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Unter Jürgen Klopp demütigte der BVB die Bayern, gewann Titel und eroberte Europa. Jetzt müssen die Dortmunder gegen ihren Ex-Trainer ran - und wollen keine Gefühle zeigen.

Die Nachricht vom Knaller-Los gegen Ex-Trainer Jürgen Klopp vom FC Liverpool erfuhr der Tross von Borussia Dortmund auf nicht ganz legale Weise. "Wir haben im Flugzeug auf die Handys geschaut", gestand Manager Michael Zorc nach der Landung.

Die beim Einstieg in den Flieger euphorische Stimmung war da längst gemischten Gefühlen gewichen. Der historische 2:1 (1:0)-Sieg bei Tottenham Hotspur bewies zwar erneut, dass der BVB der Favorit auf den Gewinn der UEFA Europa League ist.

Doch dem Treffen mit ihrem langjährigen Erfolgstrainer wären die Westfalen gerne aus dem Weg gegangen - zumindest bis zur dann unausweichlichen Partie im Finale am 18. Mai in Basel.

Klopp selbst wollte sich wie viele Dortmunder das hochemotionale Wiedersehen eigentlich ersparen. Beide Seiten hofften darauf, dass dies allenfalls im Finale passieren würde.

"Geschichte, die nur der Fußball schreibt"

"Ich bin doch nicht dumm", hatte der 48 Jahre alte Trainer des FC Liverpool noch kurz vor der Auslosung auf die Frage geantwortet, ob er im Viertelfinale der UEFA Europa League gerne gegen Dortmund spielen wolle: "Warum sollte ich mir die stärkste Mannschaft im Wettbewerb als Gegner wünschen?"

Das Los wollte es anders. Dennoch sei Klopp "sehr glücklich" darüber: "Es ist eine Geschichte, die nur der Fußball schreibt", sagte der 48-Jährige auf der Homepage des LFC: "Zwei der größten Klubs der Welt treffen aufeinander."

Auf die Frage, ob mit der frühen Auslosung nicht ein Traumfinale zunichte gemacht wird, scherzte Klopp: "Wenn man die Europa League gewinnen will, muss man die stärksten Gegner schlagen. Und da ist es besser, zwei Spiele statt eins gegen sie zu haben."

"Los ist sportlich ein Hammer"

Gezogen hatte das Los in Alexander Frei ausgerechnet ein Ex-Dortmunder, den Klopp einst aussortiert hatte.

Nach unseren Erfahrungen in dieser Saison war ja schon damit zu rechnen, dass Alexander Frei kein 08/15-Los ziehen würde", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: "Wir waren uns ohnehin sicher, dass wir irgendwann in diesem Wettbewerb auf die Reds treffen würden und freuen uns nun auf diese beiden extrem attraktiven internationalen Duelle."

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Zorc erklärte, das Los sei "sportlich schon der Hammer", denn Liverpools Weiterkommen gegen Manchester United hat ihn durchaus beeindruckt: "Dass Jürgen da an der Linie steht ist eine Besonderheit, aber wir wollen keine romantischen Abende veranstalten. Wir wollen unbedingt eine Runde weiterkommen."

Dortmund braucht zwei Top-Leistungen

Trainer Thomas Tuchel war sichtlich beeindruckt von der Auslosung, die ihm ein Treffen mit seinem Vorgänger beschert. "Für alle Fußballfans ist das ein Traumlos. Für uns ist das sportlich eine Riesenherausforderung", sagte der BVB-Trainer: "Wir werden zwei Topleistungen benötigen, um weiterzukommen und freuen uns auf zwei Spiele auf höchstem Niveau."

Im Hinspiel am 7. April hat der BVB Heimrecht, am 14. April geht es an der Anfield Road um den Einzug ins Halbfinale.

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Vergangenheit unter Klopp

Klopp wurde 2008 Trainer des BVB und führte die Dortmunder zurück zum Erfolg. 2011 holten sie die Meisterschaft, im Jahr darauf verteidigten sie den Titel nicht nur erfolgreich, sie demütigten Bayern München beim 5:2 im DFB-Pokalfinale.

2013 standen die Bayern und Dortmund im ersten deutschen Champions-League-Finale, die Bayern siegten allerdings gegen die Borussia. Auch im DFB-Pokal 2014 gegen die Bayern und 2015 gegen den VfL Wolfsburg in Klopps letztem Spiel als BVB-Trainer verloren die Westfalen Endspiele.

Jetzt sehen sie sich wieder, deutlich früher als erhofft.

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