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Filip Jicha in seiner Zeit beim THW Kiel
Filip Jicha spielte von 2007 bis 2015 für den THW Kiel © Getty Images

Der ehemalige Kieler räumt mit Unklarheiten bezüglich seines umstrittenen Wechsel zum FC Barcelona auf. Außerdem kritisiert der Tscheche die Belastungen in der DKB HBL.

Der Wechsel von Filip Jicha zum FC Barcelona und sein früher Einsatz trotz Verletzung haben für mächtig Wirbel gesorgt. Jetzt hat der Welthandballer von 2010 seine Schritte gerechtfertigt und versucht, einige Unklarheiten zu bereinigen.

"Ich weiß, genau wie alle wichtigen Leute in Kiel und in Barcelona, wie der Wechsel zustande kam. Wann, wie und warum wir über einen Wechsel gesprochen haben. Ich habe in dieser Phase vieles dazugelernt: Manche Leute wollen einem plötzlich schaden, verstecken sich hinter Spekulationen. (…) Vieles wurde leider von Journalisten, die mich seit Jahren kannten, verdreht", sagte Jicha den Kieler Nachrichten.

Wechsel aus Geldnot

Wegen massiver finanzieller Probleme war der Tscheche im vergangenen Sommer trotz eines bestehenden Vertrags vom THW Kiel zum spanischen Spitzenklub gewechselt.

Bei den Zebras hatte es geheißen, dass er wegen einer Schambeinentzündung bis Ende Oktober ausfalle. Anfang September bestritt Jicha seine ersten Spiele für den FCB.

"Die Berichterstattung über eine vermeintliche 'Wunderheilung' – auch in den Kieler Nachrichten – hat mich traurig gemacht", fuhr Jicha fort: "Ich kann mir darüber hinaus bestenfalls vorstellen, dass es von Seiten der Kieler Ärzte hieß, dass ich dem Team in der Bundesliga vor Ende Oktober nicht zu 100 Prozent würde helfen können – das kann ich leider auch bestätigen."

Jicha kritisiert Belastung in Deutschland

Die Folgen der Verletzung machen dem 33-Jährigen nach wie vor zu schaffen. Er absolviert in Barcelona nicht das volle Trainingspensum und nimmt stattdessen Reha-Einheiten wahr.

Aus diesem Grund ist Jicha froh über seinen Wechsel. "In Deutschland wäre es undenkbar, dass man einem Spieler freiwillig frei gibt, um seinen Körper in Form zu bringen", sagte Jicha und kritisierte die hohen Anforderungen in der DKB HBL.

"Die Belastung in der Bundesliga ist gigantisch. Für die Spitzenvereine, die um die Champions League kämpfen und Champions League spielen, ist das kaum machbar", ergänzte der Rückraumspieler, der mit dem THW sieben Meisterschaften gewann: "Die Spieler gehen oft über die Möglichkeiten des Körpers hinaus. In Spanien sind 16 Spieler im Kader erlaubt, das würde ich der Handball-Bundesliga auch empfehlen."

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