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Die deutsche Nationalmannschaft wurde im Januar Europameister
Die deutsche Nationalmannschaft wurde im Januar Europameister © Getty Images

Der DHB reagiert empört auf eine Kolumne von Philosoph Wolfram Eilenberger, in der er den gesamten Handballsport in die Nähe von rechtem Gedankengut gerückt hatte.

Der DHB hat sich empört über eine Kolumne von Philosoph Wolfram Eilenberger in der Zeit gezeigt.

"Nicht nur in eigener Sache: Der von Zeit Online veröffentlichte Artikel 'Handball - Die Alternative für Deutschland' empört uns", schrieb der Verband auf seiner Facebook-Seite: "Auf die Inhalte möchten wir nicht eingehen. Was uns in dieser Sache allerdings wichtig ist: Euer Rückhalt und Euer Engagement, geäußert in zahlreichen Anrufen, E-Mails, Nachrichten und Kommentaren! Danke für die Unterstützung und klare Positionierung im Sinne von Miteinander, Respekt, Toleranz und Fairplay!"

"Wenn Fußball Merkel ist, ist Handball Petry"

Eilenberger, Chefredakteur des Philosophie Magazins, hatte in seinem Beitrag für die Wochenzeitung den gesamten Handball in die Nähe von rechtem Gedankengut gerückt.

"Er verweist mit aller Macht auf eine selig verklärte, deutsche Reihenhausvergangenheit der achtziger Jahre. Wenn Fußball Merkel ist, ist Handball Petry", schrieb Eilenberger über den Handballsport und zog damit einen Vergleich zu Frauke Petry, Parteisprecherin der rechtsgerichteten Partei AfD.

Petry hatte zuletzt gefordert, Grenzbeamte müssten gegen Flüchtlinge "notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen".

Der Name der Partei 'Alternative für Deutschland' ist auch die doppeldeutige Überschrift des Artikels, die einerseits auf die Partei, anderseits auf die Rolle des Handballs als Alternative und Gegenbild zum Volkssport Fußball anspielt.

"Kartoffeldeutsche Leistungsbereitschaft"

Eilenberger kritisierte in seinem Artikel, in der deutschen Handball-Europameistermannschaft gebe es keinen einzigen Spieler mit Migrationshintergrund.

Ganz im Gegensatz zu "Jogi Löws bunt gemischter Multi-Kulti-Truppe" der Fußball-Weltmeistermannschaft von 2014.

"Bereits ein erster Blick auf das Mannschaftsfoto erhellt: Das frische Erfolgsteam hat keinen einzigen Spieler mit dunkler Hautfarbe oder auch nur südländischem Teint. Es handelt sich, mehr noch, um eine Mannschaft ohne jeglichen Migrationshintergrund. 100 Prozent kartoffeldeutsche Leistungsbereitschaft", stellte Eilenberger fest.

Zwar sei Bundestrainer Dagur Sigursson Ausländer, er passe aber als Isländer "perfekt ins nordisch-arisierte Bild", schrieb der 43-Jährige weiter.

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