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Mario Gomez zog sich gegen Italien einen Muskelfaserriss zu
Mario Gomez zog sich gegen Italien einen Muskelfaserriss zu © Getty Images

München - Mario Gomez feiert nach unglücklichen Jahren eine beeindruckende Rückkehr bei der EM. Doch sein Traum wird jäh gestoppt - vollenden die Kollegen die Mission?

Es hätte alles so schön sein können. Eine Geschichte, wie gemalt für einen Traum von Mario Gomez.

10. Juli 2016: Die deutsche Nationalmannschaft steht im Finale der Europameisterschaft in Frankreich. Deutschland holt sich in einem spannenden Spiel den Titel, Gomez erzielt den entscheidenden Treffer - an seinem 31. Geburtstag.

Doch die Realität sieht leider anders aus: Ein im Viertelfinale gegen Italien erlittener Muskelfaserriss beendet die EM für den noch 30-Jährigen.

Albtraum statt Traum? Das wäre des Guten zu viel. Doch ein herber Schlag ist das Turnier-Aus für den Stürmer allemal.

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Löw bedauert Ausfall sehr

"Es ist sehr bitter, wenn in der entscheidenden Phase des Turniers wichtige Spieler ausfallen", sagte Joachim Löw, der auch um Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger bangt: "Besonders für Mario tut es mir leid. Er hat bei der EM starke Leistungen gezeigt und der Mannschaft nicht nur mit seinen Toren sehr geholfen."

Nach zwei unglücklichen Turnieren (EM 2008 und 2012) verpasste er aufgrund von Verletzungs- und Formproblemen ausgerechnet die WM und damit den Titel 2014. Doch Gomez steckte nicht auf und fand bei Besiktas Istanbul zu alter Stärke zurück.

Nachdem er zunächst mit einem Bankplatz Vorlieb nehmen musste, schenkte ihm Löw ab dem dritten Gruppenspiel sein Vertrauen. Gomez bedankte sich mit zwei Toren und starken Leistungen und wurde zu einem der Fixpunkte auf dem Weg zum erhofften EM-Titel. Doch dann kam die 70. Minute in Bordeaux.

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Gomez: "Jetzt erst recht"

Nachdem er eine Hereingabe nur schwer kontrollieren konnte, gelang es Gomez artistisch, den Ball mit der Hacke aufs Tor zu befördern. Dabei wurde er allerdings von Giorgio Chiellini gestört, Gigi Buffon wehrte den Versuch mit einer Glanzparade zur Ecke ab.

Für Gomez ging es kurz danach nicht mehr weiter, beim Halbfinale gegen Frankreich oder Island sowie dem möglichen Endspiel muss Gomez also zuschauen - ein herber Verlust. ZDF-Experte Oliver Kahn lobte Gomez in höchsten Tönen und sagte: "Wir werden ihn vermissen."

Vor dem privaten Highlight, der Hochzeit mit Freundin Carina nach der EM, muss Gomez also den nächsten Rückschlag hinnehmen. Doch beim "neuen" Mario Gomez ist kein Platz mehr zum Trübsal blasen. "Nur noch ein Schritt bis Saint-Denis. Jetzt erst recht", rief Gomez auf Twitter zur gemeinsamen Mission Titel auf. 

Wahrscheinlich werden Thomas Müller, Julian Draxler oder Mario Götze anstelle von Gomez für Torgefahr sorgen. Das Märchen bleibt zwar unvollendet, doch sein Ziel, der Jubel in Paris, ist weiter möglich. Und dazu hätte Gomez auch ohne Finaltor einen entscheidenden Beitrag geleistet.

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