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Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 löst die Pflichtaufgabe gegen Tripolis souverän. Der zuletzt glücklose Franco di Santo explodiert, Kapitän Benedikt Höwedes feiert sein Comeback.

Aufhalten ließ sich der Hattrick-Held an seinem großen Europapokal-Abend erst vom Trainer. Als Franco Di Santo unter donnerndem Applaus in der 63. Minute vom Rasen der Schalker Arena getrabt war, schloss Andre Breitenreiter den Torjäger erst einmal lange in die Arme.

Mit seinem Blitz-Dreierpack innerhalb von 17 Minuten führte der Argentinier die Seriensieger von Schalke 04 beim 4:0 (3:0) in der Europa League gegen Asteras Tripolis zum sechsten Erfolg in 19 Tagen. (SERVICE: Der Ticker zum Nachlesen)

"Natürlich bin ich jetzt sehr sehr glücklich. Nicht nur wegen meiner Tore sondern vor allem wegen des Sieges. Ich war beim Elfmeter nicht die erste Option, aber ich bedanke mich bei Johannes Geis, dass er mir den Elfmeter überlassen hat", sagte der Matchwinner nach der Partie bei SPORT1.

Di Santo atmet auf

Nach sieben Bundesliga-Spielen ohne Torerfolg seit dem Wechsel aus Bremen war es ein persönlicher Befreiungsschlag für Di Santo. "Er hat sich heute belohnt für seine Arbeit, die er Woche für Woche abliefert und es freut mich sehr für ihn, dass er gleich einen Hattrick macht", sagte Torhüter Ralf Fährmann SPORT1.

An seinem Sahne-Abend stellte Di Santo auch seine Vielseitigkeit unter Beweis: Erst brach er mit dem rechten Fuß den Bann (28.), dann traf er per Kopf (37.), ehe er auch noch einen Handelfmeter verwandelte (44.). Den Endstand erzielte Klaas-Jan Huntelaar (84.) mit seinem 49. Europapokal-Tor. (DATENCENTER: Tabelle Gruppe K)

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Erfolgsserie geht weiter

Die Königsblauen, die am Sonntag gegen den 1. FC Köln ihren siebten Pflichtspielsieg in Serie anstreben, haben zuletzt vor fast neun Jahren sechsmal in Folge gewonnen. Über den Jahreswechsel 2006/07 stürmten sie an die Bundesliga-Tabellenspitze.

Davon ist der Tabellendritte zwar derzeit ein großes Stück entfernt, doch nach dem besten Bundesliga-Saisonstart seit 44 Jahren sind die Gelsenkirchener mit dem zweiten Sieg in der Gruppe K auch in der Europa League in der Erfolgsspur. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan

Fährmann mit Bestmarke

Einen persönlichen Rekord stellte vor 42.447 Zuschauern Torhüter Ralf Fährmann auf: Der 27-Jährige ist seit nunmehr 498 Minuten in Pflichtspielen ohne Gegentor - und mit konstant starken Leistungen ein Kandidat für Bundestrainer Joachim Löw. Gegen harmlose Griechen wurde er allerdings kaum gefordert.

"In erster Linie steht da natürlich immer der Torwart im Fokus. Aber ich kann mich da nur bei der gesamten Mannschaft bedanken, wir haben das gemeinsam geschafft und ich hoffe, dass es noch einige mehr werden", sagte Fährmann SPORT1.

In der dritten englischen Woche in Folge rotierte Breitenreiter fünf frische Kräfte in die Startelf. Weltmeister Benedikt Höwedes, nach über viermonatiger Zwangspause wegen einer komplexen Verletzung im linken Sprunggelenk zuletzt dreimal in der Schlussphase eingewechselt, stand dabei erstmals seit dem 16. Mai wieder beim Anpfiff auf dem Platz.

Di Santo bricht den Bann

Die zweite Partie in Europas zweiter Klasse nach drei Jahren in Folge in der Champions League entwickelte sich zunächst zum Geduldspiel. Der griechische Tabellenfünfte verteidigte mit neun Feldspielern auf engstem Raum.

Die Königsblauen versuchten es immer wieder über die Flügel, den Flanken fehlte jedoch oft die Präzision. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis Di Santo in eine eigentlich zu kurze Hereingabe von Sascha Riether hineinsprintete und die Führung erzielte - der Auftakt seiner Gala-Vorstellung.

Vorbereiter Geis, erneut Strippenzieher im Schalker Mittelfeld, erhielt im zehnten Saisonspiel nach der deutlichen Führung eine erste Pause. Die zweite Hälfte, in der die Königsblauen problemlos das Geschehen im Griff behielten, verfolgte der Ex-Mainzer als Zuschauer.

"Tripolis stand sehr tief und wollte nicht viel nach vorne machen. Am Ende war es aber ein lockerer Sieg. Ich spiele lieber gegen Mannschaften die selber auch Fußball spielen wollen, weil dann mehr Dampf im Spiel ist. Aber wenn man am Ende gewinnt ist man immer glücklich", resümierte Huntelaar bei SPORT1.

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