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Dortmund - Mit typischem Jürgen-Klopp-Fußball bringt Liverpool den BVB im Europa-League-Duell in Bedrängnis. Thomas Tuchel beklagt: Seine Spieler waren zu verkopft.

Laut hallte das bekannte Klopp-Lachen durch die Durchfahrt unter der Osttribüne des Signal-Iduna-Parks.

Um 0:01 Uhr klatschte Jürgen Klopp vor der Bustür des Liverpool-Gefährts noch mit seinen ehemaligen Spielern ab.

Lukasz Piszczek, Marcel Schmelzer und Nuri Sahin plauschten kurz mit ihrem einstigen Meistertrainer und seinem Co-Trainer Zeljko Buvac.

Zwei Minuten später nahm Klopp ganz oben im Bus in der vordersten Reihe Platz, vertiefte sich in sein Smartphone-Display und rauschte mit dem Reds-Tross gen England davon.

Die vorher verdammten Umarmungen hatte es auch vor dem Spiel gegeben, etwa mit BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, gegen den Klopp zuvor noch gestichelt hatte.

Klopp bleibt seinem Stil treu

Während des Spiels jubelte Klopp kurz und heftig bei der Führung seines Teams - und war nach dem Spiel nicht unzufrieden.

Trotz des späteren Ausgleichs der Dortmunder darf sich der Liverpool-Coach nach dem 1:1 im Viertelfinal-Hinspiel der UEFA Europa League als Punktsieger fühlen - auch wenn er bei SPORT1 relativierte, dass sein Matchplan nicht vollends aufgegangen wäre: "Sonst hätten wir gewonnen."

Während Thomas Tuchel stets dafür gelobt wird, wie er den Klopp-BVB mit seiner Systeme-Vielfalt weiterentwickelt hat, bleibt Klopp auch in Liverpool seinem Fußballstil aus erfolgreichen Dortmunder Tagen treu.

Frühes Pressing provoziert Ballverluste

Schlüssel zum Erfolg der Klopp-Elf war das frühe Pressing, das die Dortmunder zu vielen Fehlern zwang. Dazu verdichteten die Engländer das Zentrum, stellten die Räume und Nahtstellen sehr gut zu.

"Sie spielen sehr laufintensiv Fußball. Wenn wir einen Ticken ungenau spielen, sind sie sofort da und mit zwei, drei Spielern eng dabei. Das ist dann meistens für uns ein Ballverlust gewesen", sagte Dortmunds Innenverteidiger Sven Bender.

"Wir wussten das und haben es heute am eigenen Leib erfahren. Aber es ist ja noch nichts verloren", weiß Bender.

Zu Klopps Pressingmaschine kam eine sehr harte Verteidigung der Reds hinzu, wie sie sich die Liverpool-Fans wohl gerne häufiger wünschen würden.

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Außen bleiben ohne Wirkung

Herausragend spielte der französische Innenverteidiger Mamadou Sakho, aber auch Rechtsverteidiger Nathaniel Clyne lieferte eine Toppartie ab und ließ Marco Reus wie schon im jüngsten Länderspiel nicht zur Entfaltung kommen.

Das in dieser Saison so druckvolle Spiel der Tuchel-Elf über die Außen unterbanden die Gäste exzellent, rechts mit Clyne, links mit Alberto Moreno, der die rechte Dortmunder Angriffsseite zudem immer wieder in Bedrängnis brachte.

Durch das frühe Pressing hielt Liverpool die Dortmunder zudem weg vom Tor, das mit Simon Mignolet zwischen den Pfosten häufig einen Schwachpunkt darstellt.

"Wir waren zu verkopft", sagte Tuchel: "Ich hätte mir gewünscht, wir spielen es mit einem Lächeln auf den Lippen."

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Schachzug mit Origi geht auf

Auch Klopps Plan, im Sturmzentrum überraschend mit Divock Origi anstelle von Daniel Sturridge zu agieren, ging glänzend auf.

Der 20-jährige Belgier schoss nicht nur das 0:1, sondern stiftete als einzige Spitze viel Unruhe und hatte noch weitere gute Möglichkeiten wie kurz vor der Pause, als Roman Weidenfeller das 0:2 verhinderte.

Zudem demonstrierten die Liverpooler nach schnellen Ballgewinnen ihre Fähigkeit zum schnellen Umschaltspiel, hervorgerufen durch das frühe Stören .

Der Haupt-Störenfried an diesem Abend hatte gut lachen: Jürgen Klopp.

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