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Gelsenkirchen - Vor der Partie gegen Ajax Amsterdam spricht Thilo Kehrer im SPORT1-Interview über die Schalker Saison und seinen rasanten Aufstieg.

Thilo Kehrer ist der Aufsteiger der Saison bei Schalke 04.

Vor dem Viertelfinal-Hinspiel bei Ajax Amsterdam (Donnerstag, ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im STREAM, in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) spricht der Shooting-Star bei SPORT1 über die Saison der Königsblauen und seine rasante Entwicklung.

SPORT1: Sie sind mit 15 Jahren vom VfB Stuttgart in die Schalker Knappenschmiede gekommen. Wie schwer war das am Anfang?

Thilo Kehrer: Natürlich nicht immer leicht, man hat sehr viel zu tun. Schule, Training, man ist den ganzen Tag eingespannt. Wenig Freizeit, am Wochenende auf den Reisen zu den Spielen oder am nächsten Morgen Training. Muss auf einige Sachen verzichten, die normale Jugendliche machen können, am Wochenende ausgehen oder was mit Freunden machen. Aber man weiß, wofür man arbeitet und natürlich wenn es gut läuft ist man immer ein bisschen in der Erfolgswelle und abgelenkt. Wenn es mal nicht so gut läuft, zieht einen das schon noch mehr runter, weil man dann nicht bei der Familie ist. Ich denke, da ist man im Internat gut aufgehoben.

SPORT1: Ihr Jugendcoach und Förderer Norbert Elgert sagte "Fußball ist nicht Ich, Fußball ist Wir". Was haben Sie von ihm mitgenommen?

Kehrer: Es war seine Message, dass man bodenständig bleiben soll, dass man immer das Ego zurückschrauben soll, vor allem auf dem Platz. Dass die Mannschaft da wichtiger ist, und wenn die Mannschaft Erfolg hat, jeder Einzelne auch Erfolg hat.

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SPORT1: Es gab eine Phase, da wären Sie fast zu einem anderen Verein gewechselt. Warum?

Kehrer: Ich hatte nicht das Gefühl, dass die große Perspektive für mich da war. Von daher wollte ich das mit einem anderen Schritt versuchen. Ich bin jetzt am Ende aber natürlich froh, dass ich hier geblieben bin und es so gekommen ist, wie es gekommen ist.

SPORT1: Kann man sagen, dass das Tor gegen Dortmund Ihre Karriere verändert hat? 

Kehrer: Das kann man schon sagen. Die Wahrnehmung durch das Tor ist natürlich viel größer geworden. Natürlich war der Hype nach dem Spiel groß zwei, drei Tage. Aber dann geht es im Fußball direkt wieder weiter, da kommt das nächste Spiel.

SPORT1: Könnte man sagen, die Saison von Schalke 04 ist wie eine Schiffschaukel? Links hoch, rechts hoch, links hoch?

Kehrer: Es wird immer ein bisschen extrem gesehen bei uns. Wenn wir ein Spiel verlieren, ist es extrem schlecht gewesen, wenn wir gewinnen, ist es extrem gut gewesen. Wir versuchen natürlich, Konstanz da reinzubringen. Das ist nicht so leicht. Vor allem mit den fünf Spielen, die wir am Anfang der Saison verloren haben. Ich würde sagen, dass bei uns eine Entwicklung zu sehen ist und dass wir versuchen, dran zu bleiben. 

SPORT1: Sie kennen natürlich wie jeder Schalker den Mythos um den UEFA-Pokalsieg 1997. Hat sich die Mannschaft ein bisschen darauf eingeschworen, in diesem Wettbewerb alles rauszuhauen, weil man unglaublich viel erreichen kann?

Kehrer: Ja, natürlich. Vor allem sind es nicht mehr viele Spiele. Wir nehmen uns als Mannschaft vor, jedes Spiel wie ein Endspiel zu sehen und versuchen so weit wie möglich zu kommen.

SPORT1: Sie beten vor jedem Spiel. Wie wichtig ist der Glaube? 

Kehrer: Ich bete fast täglich, auch wenn ich zu Hause bin, natürlich vor den Spielen. Das gibt mir sehr viel Vertrauen und sehr viel Kraft. Ich weiß, dass was da ist und ich nur meinen Teil dazu beitragen muss und mein Weg von Gott gelenkt wird.

SPORT1: Sie haben zu Serge Gnabry eine enge Beziehung. Wann kommt er zu Schalke 04?

Kehrer: Schwer zu sagen, ob er überhaupt kommt. Das hängt auch von anderen Sachen ab. Natürlich wäre es eine Bereicherung für unsere Mannschaft, so einen Spieler dazu zukriegen. Offensiv hat er natürlich eine Riesenqualität. Wenn es irgendwann mal so sein sollte, würde ich mich natürlich sehr freuen

SPORT1: Jeder Fußballer hat große Ziele und Träume. Was ist Ihr erstes Ziel?

Kehrer: Gegen Ajax weiterzukommen.

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