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© SPORT1 / Paul Haenel

Auf Schalke spürt man nach den Mühen der vergangenen Wochen endlich wieder Aufbruchstimmung. Vor allem die potenziellen Eurofighter-Nachfolger beflügeln die Fantasie.

Auf Schalke schwelgt man gerne in schönen Erinnerungen. Stets verbunden mit der Sehnsucht nach neuen Erfolgen.

Die letzte Meisterschaft? Liegt so lange zurück, dass der Wunsch nach einem erneuten Titel den Klub zeitweise erdrückt hat. Selbst den Gewinn des Uefa-Pokals 1997 haben viele Schalker Spieler im aktuellen Kader im Kindesalter nur unbewusst mitbekommen. Doch in diesem Jahr sind die damaligen Eurofighter präsent wie selten zuvor.

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Und da passt es ohne Frage perfekt, dass Schalke in der Jubiläumssaison der Eurofighter durch die Gruppenphase der Europa League marschiert. Nach dem 2:0 gegen Krasnodar steht S04 nach vier Spieltagen nicht nur vorzeitig in der K.o.-Runde, sondern auch bereits als Gruppensieger fest.

Mythos Eurofighter

Und immer wieder stimmten die Fans während des Spiels die Zeilen an, die den Mythos des größten internationalen Erfolgs der Vereinsgeschichte beschwören. Den Hit aus der Kurve („Wir schlugen Roda, wir schlugen Trabzon, wir schlugen Brüüüüügge sowieso, Valencia, Teneriffa, Inter Mailand, das war ’ne Show“), der die Historie verehrt und auch ein bisschen verklärt. Denn seit 20 Jahren wartet Schalke auf die nächsten Eurofighter, die nächsten Helden, die man endlich wieder auf Händen tragen kann.

Und was wäre das für eine Geschichte, sollte Königsblau im Jubiläumsjahr den erfolgreichen Weg der Schalker Legenden Marc Wilmots, Ingo Anderbrügge und Co. nachzeichnen. Noch ist sie weit weg, doch man kann sie bereits erahnen.

"Heidel und Weinzierl wie Assauer und Stevens"

Der damalige Baumeister Huub Stevens fühlt sich an Ex-Manager Rudi Assauer und sich selbst erinnert. "Mit Heidel und Weinzierl haben sie ein Tandem, vergleichbar mit Assauer und Stevens. Aber Markus Weinzierl hat mehr Erfahrung als ich damals“, sagte der Schalker Jahrhunderttrainer bei SPORT1.

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Auch Eurofighter Olaf Thon sieht und zieht Parallelen zu 1997. "Heidel könnte der neue Assauer werden. Aber dafür ist er auf Schalke noch blutjung, lassen wir ihm auch ein bisschen Zeit“, sagte Thon bei SPORT1.

Heidel konnte bei SPORT1 eine besondere Atmosphäre dann auch nicht verhehlen. „Man hat die Atmosphäre ab einem gewissen Zeitpunkt gespürt. Nach dem 2:0 kam auch das Eurofighter-Lied des Öfteren, da ist schon ein bisschen Eurofighter-Stimmung durch die Arena gegangen“, sagte Heidel.

Effizienz und Stabilität

Schalke hat es gegen Krasnodar auf jeden Fall effizient gemacht, ist nun seit acht Pflichtspielen ungeschlagen. Hätte S04 so ein Spiel zu Saisonbeginn noch verloren, besticht die Mannschaft inzwischen durch eine Stabilität, die in Gelsenkirchen zumindest wieder einen Hauch von Euphorie einkehren lässt.

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Das System von Trainer Markus Weinzierl greift, die Truppe findet sich mehr und mehr und die Handschrift des Trainers ist immer besser zu erkennen. Auch eine Rotation auf immerhin sechs Positionen bringt die Mannschaft nicht mehr durcheinander. Und klappt es spielerisch nicht, wirft Schalke endlich auch wieder die Eurofighter-Tugenden in den Ring.

Weiter hart arbeiten

Doch im Alltagsgeschäft Bundesliga hinkt Schalke nach den fünf Niederlagen zum Start trotz der jüngsten Serie noch hinterher. „Wenn man jetzt acht Spiele ungeschlagen ist, bedeutet es nicht, dass das im neunten auch so sein wird. Werder Bremen kann uns am Sonntag zum Beispiel aufhalten. Wir werden weiter hart arbeiten müssen“, meinte Heidel bei SPORT1.

Ein Vorteil: Schalke kann sich bis zum Winter voll und ganz auf die Liga konzentrieren, in den abschließenden Gruppenspielen gegen Nizza und in Salzburg die Stammkräfte schonen.

Den neuen Eurofightern sei Dank.

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