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Russlands Mittelfeldspieler Roman Neustädter (r.) startete seine Fußballkarriere 2006 beim FSV Mainz 05 © Getty Images

Gegen die Slowakei wird Russlands neuer Nationalspieler Roman Neustädter niedergepfiffen. Die Kritik prallt nicht ganz an ihm ab. Gegen Wales will er es besser machen.

Roman Neustädter fühlt sich nach der harschen Kritik nach dem 1:2 mit der russischen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM gegen die Slowakei wie bei seinem Klub Schalke 04 als Sündenbock.

"Einige Medien haben vor allem meine Leistung nach dem Spiel stark kritisiert. So ganz neu ist mir diese Situation natürlich nicht, da ich so etwas ja irgendwie schon aus Schalke kenne", schrieb der 28-Jährige in seinem Internettagebuch für Vice Sports.

"Kritik gehört dazu. Ich habe mir das natürlich auch anders vorgestellt", schrieb Neustädter weiter: "Ich kann meine Leistung einschätzen und weiß, dass ich besser spielen kann. Von mir wird mehr erwartet, und ich erwarte auch selbst mehr von mir. Ich bin neu dazugekommen und muss täglich mit guten Leistungen zeigen warum."

Zur Pause raus

Neustädter war nach schwacher Leistung in der ersten Halbzeit zur Pause ausgewechselt worden.

Die russische Sportzeitung Sowjezkij Sport urteilte: "Neustädter hat kein Charisma und keine Kreativität. Neustädter kämpft nicht, spielt keine scharfen Pässe nach vorne. Was nutzt so ein eingebürgerter Spieler, wenn es in Russland fünf oder sechs auf dem gleichen Niveau gibt?"

Andere russische Medien hatten kritisiert, dass der Schalker seine Aufgabe, den slowakischen Matchwinner Marek Hamsik zu stoppen, nicht erfüllt habe.

Sowjezkij Sport forderte indirekt, der Bundesligaprofi müsse im Vorrundenfinale am Montag (21 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) gegen Wales aus der Startelf weichen: "Es wird sehr interessant, ob er nach einem schlechten und einem sehr schlechten Spiel aus der Mannschaft genommen wird."

Neustädter will "alles dransetzen"

Neustädter, der erst kurz vor der EM die russische Staatsangehörigkeit erhalten hatte, entgegnete: "Ich werde mit dem ganzen Team gegen Wales alles daransetzen zu gewinnen."

Auch gegen die Kritik an seiner EM-Teilnahme für Russland wehrte er sich. "Ich bin mit diesem Land verwurzelt und stolz, für Russland auflaufen zu dürfen", schrieb er: "Ich bin aber kein Politiker und vertrete somit auch nicht die politische Ebene Russlands. Ich will nicht, dass irgendjemand etwas falsch versteht oder es einfach aus dem Kontext herausreißt."

Neustädter ist in Dnjepropetrowsk (heute Ukraine) in der ehemaligen Sowjetunion geboren und als Kind nach Deutschland übergesiedelt.

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