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Die entscheidende Szene: Melsungens Timm Schneider (l.) legt den Ball nicht sofort ab wie vorgeschrieben © SPORT1

Ein umstrittener und letztlich spielentscheidender Pfiff im Pokalspiel der Rhein-Neckar Löwen gegen die MT Melsungen dürfte ein Nachspiel haben. SPORT1 klärt auf.

Die MT Melsungen hat nach dem Regelchaos im Pokal-Viertelfinale bei den Rhein-Neckar Löwen gute Chancen auf ein Wiederholungsspiel.

Wie DHB-Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß SPORT1 bestätigte, hätte die neue Regel, die letztlich zum umstrittenen Sieg der Löwen führte, nicht angewendet dürfen.  

Melsungens Timm Schneider hatte nach einem Fehlwurf der MT im Angriff wenige Sekunden vor dem Ende den Ball aufgenommen, zwei Schritte zurück gemacht und somit einen möglichen schnellen Gegenstoß der Löwen nach einem Freiwurf verhindert.

Die Schiedsrichter Christoph Immel / Ronald Klein bestraften dies mit einer Roten Karte - und einem Siebenmeter für die Gastgeber, den Uwe Gensheimer zum Sieg der Löwen nutzte.

Prinzipiell regeltechnisch korrekt - aber eben nicht im DHB-Pokal. Der Grund dafür ist, dass am Wettbewerb auch Teams aus unteren Ligen teilnehmen, die in ihren Klassen nicht mit dieser Regel spielen.

In der DBK Handball-Bundesliga und der 2. Bundesliga wird seit dieser Saison dagegen mit der neuen Regel gespielt. Danach werden grobe Fouls oder Regelwidrigkeiten in den letzten 30 Sekunden eines Spiels grundsätzlich mit einer Roten Karte und einem Strafwurf für die angreifende Mannschaft geahndet. 

Der Protest wird nun vor dem Bundessportgericht verhandelt, wenn Melsungen die entsprechenden Formalien erfüllt. Davon ist auszugehen, fühlte sich die MT doch um eine mögliche Verlängerung betrogen, Geschäftsführer Axel Geercken legte offiziell Protest ein.

"Wir werden in aller Ruhe den Einspruch formulieren und dann gucken, was dabei herumkommt", kündigte MT-Trainer Michael Roth direkt nach dem Spiel im Gespräch mit SPORT1 an.

Eine Entscheidung soll dann bis spätestens Samstag erfolgen, da schließlich auch der Ticketverkauf für das REWE Final Four in Hamburg organisiert werden müsse, wie Rauchfuß erklärte.

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