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Nizza - Schweden fliegt nach der Niederlage gegen Belgien raus. Zlatan Ibrahimovic' Nationalmannschaftskarriere ist vorbei. Belgien reicht ein Hammer fürs Achtelfinale.

Zlatan Ibrahimovic lief kraftlos und enttäuscht auf die Kurve der schwedischen Anhänger zu, er klatsche ihnen mit erhobenen Händen zu, sie applaudierten artig zurück. Die Kapitänsbinde hatte der "König" da bereits ausgezogen - er wird sie auch nie wieder anziehen, zumindest nicht für die Nationalmannschaft.

Dann ging Ibrahimovic in die Kabine, niedergeschlagen, der belgische Trainer Marc Wilmots eilte ihm noch hinterher, um sich zu verabschieden. 

"König" Zlatan Ibrahimovic muss abdanken, Belgien träumt weiter vom Sprung auf den EM-Thron. Ohne Tor und ohne Sieg bei der EM in Frankreich ging die Karriere des schwedischen Kapitäns im Nationaltrikot am Mittwoch trist zu Ende, das 0:1 (0:0) gegen die Roten Teufel von Marc Wilmots war sein 116. und letztes Länderspiel.

Ibrahimovic: "Sehr enttäuschend"

"Es ist sehr enttäuschend. Aber ich habe die Möglichkeit genossen, die EM zu spielen und Schweden zu repräsentieren", sagte Ibrahimovic: "Ich habe viele fantastische Erinnerungen an meine Zeit in der Nationalmannschaft."

Eden Hazard huldigte dem Superstar. "Zlatan ist ein Großer des Fußballs. Sicher wäre er gerne weiter gekommen. Er ist ein großer Champions und kann noch viel im Vereinsfußball erreichen", sagte Belgiens Kapitän.

Nainggolans Kracher sitzt

Belgien zog nach einem wunderschönen Treffer von Radja Nainggolan (84.) als Zweiter der Gruppe E hinter Italien ins Achtelfinale ein und trifft am Sonntag in Toulouse auf die starken Ungarn der deutschen Trainer Bernd Storck und Andreas Möller. "Es war ein fantastisches Tor mit ein bisschen Glück. Ich wollte einen guten Schuss machen, aber der Sieg war wichtiger", sagte der bunt tätowierte Torschütze.

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Ibrahimovic machte beim Gegentor eine wegwerfende Geste, als wolle er sagen: Mist! Kurz zuvor hatte Belgiens Kevin De Bruyne einen Kopfball von Andreas Granqvist von der Linie geköpft. (Ergebnisse und Spielplan der EM)

Die Abschiedsvorstellung von Ibrahimovic sahen 34.011 Zuschauer im Stadion von Nizza, eine eher kleine Bühne. Wie in den vorangegangenen Spielen gegen Irland (1:1) und Italien (0:1) fehlte Schwedens Kapitän die Unterstützung seiner Mitspieler.

Seinen Treffer in der 63. Minute erkannte der gute Schiedsrichter Felix Brych wegen eines Foulspiels zurecht nicht an, sein gefährlicher Freistoß in der 75. Minute wurde von Thibaut Courtois im belgischen Tor pariert.

"Ich bin natürlich sehr enttäuscht, aber trotzdem stolz auf meine Spieler. Wir hatten einige Möglichkeiten, aber Belgien hat heute am Ende noch getroffen", sagte Trainer Erik Hamren: "Unsere letzten beiden Spiele waren nicht schlecht, aber wir dürfen hier nicht weiter mitspielen. Das ist sehr schade."

Mitspieler frustrieren Ibrahimovic

Die Schweden wussten: Nur ein Sieg bringt uns auf den letzten Drücker noch in die K.o.-Runde. Sie wussten auch: Dafür müssen wir endlich mal auf das Tor schießen. In der 5. Minute war es dann tatsächlich so weit: Nach zwei Spielen ohne Torschuss gab Marcus Berg, ehemals Hamburger SV, den ersten der Schweden im gesamten Turnier ab. Aus bester Position. Courtois parierte. (Die Torjäger der EM)

Unter den wachsamen Augen von Brych, der nach der Battle of Britain zwischen England und Wales (2:1) sein zweites Spiel leitete, spielten die Belgier den feineren Fußball. Sie brauchten nach dem 0:2 gegen Italien und dem 3:0 gegen Irland einen Punkt, um sicher weiterzukommen. Die Angriffe liefen meist über De Bruyne und Eden Hazard, waren allerdings lange nicht zwingend. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

Ibrahimovic hatte 29 Stunden vor dem Spiel angekündigt, dass er nach seinem letzten Spiel bei der EM seine Karriere im Trikot der Schweden beenden werde. Der Superstar wirkte frustrierter, je länger das Spiel dauerte. Er blies die Backen auf, wenn seine Mitspieler wieder mal einen Fehlpass spielten - oder wie Berg mit einem Traumpass nichts anfangen konnten (53.). In der Nationalmannschaft hat der Ärger nun ein Ende.

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