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Wolfsburg - Wolfsburg glänzt gegen Inter, aber Rekordtransfer Schürrle rutscht tiefer in die Krise. Trainer Hecking stärkt den glücklosen Weltmeister, De Bruynes Entwicklung macht Mut.

Aus Wolfsburg berichtet Marcel Jarjour

Zum ausgelassenen Feiern mit den Fans war Andre Schürrle nicht in der Lage.

3:1 hatte der VfL Wolfsburg soeben gegen Inter Mailand im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League gewonnen - eigentlich ein Grund zur ausgelassenen Freude.

Doch der Weltmeister suchte nach dem Abpfiff schnell das Weite, marschierte als Erster in die Kabine und überließ die Party mit den Fans seinen Teamkollegen.

Fehlpass führt zum Gegentor

Mit einem verunglückten Rückpass das Führungstor der Italiener durch Rodrigo Palacio (8.) eingeleitet, dazu versprangen ihm leichte Bälle - und zur Pause wurde der Weltmeister bereits ausgewechselt.

Es war mal wieder ein gebrauchter Abend für den 30 Millionen Euro teuren Neuzugang vom FC Chelsea. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

Der Rekordtransfer der Niedersachsen scheint noch nicht richtig angekommen zu sein, wartet immer noch auf den ersten Treffer für seinen neuen Arbeitgeber und wirkte im Spiel gegen Mailand wie ein Statist und nicht wie ein gefährlicher Außenstürmer.

Hecking spricht Schürrle Mut zu

Dennoch: Schürrle genießt weiterhin das Vertrauen von Trainer Dieter Hecking und der gesamten Mannschaft. "Andre kann besser spielen. Das weiß er. Trotzdem stehe ich zu ihm wie eine Eins. Er soll Vertrauen spüren und ich bin mir sicher, dass er in kürzester Zeit gute Spiele abliefern wird", sagte Hecking.

Natürlich seien die Erwartungen an ihn hoch, räumte der Coach auf der Pressekonferenz ein: "Aber das wissen wir alle. Bleibt ruhig, das wird schon."

Ähnliche Probleme bei De Bruyne

Der Trainer muss es wissen, wie man Neuzugänge von Chelsea, die unter Ladehemmung leiden, erfolgreich ins Team einbindet. Mit Kevin De Bruyne hatte er im vergangenen Jahr nach dessen Transfer zu den "Wölfen" einen ähnlichen Fall.

Auch der Belgier kam damals nur schwer in Fahrt und beweist sich jetzt als Torgarant, Vorlagengeber und Superstar der Truppe vom Mittellandkanal.

"Wir haben ihn damals nicht abgeschrieben und werden es bei Andre auch nicht machen", versicherte Hecking.

De Bruyne muntert Schürrle auf

Die Tore für die "Wölfe" machten gegen Inter aber mal wieder andere - und an allen Treffern war De Bruyne beteiligt.

Erst als Vorlagengeber zum zwischenzeitlichen Ausgleich von Naldo (25.) nach einem Eckball, dann als doppelter Torschütze einfach selbst (63.,75.). (Die HIGHLIGHTS des Spiels bei SPORT1.fm zum Nachhören) 

Der Belgier hatte bei aller Freude über das eigene gelungene Match auch aufmunternde Worte für Kollege Schürrle übrig. "Ich mache ihm keinen Stress und war letztes Jahr in der gleichen Situation", gab der Belgier nach der Partie zu Protokoll.

"Ich kann verstehen, dass er müde ist", erklärte der 23 Jahre alte Mittelfeldakteur und verwies auf die mangelnde Spielpraxis des Neuzugangs. "Er hat kaum gespielt und hat jetzt fast immer drei Spiele in der Woche absolviert. Da ist es kein Wunder, dass er müde wirkt", so der Matchwinner.

Gewarnt ins Giuseppe-Meazza-Stadion

Die Ausgangsposition für die Niedersachsen könnte nach dem Erfolg gegen Inter schlechter sein. Doch auf die leichte Schulter will der VfL die Aufgabe beim Rückspiel im legendären Giuseppe-Meazza-Stadion am kommenden Donnerstag nicht nehmen.

"Inter wird nichts abschenken, es ist noch nichts entschieden", warnte Abwehrspieler Robin Knoche.

Ein Torschütze von Donnerstag wird dann fehlen: Kopfball-Ungeheuer Naldo kassierte seine dritte gelbe Karte im Wettbewerb und ist gesperrt. Aber vielleicht springt dann ja schon Schürrle als Goalgetter in die Bresche.

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