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Stefan Kretzschmar spricht über einen möglichen Wechsel von Nikola Karabatic zu Paris St. Germain © SPORT1/Getty

Stefan Kretzschmar verteidigt in seiner Kolumne Paris St. Germain, freut sich auf ein mögliches Rückraumduo Nikola Karabatic und Mikkel Hansen bei PSG und erklärt die Folgen der Palicka-Verletzung für Kiel.

Hallo Handball-Fans,

der offenbar bevorstehende Wechsel von Welthandballer Nikola Karabatic zu Paris St. Germain sorgt für viel Gesprächsstoff.

PSG baut sich eine Riesen-Mannschaft auf, und wenn sie den besten Spieler der Welt bekommen können, schlagen sie natürlich zu.

Karabatic wäre eine extreme Verstärkung für Paris. Mit ihm wären sie im nächsten Jahr einer der Topfavoriten auf die Champions League.

Auch wenn er mit dem FC Barcelona aktuell beim besten Klub der Welt spielt und sich dort wohl fühlt, wäre die Rückkehr nach Frankreich keine Geldfrage - auch wenn man sich sicher sein kann, dass der Scheichklub schon richtig einen raushaut.

Sie zahlen utopische Gehälter. Es ist unfassbar, was man in Paris als Handballer verdienen kann. Aber auch bei Barca geht es Karabatic gut.

Ich verstehe überhaupt die ganze Kritik am Projekt PSG nicht.

Erfolg ist im Handball nun mal planbar und auch käuflich. Die besten Spieler werden in der Kombination irgendwann auch Titel gewinnen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass ein Verein so etwas aufbaut und sich eine attraktive Mannschaft zusammenstellt.

Katar ist eine andere Hausnummer, da geht es um die Nationalmannschaft. Aber wenn ein Verein Kohle hat, ordentlich investiert und die besten Spieler holt - bitteschön.

Wenn ich als Spieler früher ein Angebot von PSG bekommen hätte - da hätte ich auch keine drei Sekunden überlegt. Es gibt auch schlimmere Städte als Paris, um dort Handball zu spielen.

Mit Karabatic und Mikkel Hansen hätte PSG natürlich ein Riesenduo im Rückraum, auf das nicht nur ich mich freuen würde. Die beiden würden zusammen hundertprozentig funktionieren. Da kann sich der Rest der Welt schon mal warm anziehen!

Auch auf die Achtelfinal-Rückspiele in der Champions League bin ich gespannt.

Der Kantersieg des THW Kiel gegen die SG Flensburg-Handewitt im Hinspiel war schon sensationell. Kiel hat losgelegt wie die Feuerwehr, in Abwehr und Angriff dominiert und war einfach eine Nummer zu groß für die SG.

Ein Erfolgsfaktor war Torhüter Andreas Palicka. Dass gerade er sich jetzt verletzt hat, ist bitter. Der 22-jährige Kim Sonne wird aus der U23 nachrücken. Ich habe ihn gegen Skopje (35:16 im Gruppenspiel) gesehen, da war er nicht schlecht - und Johan Sjöstrand ist ja nun auch ein Guter. In der Champions League wird das Polster reichen. Das müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn Flensburg das noch umbiegt.

Für die SG ist das Thema eigentlich durch. So einen Rückstand in Kiel noch aufzuholen - das halten alle, auch die Flensburger Spieler, für illusorisch. Wenn man beim Champions-League-Sieg schon von der Flensation gesprochen hat, wäre das jetzt ein noch größeres Wunder.

Dass auch den Rhein-Neckar Löwen das Aus droht, ist hart.

Einen Sieg von Szeged in Mannheim habe ich für möglich gehalten, im  Rückspiel stehen die Löwen nun gehörig unter Druck. Ich habe selbst schon in Ungarn gespielt, in Veszprem. Das ist ein heißblütiges Publikum. Und Szeged hat nicht umsonst im letzten Jahr beim Final Four in Berlin den EHF-Cup gewonnen und dabei im Halbfinale die Füchse vor heimischer Kulisse besiegt.

Trotzdem haben die Löwen die Qualität, in Szeged zu gewinnen. Ich glaube schon, dass sie das nochmal umbiegen können.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Kretzsche

Stefan Kretzschmar, 42, ist seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und zuletzt den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysiert "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen.

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