzten Zweifel auszuräumen, genügt am Montag ein Punkt gegen die Slowakei. 

Auch für Wales (3 Punkte), das zum Abschluss der Gruppenphase auf Russland trifft, ist noch alles drin. "Wir sind stolz, hier zu sein. Wir haben noch ein Spiel gegen Russland und werden da alles reinwerfen, um weiterzukommen", gab sich Bale nach dem Schlusspfiff kämpferisch. (Ergebnisse und Spielplan der EM)

"Schön, verrückt, unglaublich"

Vardy vom englischen Sensationsmeister Leicester City erzielte vor 34.033 Zuschauern nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Ballkontakt den umjubelten Ausgleich für England (56.), spät schlug noch der zweite Joker Sturridge zu (90.+2). 

"Es ist ein schönes, verrücktes, unglaubliches Gefühl. Wir sind eine tolle Mannschaft und haben uns am Ende belohnt", freute sich Matchwinner Sturridge.

Hart verhilft Bale zu Freistoß-Bestmarke

Die Szene der ersten Halbzeit war der Treffer von Bale. Aus 30 Metern nahm er Maß, sein Mitspieler Wes Chester duckte sich am Rand der englischen Mauer weg, Hart reagierte zu spät und lenkte den Ball dann auch noch ins eigene Netz. (Die Torjäger der EM)

Bale hatte bereits beim 2:1 gegen die Slowakei das 1:0 per direktem Freistoß erzielt, er ist nach Michel Platini 1984 und Thomas Häßler 1992 der Erste, dem bei einer EM zwei Freistoßtore gelangen.

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Brych trifft richtige Entscheidung

Der Ausgleich war eine knifflige Situation - die vom deutschen Schiedsrichter Felix Brych aber korrekt bewertet wurde. Zuvor war der Münchner auf eine Schwalbe des Engländers Danny Rose hereingefallen (28.), aus dem Freistoß wäre fast ein Treffer durch Gary Cahill entstanden. 

Nur wenig später bekam der Waliser Ben Davies nach einem Kopfballduell im Strafraum deutlich erkennbar den Ball auf die Hand, Brych ließ aber weiterspielen (32.).

Weniger Feuer in Halbzeit eins

Vor dem Spiel hatte es ein paar Sticheleien gegeben. David trat Goliath ein bisschen vor's Schienbein, "ich denke, dass wir viel mehr Leidenschaft und Stolz haben als die Engländer, das werden wir definitiv zeigen", behauptete Bale. Auf die Frage, wie viele Engländer es in die Mannschaft der Waliser schaffen würden, gab er lapidar zu verstehen: "Keiner." Der englische Trainer Roy Hodgson fand das ein bisschen "respektlos".

Der zündelnde Bale wurde von den Engländern in Doppeldeckung genommen, Dreh- und Angelpunkt der Waliser war deshalb Aaron Ramsey vom FC Arsenal. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

Besonders nach dem 1:1 kam es wiederholt zu tumultartigen Szenen im Waliser Strafraum, es schien, als müsse nur noch jemand den Ball ins Tor spitzeln. Sturridge wühlte sich schließlich durch.

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