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München - Einige Fans des 1. FC Köln fallen beim Europacup-Comeback negativ auf. Auf den Rängen kommt es zu unschönen Szenen. Der Anpfiff muss verschoben werden.

Party auf dem Rasen, Gewalt auf den Rängen: Einige Fans des 1. FC Köln haben sich bei der 1:3-Niederlage gegen den FC Arsenal daneben benommen.

Einige Anhänger versuchten bereits vor Spielbeginn einen Arsenal-Fanblock zu stürmen und lieferten sich Auseinandersetzungen mit den Ordnern.

Auslöser der Tumulte war offenbar ein Stau bei der Einlasskontrolle. Einige Kölner Fans, die ohne Tickets angereist waren, hatten versucht, sich gewaltsam Zugang zum Stadion zu verschaffen. Dies gelang nicht, da die Gruppe schnell von Ordnern und Sicherheitskräften gestoppt wurde.

Laut Manager Jörg Schmadtke stand das Spiel "relativ eng" vor einer Absage.

Kölner versuchen Block zu stürmen

Ein FC-Anhänger, der die Krawalle beobachtete, schilderte die Situation bei SPORT1: "Ein paar Fans haben versucht, den Block ohne Ticket zu stürmen. Das hat aber nicht funktioniert und dann ist es ausgeartet in eine Schlägerei."

In Folge der Ausschreitungen wurde die Partie erst mit einstündiger Verspätung angepfiffen. Wohl auch um die Sicherheit der anderen Zuschauer zu gewährleisten.

Die Londoner Polizei vermeldete, sie habe rund um das Europa-League-Spiel vier Personen festgenommen. Als Grund für die Ingewahrsamnahmen gab die Metropolitan Police den "Verdacht auf Störung der öffentlichen Ordnung" an. Dem 1. FC Köln blüht wahrscheinlich eine Strafe seitens der UEFA - auch weil einige Anhänger während der Partie Pyrotechnik abbrannten.

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Kölns Vizepräsident Harald "Toni" Schumacher äußerte Kritik am Verhalten der eigenen Fans: "Ich kann das nicht gutheißen. Ich verstehe die Motivation, wenn 10.000 bis 20.000 Kölner da sind, aber es kommen nur 2900 ins Stadion. Wir sind hier Gäste und müssen uns wie Gäste benehmen", sagte er.

Arsenal mit eigenwilliger Organisation

Jedoch sorgte auch die eigenwillige Organisation des Heimvereins für zusätzlichen Ärger. Da der FC nur 2900 Gästetickets zur Verfügung gestellt bekam, hatten sich zahlreiche Kölner Fans Tickets für den restlichen Stadionbereich gesichert.

Zwei Tage vor der Partie gaben die Engländer jedoch kurzfristig bekannt, dass sie Köln-Fans mit Karten für den restlichen Stadionbereich den Eintritt untersagen wollten.

Nach dem versuchten Blocksturm änderten die Verantwortlichen offenbar ihre Meinung und entschieden sich dazu, die Gästefans, die sich teilweise sogar extra Arsenal-Trikots gekauft hatten, mit den Heim-Tickets doch ins Stadion zu lassen.

"Es ist zu diesem Zeitpunkt die sicherere Option, das Spiel stattfinden zu lassen, als es abzusagen", begründete ein Sprecher die Entscheidung.

Köln-Fans machen Partie zum Heimspiel

Zum Glück besann sich die Mehrheit der insgesamt 8000 Gäste-Fans nach Anpfiff darauf, ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen. 

So wurde aus einem Arsenal-Heimspiel ein gefühltes Auswärtsspiel. Nahezu jede Aktion der Arsenal-Profis wurde von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet.

"Das war eine Über-Stimmung im Stadion. Die ganze Kurve war in unseren Farben. Es ist sensationell, was es der Stadt und auch den Fans bedeutet", zeigte sich Timo Horn bei SPORT1 begeistert.

Ähnlich beeindruckt war der Ur-Kölner Lukas Podolski, der sogar einen Tweet von dem Fan-Marsch auf Twitter postete. Darauf waren einige der circa 10.000 Kölner Fans zu sehen, die bereits mittags friedlich in der Londoner Innenstadt feierten.

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