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Robert Almer und Cristiano Ronaldo bei der EM
Robert Almer (l.) brachte Cristiano Ronaldo mit zahlreichen Paraden zur Verzweiflung © Getty Images

München und Paris - Für die Zweite Liga zu schwach, für Cristiano Ronaldo zu stark: Robert Almer bringt Portugals Superstar zur Verzweiflung. Presse und Kollegen feiern Österreichs Keeper.

Champions-League-Sieger, 16 Saisontore in der Königsklasse, dreimaliger Weltfußballer - und bei der EM in Frankreich will Cristiano Ronaldo endlich auch bei Portugals Nationalteam seinen Superstar-Status untermauern.

Nach dem 0:0 gegen Österreich steht die Selecao nach zwei Spielen aber nur mit zwei mageren Pünktchen da. Schuld daran ist neben Ronaldo selbst vor allem ein Torpfosten im Pariser Parc des Princes - und Robert Almer.

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32 Jahre alt, kein Champions-League-Spiel, seit vergangenem Sommer Torwart von Austria Wien, zuvor in Deutschland unter Vertrag. Bei Fortuna Düsseldorf, Energie Cottbus und Hannover 96 - und bei allen meist nur zweite Wahl.

"Spinnenmann" Almer rettet Österreich

Am Samstagabend in Paris aber schlug auf einmal Almers große Stunde. Mit zahlreichen Paraden und souveräner Strafraumbeherrschung bewahrte er Österreich nach dem peinlichen 0:2 gegen Ungarn vor der zweiten Pleite im zweiten Spiel. (Ergebnisse und Spielplan der EM)

"Der Spinnenmann rettet Österreich", schrieb die Kronenzeitung über den Torhüter, der Standard bezeichnete ihn als "Sturm- und Hagelversicherung des ÖFB".

Das Boulevardblatt Österreich sah "eine Weltklasse-Parade nach der anderen", mit denen Almer gleichzeitig einen Befreiungsschlag der Portugiesen nach deren 1:1 zum Auftakt gegen Island verhinderte - und das, obwohl Ronaldo gleich zehn Torschüsse abfeuerte.

Cristiano Ronaldo schießt Elfmeter an den Pfosten

Die musste Almer freilich nicht alle abwehren, einige fanden nicht den Weg aufs österreichische Tor. Und dass Ronaldo in der 79. Minute vom Elfmeterpunkt nur den Pfosten traf, kann man auch als glückliche Fügung abtun.

Portugal v Austria - Group F: UEFA Euro 2016
Ronaldos (r.) Elfmeter: Almer (h.) in der falschen Ecke, der Ball landet aber nur am Pfosten © Getty Images

Womöglich aber hatte sich Almer zu diesem Zeitpunkt schon längst derart im Hinterkopf des Superstars von Real Madrid festgesetzt, um ihn ausreichend zu verunsichern. Zumindest nach Meinung des Standard hatte Almer den Ball "an den Pfosten mentalisiert".

Auch Teamkollege Julian Baumgartlinger war voll des Lobes. "Er war Gold wert heute. Er hat heute dadurch, dass er viel unter Beschuss war, viele Möglichkeiten gehabt, sich zu zeigen", sagte der Mainzer bei SPORT1 und stellte klar: "Er war aber auch allgemein stark. Er ist bei Flanken raus, er war sehr sicher und ein großer Rückhalt für uns."

Gegen Island ums Achtelfinale

Den können die Österreicher am Mittwoch noch einmal brauchen, wenn es im Gruppenfinale gegen Island (ab 17.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) um das Weiterkommen geht. Denn trotz Almers Heldentaten droht Team Austria mit bisher nur einem Punkt das Vorrundenaus.

"Er hat alle Qualitäten", sagte Trainer Marcel Koller nach dem Portugal-Spiel über Almer, sah aber tatsächlich noch Steigerungspotenzial, denn der Keeper "könnte mit noch mehr Selbstvertrauen auftreten".

Zumindest in dieser Hinsicht hat Ronaldo noch die Nase vorn.

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