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Dortmund - Dem BVB-Boss bereitet das anstehende Duell in der Europa League Unbehagen. Er spricht offen über Rivalitäten und kündigt seinem alten Spezi vorübergehend die Freundschaft.

Dass Hans-Joachim Watzke und Jürgen Klopp eine enge Männer-Freundschaft verbindet, ist hinlänglich bekannt. Der Beziehung der beiden konnte es nicht einmal etwas anhaben, als Klopp im letzten Sommer bei Borussia Dortmund von Bord ging und kurz darauf beim FC Liverpool anheuerte.

Die Rahmenbedingungen seines Stallwechsels schienen auch gänzlich unproblematisch zu sein. Dortmund und Liverpool, Deutschland und England: zwei Länder, zwei unterschiedliche Ligen und eine relativ große Wahrscheinlichkeit, sich künftig nicht als sportliche Rivalen wiederzutreffen.

"Dürfen uns nicht einseifen lassen"

Diese Aussicht machte die Trennung für beide Seiten erträglicher. Doch dann kam dieses Los in der UEFA Europa League, das den BVB und Liverpool als Viertelfinal-Gegner vorsah - und vorbei war es mit den Hoffnungen für die Zukunft. 

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Dortmunds schlimmster Albtraum, ein direktes Duell gegen Klopp, war Wirklichkeit geworden. Was der Liverpool-Coach inzwischen als "Geschenk" betrachtet, bereitet seinem alten Spezi zunehmend Unbehagen - je näher das Spiel rückt (Do., ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und in unserem Sportradio SPORT1.fm sowie im LIVETICKER).

"Freundschaft liegt auf Eis"

Wie sehr Watzke Klopps Rückkehr nach Dortmund fürchtet, wurde am Samstagabend im ZDF Sportstudio deutlich. Auf die Frage, welchen von Klopps Kniffen er im Hinblick auf die Partie am Donnerstag am meisten fürchte, antwortete Dortmunds Geschäftsführer: "Dass er versuchen wird, uns einzulullen. Dass er versucht, die Fans auf seine Seite zu ziehen."

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Watzkes Sorge, alte Sympathien könnten die sportliche Rivalität überlagern, ist so groß, dass er Klopp sogar die Freundschaft kündigte - zumindest vorübergehend.

"Die liegt bis zum Rückspiele erstmal auf Eis", sagte der BVB-Boss ohne eine Miene zu verziehen. "Da braucht man nicht rumplänkeln: Wir sind ganz klare Gegner und das werden wir mit aller Unerbittlichkeit ausfechten."

"Größter Fehler, den wir machen können"

Eine solche Tonalität hatte die Beziehung Watzke/Klopp bis dato nicht gekannt. Watzke treibt die Angst um, die eigenen Anhänger könnten Klopp so feiern wie einen verlorenen Sohn, der nach Hause kehrt. "Der größte Fehler, den wir alle machen können", mahnte Watze, "dass dann hier so eine Freundschaftsspiel-Atmosphäre entsteht. Wir dürfen uns nicht einseifen lassen."

In der Welt am Sonntag legte Watzke nach: Es sei "nicht die Zeit für Umarmungen. Du brauchst Schärfe und ein gewisses Maß an Aggressivität", sagte er. Sein Appell an die Fans war aber nicht mehr als eine flehende Bitte.

Er könne nur hoffen, sagte Watzke, dass "unsere Fans ihre Zuneigung und ihren Respekt gegenüber Jürgen nach dem Spiel bekunden, aber nicht vorher und nicht während des Spiels".

Um sein eigenes Gewissen zu beruhigen, gab Watzke der Partie vorsorglich ein neues Motto. "Der BVB trifft auf den FC Liverpool, nicht auf Jürgen Klopp", sagte er. Worte, die wohl Sehnsucht bleiben werden. 

Spätestens wenn Jürgen Klopp am Donnerstag den Dortmunder Rasen betritt, wird es nur eine Person im Rampenlicht geben... 

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