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Gelsenkirchen - Ein Treffer in der Schlussphase sichert den Königsblauen das Weiterkommen. Ein Befreiungsschlag ist der Sieg gegen Nikosia aber nicht. Aogo scheitert vom Punkt.

Andre Breitenreiter redete nicht um den heißen Brei herum. "Es war ein schmutziger Sieg", sagte der Trainer des FC Schalke 04 nach dem 1:0 gegen Zyperns Meister APOEL Nikosia bei SPORT1. "Aber das spielt in so einer Phase keine Rolle. Wir haben den Bock umgestoßen und das erste Ziel erreicht."

Das da hieß: Überwintern in der UEFA Europa League. (Datencenter UEFA Europa League: Gruppe K)

Dahinter lässt sich nun ein Haken setzen. Von den Stühlen gerissen hat der mühsame Erfolg aber niemanden in der Veltins Arena.

"Wir hätten das heute souveräner gestalten müssen", meinte Eric-Maxim Choupo-Moting bei SPORT1. "Aber wenn es nicht läuft, dann läuft's nicht. Es war aber endlich mal wieder ein Sieg nach sehr langer Zeit."

Daran, dass die Serie von sieben Pflichtspielen ohne Erfolgserlebnis endlich ein Ende fand, hatte der Angreifer entscheidenden Anteil. Mit seinem Treffer in der 86. Minute erlöste er den königsblauen Anhang, der die Hoffnung auf ein gutes Ende des pausenlosen Anrennens schon fast aufgegeben hatte.

Zunehmend nervös im Spiel

Entsprechend erleichtert war auch Breitenreiter. Denn auch er hatte festgestellt, dass seine Mannschaft "immer nervöser wurde, je länger das Spiel dauerte". "Wir hoffen, dass wir Selbstvertrauen tanken mit dem guten Gefühl, gewonnen zu haben."

Eine breitere Brust ist auch vonnöten. Denn vor dem richtungweisenden Bundesligaduell am Sonntag bei Bayer Leverkusen ließ das Team von Trainer André Breitenreiter gegen den allenfalls drittklassigen Gegner, den es im Hinspiel noch locker und leicht mit 3:0 bezwungen hatte, viele Wünsche offen.

Schalke bleibt vieles schuldig

Zwar spielte sich Schalke ein Dutzend Torchancen heraus, ging mit ihnen aber viel zu schludrig um. Dennis Aogo veschoss in der 89. Minute sogar einen Foulelfmeter.

Gegenüber dem 1:3 am vergangenen Samstag gegen Bayern München hatte Breitenreiter sein Team auf vier Positionen umgestellt. Neben dem angeschlagenen Weltmeister Benedikt Höwedes (Achillessehnenprobleme) fehlten in der Startelf auch Außenverteidiger Sascha Riether sowie die Mittelfeldspieler Pierre-Emile Höjbjerg und Max Meyer. In die Anfangsformation rotierten Junior Caicara, der in der Bundesliga noch gesperrte Johannes Geis, Eric Maxim Choupo-Moting und Franco Di Santo.

Die Königsblauen, seit dem 17. Oktober (2:1 gegen Hertha BSC) ohne Sieg, begannen mit viel Schwung. Drei Eckbälle und zwei Kopfballchancen in den ersten fünf Minuten zeigten früh die Richtung des Spiels auf. Doch Joel Matip (2.) und Choupo-Moting (5.) scheiterten an Torhüter Boy Waterman.

Nach 21 Minuten standen bereits acht Ecken und eine weitere Möglichkeit durch Leon Goretzka (20.), aber noch immer kein Tor zu Buche. Die vierte Kopfballchance für die drückend überlegenen Gelsenkirchener ließ Klaas-Jan Huntelaar aus (27.). Choupo-Motings Schuss wehrte Abwehrspieler Mario Sergio auf der Linie ab (28.).

Fährmann rettet Sieg

Zwölf Ecken, zehn Chancen, aber kein einziger Treffer - zur Pause begleiteten Murren und ein paar Pfiffe die Schalker in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel ging den Gastgebern das Tempo immer mehr verloren, die Pässe wurden ungenauer. Die Ungeduld bei den 43.117 Zuschauern wuchs.

Nach gut einer Stunde wechselte Breitenreiter Meyer für den erneut enttäuschenden Di Santo ein. Torwart Ralf Fährmann verhinderte mit einer Glanzparade einen Rückstand, als plötzlich Nuno Morais völlig frei vor ihm auftauchte (67.).

Nach Abpfiff zeigte er sich bei SPORT1 erleichtert: "Das war brutal wichtig. Wir haben sieben Spiele nicht gewonnen. Das hat man auch gesehen, dass uns der letzte Instinkt gefehlt hat."

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